Sampler – Eine Front – Drinnen wie draußen

Produzent/Label: Rebel-Records
Erscheinungsjahr: 2019
Format: Sampler
Lieder: 17
Gesamtspielzeit: 77:54 Minuten
Genre: Rechtsrock, Metal, Hardcore, Balladen
Pressnummer: RRCD059 http://www.rebel-records.com
Zusätzliche Informationen: Erscheinen nur im Jewel-Case, keine Sondereditionen

Vorwort

Neulich flatterte mir ohne große Vorankündigung eine neue CD ins Haus, mit der Bitte, diese CD doch mal genauer unter die Lupe zu nehmen und sie für unseren Freund Puni zu rezensieren. Das Erscheinen der CD hatte ich gar nicht so recht wahrgenommen. Ein paar Promos geisterten zwar schon durch die Netzwerke, aber ich dachte mir nur: „joa, bestellste irgendwann mal mit“. Dass es sich dabei um einen Soli-Sampler handelte, hatte ich zwar mitbekommen, wer den aber auf die Welt losgelassen hat und welche Bands mit an Bord waren, erfuhr ich aber erst vor wenigen Tagen. Also eingelegt, reingehört und angefangen, nachzuforschen.

Nun ist das mit Samplern ja immer so eine Sache. Sie haben meist einen eher schlechten Ruf, da man sie oft als Resterampe von Liedern bezeichnet, die es entweder nicht auf die Vollalben der jeweiligen Bands geschafft haben oder die zwischen Tür und Angel und ohne viel Liebe aufgenommen worden sind. Ich persönlich stehe Samplern eigentlich recht aufgeschlossen gegenüber, bieten sie doch die Möglichkeit, sich einmal quer Beet durch die musikalische Landschaft zu hören, ohne sich gleich die Komplettalben der teilhabenden Bands anzuhören. Je vielfältiger die Musik dabei ist, umso besser, denn dann ist für jeden Geschmack was dabei. Und ab und an entdeckt man dann doch die ein oder andere Gruppe, von der man noch nie was gehört hat, die aber genau den eigenen Musikgeschmack trifft. Doch dazu später mehr.

Ich erfuhr, dass mein Freund Fylgien bei dem Ding seine Finger im Spiel hatte, also kontaktierte ich ihn kurzerhand und bat ihn um ein paar Infos, damit auch ihr hier nicht dumm sterben müsst. Die Geschichte dieses Samplers ist eigentlich recht interessant, wenn auch etwas lang und der Weg dorthin auch steinig. Vor langer Zeit in einem weit entfernten Land, also vor zweieinhalb Jahren im wunderschönen Brandenburg um genau zu sein, fanden sich tüchtige Kameraden der Gefangenenhilfe sowie Fylgien zusammen und heckten den Plan für eine Soli-Geschichte aus, um etwas Geld für die Kameraden zu sammeln, die in den Knästen des Systems sitzen. Ein Sampler oder eine CD sind dabei allgemein eine schöne Sache, da man ja etwas zurück bekommt für das Geld, welches man gespendet hat. Also stand die Sache fest und die Jungs legten voller Tatendrang los. Man sammelte Lieder quer durchs Rei… ähm, ich meine Land von verschiedenen Bands und das Werk nahm immer mehr Gestalt an. Leider gab es da auch ein paar Komplikationen, angefangen von unterschiedlichen Aufmachungsvorschlägen bis hin zu Bands, die Lieder beisteuern wollten, aber dann wieder absagten. Zwischenzeitlich kam auch Rebel-Records mit ins Boot und so konnte das Ding mit fachmännischer Unterstützung, wenn auch mit etwas Verzögerung, endlich das Licht der Welt erblicken. Problemchen hin oder her, der Gedanke und der Sinn zählen am Ende und dafür gebührt allen Beteiligten Respekt.

Zur Aufmachung

Beginnen wir zuerst einmal mit der Optik, denn die Augen isst man ja bekanntlich mit… oder so ähnlich. Das Cover kommt in dunklen Orangetönen daher, in großer Frakturschrift prangt der Name des Samplers „Eine Front“ in der Mitte. Abgegrenzt durch eine weiß-orangene Linie steht darunter „DRINNEN WIE DRAUSSEN“. Darunter noch einmal in dunkler, aber zurückhaltender Fraktur „Solidarität“. Schon hier sollte jedem klar sein, worum es sich eigentlich handelt. Nämlich um die Gemeinschaft, die über Gefängnismauern hinweg reicht und dass man auch zu den Jungs und Mädels hinter diesen Mauern steht. Im Hintergrund des Covers sehen wir verschiedene Zeitungsauschnitte über Haftbefehle mit politischem Hintergrund gegen Konzerte und Organisationen, aber auch gegen bekannte Gesichter wie Horst Mahler oder Ursula Haverbeck. An den Rändern sind Ketten zu sehen, deren Glieder bereits am Reißen sind. Ein hoffnungsvoller Schimmer für Menschen mit hoffnungslosen Aussichten.

Die CD selbst ist mit dem selben Bild bedruckt, hier gehen die Farbtöne jedoch eher ins goldene und der Druck hat einen dezenten Hologramm, beziehungsweise Schimmereffekt.

Die Rückseite bleibt in den Farbtönen des Covers, zeigt den Gang eines Gefängnisses mit teilweise offenen Türen. Die Titelliste erstreckt sich über den Großteil der Rückseite und unten sehen wir das Logo von Rebel-Records sowie den Verweis zu deren Weltnetzseite.

Zu überraschen weiß diesmal jedoch das Booklet, denn hier bekommen wir tatsächlich mal etwas Interessantes zu lesen. Blättern wir die erste Seite auf, bekommen wir eine Stellungnahme und einen Aufruf der Initiatoren dieses Samplers, nämlich der Gefangenenhilfe. Finde ich gut, denn dieser Sampler soll ja nicht bloß zum stumpfen Musikhören gekauft werden, sondern um damit eine gute Sache zu unterstützen. Auf der nächsten Seite bekommen wir viele Briefe und Solidaritätsbekundungen zur GH und den inhaftierten Kameraden von verschiedenen Personen des politischen Spektrums. Mit dabei sind Uwocaust, Lunikoff, aber auch Aktivisten des III. Wegs oder der NPD. Gerade hier zeigt sich, dass die staatlichen Repressionen nicht vor Parteien oder Organisationen halt machen oder selektieren, nein, hier sind wir alle „Eine Front“, sitzen alle im selben Boot und stehen auch zusammen, wenn es hart auf hart kommt. Schade, dass dies in anderen Situationen oftmals nicht der Fall ist.
Auf der nächsten und leider schon letzten Seite finden wir noch eine Gegenüberstellung von „Schweigen“ und „Reden“, welcher jeder politische Aktivist sich zu Gemüte führen sollte. Denn Schweigen kann oft den Unterschied zwischen Freiheit und einem Leben in Ketten ausmachen. Außerdem finden wir hier noch ein Gedicht mit dem Namen „Endzeit“ von Gerhard Schumann. Schumann war Schriftsteller und ein bedeutender Funktionär seiner Zeit, der durch viele Ehrungen schon früh in einem längst vergangenen Deutschland Bekanntheit erlangte. Liedtexte sind allerdings keine zu finden, was uns beim ein oder anderen Lied später noch zum Verhängnis wird, aber dazu gleich mehr.

Alles in Allem finde ich die Gestaltung sehr gelungen und passend zum Thema. Das Hauptaugenmerk liegt beim vorliegenden Werk zwar auf der Musik und der eigentlichen Sache, aber für einen Solidaritätssampler hat man sich sehr große Mühe gegeben. Vor allem das Booklet sollte man sich unbedingt anschauen. Top!

Zur Musik

Mit 17 Titeln und eine Laufzeit von knapp 78 Minuten ist der Sampler brechend voll und schrammt damit knapp an der Doppel-CD-Marke vorbei. Musikalisch ist daher auf diesem Werk einiges geboten. Von ruhigen Balladen und sehr melodischen Stücken über normalen Rechtsrock bis hin zum Hardcore-Geknüppel ist alles dabei und somit dürfte hier eigentlich jeder fündig werden. Denkt man an die alten Zeiten und die dahingehend fehlenden Musikstile zurück, waren auf Samplern meist viele Bands aus einer Musikrichtung, klassischerweise Rechtsrock, vorhanden. Im Laufe der letzten Jahre änderte sich dies jedoch. Ob TddZ, Solidaritäts-Sampler oder eben dieser hier. Die Mischung ist, entgegen der verbreiteten Botschaft der Musik, mittlerweile sehr vielfältig 🙂 Thematisch geht es hauptsächlich um das Konzept dieses Samplers, nämlich Haft, Repressionen und unverständliche Urteile gegen politische Aktivisten.

01. Gassenraudi
Wer sich das wagt

Eröffnet wird das Ganze von Gassenraudi aus Niedersachsen, welche gekonnten und klaren Rock spielen. Der Sänger hat eine aussagekräftige Röhre und die Botschaft hinter dem Lied ist die Abschreckung durch harte Urteile, um andere freie Denker auf ihrem Weg ins Wanken zu bringen. Das Lied ist zwar recht kurz, mir gefällt es jedoch. Die Rede am Anfang des Liedes stammt von Dieter Riefling, welche er auf einer Demo gehalten hat.

02. Burn Down
Treu

Auf den nächsten Titel hab ich mich persönlich sehr gefreut, da ich Burn Down sehr gerne höre. Außerdem hat man doch von Burn Down schon eine Weile nichts mehr gehört und jedes Lebenszeichen lässt die Hoffnung auf ein neues Vollalbum der Jungs wieder aufflammen. Beginnend mit Uwes typischem „Uuuuuuuhhhhh“ wird sogleich losgeknüppelt und der Titel schlägt einfach nur ein wie eine Bombe. Auf Uwes Texte kann man sich so sehr verlassen, wie auf seine Bandkollegen und so ist der Titel einer der Besten für mich auf diesem Sampler. Der Titel „Treu“ dürfte dabei schon alles über den Inhalt sagen, dennoch macht Uwe aus dem Text wieder ein lyrisches Kunstwerk.

03. Ex Umbra in Solem
Gekämpft, verurteilt, eingesperrt

Ex Umbra in Solem ist lateinisch und heißt grob übersetzt „Aus dem Schatten in das Licht“. Die Band selbst, die wohl aus Thüringen stammt, ist mir zwar ein Begriff, allerdings hab ich bis heute noch keine Musik von ihnen gehört. Der Titel hier hat mich jedoch positiv überrascht. Geboten wird harter Rock mit einer ordentlich Stimme, was im Gesamtkonstrukt doch zu gefallen weiß. Textlich ist der Titel eine klare Kampfansage gegen Richter und Henker. Widerstand lässt sich nicht verbieten!

04. Schlachtruf Germania
Falsche Humanität

Die noch recht junge Band „Schlachtruf Germania“ steuern mit dem vierten Lied ebenfalls ein rockiges Stück bei, welches aber im Großen und Ganzen eher melodisch daher kommt. Die Stimme des Sängers erninnerte mich dabei stark an Confident of Victory. Persönlich nicht unbedingt mein Fall, aber ganz klar ein guter Beitrag.

05. Assistance of Rage
I Love

Bei einem Sampler werden neben den bekannten Hasen der Musikszene oft auch mal ein paar Künstler ausgegraben, bei denen ich keine Ahnung hab, wer die eigentlich sind. Und das hier ist einer dieser Fälle. Ich habe keinen Schimmer wer die Typen sind und habe auch noch nie was von denen gehört. Die Tatsache, dass der Titel komplett auf Englisch ist, macht diesen Umstand nicht gerade einfacher und aufgrund des fehlenden Textes im Booklet bin ich also gezwungen, mich selber durch den Text zu hören und ihn zu übersetzen. Ich glaube, zwischen all dem Love, Hate und F*ck zu verstehen, dass der Sänger sich durch die Repressionen geehrt fühlt und er es liebt, vom System gehasst zu werden. Musikalisch erinnert mich das Ganze ein wenig an Deaths Head, ist also eher in der härteren Schiene anzusiedeln.

06. Hermunduren
Saga

Mit dem Titel von Hermunduren kommt nun die erste Ballade, welche aber stellenweise mit leichten, sehr melodischen Rockklängen unterlegt ist, was stellenweise schon ein wenig an alte Sleipnir-Zeiten erinnert. Ich meine zu wissen, dass der Musiker aus Thüringen kommt und wer bei Killuminati aufmerksam hinhört, dürfte die Stimme auch wiedererkennen 😉 Hermunduren tritt aktuell quer durchs Land auf, also dürfte er dem ein oder anderen ein Begriff sein. Inhaltlich geht es um die Göttin Saga, die Hüterin der göttlichen Bäder der Asen, welche von kühlen Wasserströmen umgeben sind und das Land drumherum formen.

07. Fight Tonight
Stay HC

Nach den ruhigen Klängen der Hermunduren kommt nun das krasse Gegenteil. Fight Tonight lassen ein Knüppelgewitter auf uns hernieder und ohne den Liedtext, welcher komplett auf Englisch ist, hab ich hier auch relativ schnell kapituliert, was den Inhalt angeht. Stay HC könnte soviel bedeuten wie „Bleib Hardcore egal was kommt“. Mehr ist für mich nicht drin und der Titel wird hauptsächlich die HC-Hörer ansprechen. Persönlich bin ich zwar auch ein Fan der härteren Klänge, aber diese Musikrichtung hier muss man mögen. Dennoch ist es ein sauberes Lied, Freunde der Band werden hier auf ihre Kosten kommen. Der Titel befindet sich übrigens auch auf der „Join the Family – Live-CD“ der Jungs, eventuell gäbe es dort die Möglichkeit, sich im Booklet den Liedtext zu holen.

08. Pionier / White Rebel Voice
Wäre ich heut‘ König

Wer in den letzten zwei, drei Jahren die Musiklandschaft gut beobachtet hat, dem dürften sowohl Pionier als auch White Rebel Voice ein Begriff sein. Pionier haben erst kürzlich ein starkes Album abgeliefert und White Rebel Voice lässt im Alleingang ebenfalls ordentliche Musik auf die politische Landschaft los. In Kombination hören sich die beiden natürlich sehr gut an. Musikalisch spielt man Rock der eher jungen Schule und die klaren Gesänge tun ihr Übriges. Textlich lässt man erahnen, was passieren würde, wenn die Jungs Könige von Deutschland wären und wer dann in den Knästen sitzen würde. Parallelen zu „Wenn ich Fü… Ähm König von Deutschland wär’“ sollten erkennbar sein 😉

09. Fylgien
Du bist zurück (Für Wolle)

Nun meldet sich einer der Initiatoren des Samplers am Mikrofon. Fylgien, der europäische Schlachtensänger aus Brandenburg, dürfte quer durchs Land bekannt sein, vor allem durch seine vielen Auftritte. Schöne Grüße aus dem Schwarzwald, mein Freund 😉

Als Balladenkünstler hat seine Musik für mich ein Alleinstellungsmerkmal, seine Stimme hört man nun mal heraus. Das Lied ist ein Willkommensgruß an Ralf Wohlleben, dem Mittäterschaft am NSU zur Last gelegt wird und er sich deswegen fast 6 Jahre in Untersuchungshaft befand. Trotz alledem schwieg Wolle, verriet niemanden, blieb unbeugsam und erhielt als Paradebeispiel viel Unterstützung von Außerhalb des Gefängnisses. Als Dankeschön widmete Fylgien ihm dieses Lied, welches sehr gut auf diesen Sampler passt.

10. Wolfsblut
Soldatengrab

Wolfsblut kommen aus dem hohen Norden und spielen irgendwas zwischen Ballade und Rock. Selber hab ich von den Jungs noch nicht viel gehört, ihre zwei Alben gingen wohl irgendwie an mir vorbei. Ich muss allerdings gestehen, dass der Musikstil auch nicht meins ist. Soldatengrab ist dabei eher eine Ode an die Soldaten, die an den Fronten gekämpft haben und gefallen sind. Eine Parallele zu den Mädels und Jungs, die für ihr Ideal hinter Gittern sitzen, kann man durchaus ziehen.

11. Rac ’n‘ Roll Teufel
Näher an Zuhaus

Rac ’n‘ Roll Teufel, ein Projekt von White Resistance, sind schon einige Zeit auf der politischen Musikbühne aktiv und dürften einen hohen Bekanntheitsgrad haben. Ihre Texte sind dabei bissig-humoristsich und die Musik geht in Richtung klassischen bis modernen Rechtsrock. „Näher an Zuhaus“ ist textlich eine Durchhalte-Parole an die Kameraden hinter Gittern. Der Sänger zählt die Stunden runter, bis man die Dreckslöcher nur noch von Außen sieht. Mir gefällt das Lied, vor allem die Stimme des Sängers.

12. Legion of Thor
Roter Regen

Die Metal-Kombo „Legion of Thor“ aus Berlin gibt sich als nächstes die Ehre und bleibt ihrem Musikstil, welcher mir auf dem [Groß]Berliner Ensemble schon gefallen hat, treu. Harte Riffs treffen dabei auf eine markante Stimme, was man im Gesamtbild ein wenig mit Exzess vergleichen kann. Allerdings hab ich ein wenig gebraucht, um den Inhalt des Liedes zu verstehen. Meine Vermutung: mit dem roten Regen ist eine Metapher zur biblischen Plage gemeint, in der Wasser für sieben Tage zu Blut wird. Wenn Herrscher ihre Macht missbrauchen und schwerwiegende Fehlentscheidungen für das Volk treffen, wird das Land durch diese Plage(n) heimgesucht.

13. Zeitnah
Nichts ist für die Ewigkeit

Das Musiker-Duo Zeitnah aus dem Thüringer-Land, welche auch durch zahlreiche Auftritte bekannt sein dürften, haben sich ebenfalls beteiligt und eine kleine, aber feine Rockballade beigesteuert. Ich höre die Jungs sehr gerne, vor allem Live. Inhaltlich schwelgt man in Erinnerungen, denkt an Kameraden, die gekommen und gegangen sind und welcher Lebensweg hinter einem liegt.

14. X.x.X.
Drinnen wie draußen

Oh Kinder, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ick mich gefreut habe, als ich auf der Titelliste die drei bösen Buchstaben gelesen habe. X.x.X. sind ebenfalls auf der CD vertreten und lassen uns somit nach 10 Jahren (solange ist das letzte Vollalbum schon her!) ein klitzekleines Lebenszeichen zukommen. Ja, ich bin bekennender Fan der Hatecore-Kombo aus Berlin, hoffentlich merkt das jetzt keiner 😛 Und das Lied haut rein. Die Instrumente scheppern ordentlich und der Sänger lässt in alter X.x.X.-Manier die pure Wut vom Stapel. Textlich passt es natürlich super auf den Sampler. Ob der dabei nach dem Lied benannt wurde, oder das Lied nach dem Sampler, weiß ich nicht. Für mich neben Burn Down der Favorit auf dem Album, aber wer die zwei Kapellen kennt, der weiß auch, wieso.

Ein kleiner Hinweis an euch da draußen: Versucht nicht, nach der Band im Internet zu suchen. Glaubt mir, tut das nicht. Es hat ne gute halbe Stunde gedauert, bis ich mit der Besprechung weiter machen konnte…

15. Luitgard
Gegen den Strom

Die Ausnahmekünstlerin Luitgard lieferte 2016 ein eher besonderes Album ab, welches auch hier bei Punikoff besprochen wurde. Dabei geht sehr melodiös und etwas melancholisch zur Sache. Dennoch versteht die Dame ihr Handwerk sehr gut und der Gesang weiß zu überzeugen. Zwar ist auch diese Art von Musik nicht unbedingt mein Fall, was aber nur daran liegt, dass ich kein Balladenhörer bin, aber vor Balladengrößen wie Fylgien oder Zeitnah braucht sie sich nicht zu verstecken. Das hier vorliegende Stück knüpft dabei an das Debüt an. Sie singt über ihren Lebensweg gegen den Strom trotz aller Widrigkeiten, wie sie ihrer Heimat treu bleibt, komme, was da wolle.

16. Söhne Teuts
Berlin

Die Söhne Teuts waren mir eigentlich nur durch das Gemeinschaftsalbum mit Lunikoff aus dem Jahre 2013 ein Begriff, bis ich allerdings erfahren habe, dass es sich dabei gar nicht um die selbe Band handelt, die hier vertreten ist. Alles ein bisschen verwirrend. Wer da nun wirklich dahinter steckt, weiß ich nicht. Die hier vorliegende Lobeshymne an Berlin ist jedoch ein schönes Stück Rockmusik, die Instrumente sind klar und die Stimme hat was rauchiges, aber passt gut ins Gesamtbild.

17. Edei & Ariane
Am Kamin* (A.J.)

Der Rausschmeißer ist nochmal eine sehr schöne Ballade. Bei Ariane handelt es sich, so wie ich mitbekommen habe, um Aria, welche vielen Leuten durch ihre Auftritte ein Begriff sein müsste. Edei ist ein Liedermacher, der schon durch einige Balladen auf anderen Samplern bekannt ist. Wer die „Balladen des nationalen Widerstands Teil 6“ oder „Aus dem Vergessen Teil 2“ kennt, kann sich dort noch einmal ein paar Eindrücke von ihm holen. „Am Kamin“ ist ein Cover von „Arische Jugend“ und ein sehr schönes noch dazu, welches darüber handelt, wie eine Großmutter ihren Enkeln am Kamin von einer vergangenen Zeit erzählt, einer schönen Zeit, und was sie dort erlebt hat. Man kann sich förmlich in die Situation hinein versetzen.

Mein Fazit

Wie eingangs schon erwähnt, scheiden sich bei Samplern die Geister. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass ein Sampler vor allem dazu da ist, ein Gefühl der Gemeinschaft zu vermitteln, denn jede Band, die sich beteiligt, steht auch hinter einer bestimmten Sache und zeigt, dass man nicht allein ist. Im Falle der Gefangenenhilfe hätte man hier bestimmt noch einige Bands mehr ins Boot gekriegt, schließlich gehen uns die Repressionen und Gesinnungshaftstrafen alle etwas an und es könnte jeden von uns treffen, der sich auch nur ansatzweise mit Politik beschäftigt. Daher ist dieser Sampler ein Lichtblick und Hoffnungsschimmer für alle Kameradinnen und Kameraden, die hinter den Gittern und Toren des Systems in die weit entfernte Freiheit blicken und sehen können, dass sie nicht allein sind und eines Tages, wenn sie ihre Zellen verlassen können, hier draußen jemand auf sie wartet. Ich hoffe, dass durch diese Aktion sehr viel Geld zusammen kommt, um den Betroffenen die Zeit in den Mauern zu erleichtern.

Die Musik auf dem Sampler wurde dabei gut gewählt und alle Künstler liefern hier einen ordentlichen Beitrag ab. Dass dabei nicht jedem jeder Musikstil gefällt, ist völlig verständlich und auch ganz normal. Dennoch darf hier jeder mal ein Ohr riskieren und die GH dadurch mit einer Spende unterstützen, denn die Mühe, die sich hier jeder Einzelne gegeben hat, sollte auch dementsprechend Früchte tragen. Für knappe 15 Euro macht man hier definitiv nichts verkehrt.

Da ich die CD zur Besprechung kostenlos erhalten habe, werde ich den Betrag natürlich trotzdem auf das Spendenkonto der Gefangenenhilfe überweisen. Wer sich näher mit dem Projekt beschäftigen möchte oder selbst noch etwas spenden möchte, kann sich die nötigen Infos dazu jederzeit auf www.gefangenenhilfe.info einholen.

Ich bedanke mich bei Arvid für diese sehr ausführliche Besprechung!

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