Pugilato – Contra todo lo podrido

Produzent/Label: OPOS Records
Erscheinungsjahr: 2020
Format: Album
Lieder: 8
Gesamtspielzeit: 27:57 Minuten
Genre: Hatecore, Rock, Metal
Pressnummer: 0609953405

Vorwort

Parallel zu der „Mind Terrorist“ erschien diese Hatecore-Bombe aus Spanien. Pugilato bedeutet so viel wie „Boxen“, womit die nonverbale Faustaktion gemeint ist und nicht die an der Anlage angeschlossenen Klangwiedergeber. Das erste Lebenszeichen der Spanier war ein Album (2016) in Eigenregie und ein Samplerbeitrag (Antisocial) auf einem spanischen Skrewdriver-Tribut (2016).

Zur Aufmachung

Deutlich dreckiger, als die saubere und moderne Aufmachung der Mind Terrorist, geht es bei Pugilato zu, deren Aufmachung ihre Musik allerdings auch besser widerspiegelt. Auf der Vorderseite ist ein Maskierter und mit einer Keule bewaffneter Mann vor einem kleinen Haus im Grünen zu sehen, der so aussieht, als ob er sie gleich benutzen müsste. Logo mit eingebautem Schlagring und Musikrichtung findet sich in der oberen linken Ecke wieder und der Albumtitel steht unten zentriert. Er bedeutet so viel wie „Gegen alles Faule“. Auf den Seiten im Innenheft sind alle Texte auf Spanisch abgedruckt und passend bebildert. Die Seiten sehen auch ziemlich verschmutzt und blutig aus. Hier ahnt man schon, dass es roh wird, sobald die Scheibe im Spieler liegt. Auf der letzten Beiheftseite ist ein Alternativcover zu sehen, konkreter der mit Muskeln und Tattoos bewaffnete Sänger in drohender Singpose steht im Profil zu ein paar Häuserblocks. Logo wieder oben links und Albumtitel unten zentriert. Auf der Rückseite sind weitere maskierte Personen zu sehen, die Titelliste, sowie die Logos von OPOS, Pugilato und dem Wolf Project, der sich als Grafiker präsentiert. Ich kenne den Grafiker oder das Grafikkollektiv nicht, aber die Arbeit ist doch gut!

Zur Musik

01. Resistencia
02. Contra todo lo podrido
03. Dime
04. No habrá paz
05. Josue libertad
06. No yos vencerán
07. Elite moral
08. No me atraparan

Pugilato spielen recht rockigen Hardcore-Punk und der Sänger shoutet für das Genre typisch auf Spanisch seine nationalistischen und antikommunistischen Texte. Das macht es für einen Mitteleuropäer wie mich, der der Sprache nicht mächtig ist, nicht gerade leicht, dem Gesungenen zu folgen, darum habe ich die Titelliste eingedeutscht, um sie ebenfalls den Nicht-Spaniern unter den Lesern etwas Greifbarer zu machen.

01. Widerstand
02. Gegen alles Faule
03. Sag es mir
04. Es wird keinen Frieden geben
05. Freiheit für Josue
06. Sie werden nicht siegen
07. Moralische Elite
08. Mich kriegen sie nicht

Anhand der Liste erahnt man schon, dass auch in Spanien die besungenen Themen sehr ähnlich sind. Erkennbar ist hier, dass es um sehr viel Wut und Dagegen-sein geht. Viele Texte können 1:1 von anderen Bands in anderen Musikrichtungen aus aller Welt stammen.

Schnell, aggressiv aber melodiös wird dieser halbstündige Tonträger mit dem Lied Resistencia eingeleitet. Das ist das, was ich erwartet und auch bekommen habe. Die Stimme des Sängers passt sehr gut zu der Musikrichtung, doch verstehe ich das zweite Lied Contra todo lo podrido so gar nicht, weil die Musik viel zu langsam für diese aggressive Stimme ist. Das passt in meinen Augen nicht zusammen. Zudem geht es halt auch recht lang und bleibt, durch die nicht vorhandenen Abwechslung, monoton. Sehr metallastig geht es hingegen im Lied Dime zu, das mir echt gefällt. Da steckt auch viel Druck hinter, sodass ich mir gerade gut vorstellen kann, wie das Publikum im Moshpit dazu abgeht und durch die Tempiwechsel gesteuert wird. Wir kehren zurück zum melodischen Hardcore mit dem Lied No habrá paz. Hier fühlen sich Pugilato wohl und sicher, das merkt man.

Besonders hervorheben möchte ich aber das sehr rockige fünfte Lied Josue libertad, in dem der Sänger wieder shoutet, was gerade in den Strophen nicht mit dem Rock zusammenpasst. Es geht hier um einen sehr traurigen Fall, der sich in Spanien ereignet hatte. Der Nationalist Josue wurde in einer U-Bahn von rund 80 Antifaschisten bedrängt und stand letztlich einem in Spanien bekannten und sehr gewaltbereiten Antifaschisten gegenüber. Josue sah nur einen Ausweg, wenn er nicht sterben wollte und das war Selbstverteidigung und so stach er seinem Gegenüber ins Herz, um einen Ausweg aus dieser aussichtslosen Situation zu finden. Viel viel besser ist es in diesem Bericht erklärt. Bitte lesen! https://nwmarchiv.wordpress.com/2009/08/21/spanien-freiheit-fuer-josue/

Wer bis jetzt gut durchgehalten hat im Wohnzimmermoshpit, der wird spätestens jetzt völlig zerstört, denn wir sind im schnellen Hardcore angekommen – No yos vencerán. Hier gibt es auch das erste mal nennenswerte Breakdowns! Endlich 😉 Wem der Metaleinschlag im 3. Lied schon gefiel, wird mit dem langsamen Lied Elite moral seine wahre Freude haben. Hier passt die Stimme auch ganz gut rein. Den Abschluss macht dann das Lied No me atraparan, das wieder mit mehr Geschwindigkeit daherkommt und mir bis jetzt am besten gefällt! Schön, so einen Kracher zum Ende nochmal einzubauen.

Mein Fazit

Der halbstündige Tonträger der Marke Pugilato aus Spanien hat seine Höhen und Tiefen – im Musikalischen wie auch in meinem subjektiven Empfinden. Pugis Stärken liegen defintiv im Hardcore und auch der Metaleinschalg steht ihnen gut. Sobald aber Rock angespielt wird, ist die Stimme einfach zu viel. Der Kland von der Gruppe ist roher, was auch ganz gut zur Musikrichtung passt, doch steht mir das Schlagzeug, speziell die Snare, zu zentriert und sogar zu laut.

Hier ist ein Musikvideo zu einem Lied vom ersten Album. Untertitel einschalten empfohlen 😉

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