Eichenlaub mit Schwertern – An der Front

Produzent/Label: Germania Versand

Erscheinungsjahr: 2019

Format: Album

Lieder: 11

Gesamtspielzeit: 50:48 Minuten

Genre: Schneller/melodischer Rock, Rockballaden

Pressnummer: Eichenlaub mit Schwertern 0209450607

Zusätzliche Informationen: Neben der normalen Version erschien dieses Album auch in einer auf 50 Stück limitierten Holzbox, wie man es vom „Germania Versand“ mittlerweile kennt. Diese enthält zusätzlich ein Echtheitszertifikat und einen hochwertigen Metallanstecker.

„An der Front“ ist die dritte Veröffentlichung des Projekts EICHENLAUB MIT SCHWERTERN, welches vom ehemaligen Schlagzeuger der allseits bekannten Band HKL ins Leben gerufen wurde. Ralf war auch bei einigen anderen Gruppen involviert (u.a. WORDS OF ANGER) und ist außerdem Sänger der Band DRITTE HALBZEIT. Die ersten beiden Veröffentlichungen sind mir nicht bekannt, aber sie wurden anscheinend von ihm alleine aufgenommen*.

Für die hier besprochene dritte CD hat er sich die Unterstützung von dem ebenfalls in vielen Bands und Projekten aktiven Herren geholt, der unter dem Namen „Wiesel“ bekannt ist. Beteiligt war oder ist dieser unter anderem bei BLUTBANNER, KATEGORIE C, GERMANIUM, NORDVOLK, NAHKAMPF und vielen mehr. Für den weiblichen Gesang ist die Dame namens „Aria“ verantwortlich, die einige Leser bestimmt schon von Balladenabenden oder ihrem mittlerweile leider vom System gelöschten YOUTUBE–Kanal kennen. Das erste Album von ihr ist in Planung.

„An der Front“ ist ein Konzeptalbum, das ausschließlich den 2. Weltkrieg behandelt. Deshalb sollte man die Scheibe aber nicht unterschätzen, denn gerade textlich bekommt man hier oftmals wirklich musikalisch untermalte Geschichte geboten, die nicht schon unzählige Male besungen wurde.

Zur Gestaltung

Das Frontcover ist auf den ersten Blick nichts besonderes, da es sehr klischeehaft wirkt. Soldaten, der zum Bandnamen passende Orden, die Farben schwarz-weiß-rot und dann noch der Albumtitel. Es passt aber zur Kriegsthematik und dementsprechend ist es für mich völlig in Ordnung.

Im Beiheft sind zu den Liedern, welche die Soldatenthematik eher allgemein behandeln, die Texte abgedruckt. Bei den Liedern, die konkrete Kriegsereignisse thematisieren, hat man geschichtliche Erläuterungen abgedruckt. Eine hervorragende Idee! Alle Worte sind aufgrund der eher dunkel gehaltenen Hintergründe, die zu den einzelnen Liedern passen und der dazu im Kontrast stehenden weißen Schrift sehr gut lesbar, ebenso die Liedtitel auf dem Backcover. Insgesamt eine anprechende und zum Konzept des Albums absolut passende Gestaltung.

01. An der Front

Ohne ein Intro fängt ein schnelleres und sehr melodisches Lied an, welches an „Division Germania“ erinnert. Der Klang ist sehr transparent aber irgendwie fehlt mir persönlich der Druck und die Wucht. Dennoch an sich eine gute Produktion. Textlich haut mich das Lied nicht vom Hocker, aber als Einstieg ist es gelungen. Aus Soldatensicht wird besungen wie man an der Front zu dienen und zu kämpfen hat. Irgendwie schon oft gehört, aber das Lied macht Lust auf mehr!

„Wir ziehen durch die Steppen und Wälder. Der Tod lauert überall in den Feldern.“

02. Narvik

Auch dieses Lied geht mit seinem flotten Tempo und der Melodie sehr ins Ohr. Hier kommt die Stimme von ARIA zur Geltung, die teilweise alleine singt, aber auch in Kombination mit dem Männergesang sehr gut wirkt. Der Refrain ist sehr ergreifend und das Lied vertont eine Schlacht, die sinnbildlich für den Opfergeist und die Treue unserer Vorfahren im letzten großen Krieg steht. Ich finde persönlich sehr gut, dass die Erläuterungen zum weiteren Nachlesen anregen.

„Auf dem Meer bekämpfte man die Übermacht, doch mit Dietl hat man das Wunder vollbracht.“

03. Feindfahrt

Zu Beginn hört man das Echolot eines U-Bootes und nach einem kurzen schleppenden von Doublebass unterlegten Intro fängt die nächste vertonte Geschichtsstunde an. Die besungene Person war mir bisher nicht bekannt, aber genau deswegen gefällt mir diese CD immer besser! Zeitgemäße Musik, die die Erinnerung an die Leute (hier ist es Otto Kretschmer) aus dem Vergessen holt, ohne die wir gar nicht hier wären. Musikalisch geht es flott zur Sache und speziell das Riff nach dem Refrain weiß zu gefallen. Außerdem sorgen die langsameren Passagen für Abwechslung. Was mich persönlich allerdings nervt ist das auch im Refrain zu hörende Echolot. Zum Beginn wirkt es angesichts der in dem Lied besungenen Thematik, aber dann ist es zuviel. Das Lied ist gut aber kein Höhepunkt dieser CD.

„Wertvolle Ladung sinkt in die Tiefe. Ein Britenfrachter sich nun verabschiedet.“

04. Gefecht mit der Angst

Die allgegenwärtige Angst des im Gefecht stehenden Soldaten wird bei Lied Nummer 4 behandelt. Brüllender und klarer Gesang wechseln sich ab und die Doublebass unterstreicht die zwischendurch eingestreuten eher getragenen Passagen, des ansonsten wieder schnell gespielten Liedes. Musikalisch bleibt mal wieder der Refrain sehr im Ohr und der erneut aus der Ich-Perspektive vorgetragene Text beschreibt fernab von Verherrlichung den Alltag, den unsere Vorfahren an der Front erleben mussten. Gefällt mir wirklich gut, gerade weil das Lied nicht einfach nur wie so oft den Tod an der Front verherrlicht, der oftmals einfach nur ein erbärmliches Verrecken war.

„Beschuss von allen Seiten, die Knie werden weich. In Gedanken stirbt man für das deutsche Reich.“

05. Villers Bocage

Die hier besungene Person ist der Panzerkommandant Michael Wittmann, der in der Schlacht bei Villers-Bocage einmal mehr sein Können zeigte und seine Tapferkeit bewies. Er ist definitiv bekannter als andere Soldaten über die auf diesem Album gesungen wird und es gibt auch Lieder anderer Bands, die seinen Heldenmut thematisieren.

Im Refrain wird wieder parallel von Aria mitgesungen, aber ansonsten bleibt bei mir von dem Lied nicht sonderlich viel hängen. Gespielt wird der für diese CD typische Stil, also ein eher flottes Tempo mit vielen Melodien. Ist in Ordnung, aber mitgerissen werde ich davon nicht.

„Mit einem Panzer allein gegen ein Bataillon. Er war ein Held für die ganze Nation. “

06. 16. Januar

Ralf, der dieses Projekt gegründet hat, kommt laut meinen Informationen ursprünglich aus Magdeburg. Deshalb liegt es auf der Hand die Bombadierung seiner Heimatstadt zu thematisieren.

Ein bedrohlich wirkendes Riff eröffnet das längste Lied auf dieser CD und die dazu ertönende Alarmsirene sorgt zusätzlich für eine beklemmende Stimmung. Schade finde ich, dass der Teil ohne Gesang, der immer vor jeder Strophe und jedem Refrain gespielt wird, nur so kurz zur Geltung kommt. Gegen Ende gibt es dann einen ruhigeren Teil bei dem Aria beteiligt ist und der mir auch sehr gut gefällt. Die Passage danach bei dem wohl Ralf zu hören ist wirkt im direkten Vergleich irgendwie komisch und passt für mich nicht so ganz. Trotz dieser kleinen Mängel ist „16. Januar“ auf jeden Fall eines der besten Lieder auf dieser CD.

„Pfadfindermaschinen erleuchteten die Stadt, dann folgten die Bomber mit tödlicher Fracht.“

07. Sonderkommando Elbe

Das hier besungene „Sonderkommando Elbe“ kennen aus musikalischer Sicht viele Leser wahrscheinlich von der letzten CD von IN TYRANNOS. Ansonsten ist die Thematik dieser kleinen, aber unfassbar tapferen Einheit leider eher wenig bekannt. Umso mehr muss man lobend erwähnen, dass sie mit diesem Lied einmal mehr besungen werden. Das Lied ist schnell und im Vergleich zu den restlichen erfreulich aggressiv. Es wird auch hin und wieder Doublebass eingesetzt und mit 3:22 Minuten ist es das kürzeste Lied auf der Scheibe. Eine harte und trotzdem eingängige Hymne auf Männer, die mit Sicherheit zu den tapfersten Soldaten des zweiten Weltkriegs zählen. Für mich persönlich textlich wie musikalisch der Höhepunkt dieser CD!

„Um den Bombenabwurf doch noch zu verhindern, um zu retten das Leben von Frauen und Kindern.“

08. Sehnsucht nach Hause

Hier geht es erneut nicht um ein bestimmtes geschichtliches Ereignis oder eine Person, sondern wieder um das Befinden des Frontsoldaten. Auch hier finde ich es sehr schön, dass nichts verklärt und romantisiert wird.

Zur Abwechslung hat man es hier mit einer Rockballade zu tun, die mir musikalisch wirklich sehr gut gefällt. Sehr emotional und abwechslungsreich und auch die Doublebass wird effektiv eingesetzt. Ein weiterer Höhepunkt und das gerade auch deswegen, weil das Lied musikalisch ziemlich aus dem Rahmen der CD fällt

„Auch wenn die Bomben hier einschlagen, für dich werde ich alles ertragen.“

09. Volkssturm

Der für diese CD größtenteils typische Stil kommt hier wieder zur Geltung. Schnell und melodisch geht es vorwärts. Dazu nur aggressiver Gesang, der bei diesem Lied speziell in den Strophen echt gut gefällt und auf jeden Fall im Kopf bleibt. Der Titel des Liedes sagt alles und die Thematik sollte jedem Leser bekannt sein. Eines der besten Lieder der CD!

„Ein Volk schaute dem Ende entgegen, doch es wollte ewig weiterleben.“

10. Trotz unserer Opfer

Gegen Ende dieser CD fällt man wieder etwas aus dem Rahmen und sorgt für Abwechslung. Meint man zu Beginn, dass es sich hier um eine reine Ballade handelt, so sorgt doch eine zusätzlich mit der E-Gitarre eingespielte Melodie für Abwechslung. Zudem ist der Gesang sehr vielschichtig und anscheinend singt neben Aria noch eine andere Frau mit. Gegen Ende wird es dann doch wieder etwas schneller und rockiger. Beim ersten Hören fand ich das nicht so besonders, da es dem Lied die „Besonderheit“ nimmt, aber an sich geht das schon in Ordnung. Der Text ist aus der Sicht der Soldaten des 2. Weltkrieges geschrieben, die bedauern was aus diesem Land und den Deutschen geworden ist. Daumen hoch!

„Unsere Nachkommen nicht vor dem Ungeist gefeit. Damals überlebt und nun dem Tod geweiht.“

11. Ritterkreuz

Zum Abschluss der Scheibe bekommt man noch eine Coverversion des Liedes von VOLKSTROI zu hören. Passt natürlich sehr gut zum Konzept der Scheibe und auch hier bekommt man im Beiheft anstatt des Textes ausführliche Erklärungen zum besungenen Thema zu lesen. Man hält sich musikalisch an das Tempo der Originalversion, bewegt sich also im rockigen, mittleren Bereich. Ein solider Abschluss, wenn auch irgendwie für meinen Geschmack zu wenig mitreissend.

„Aus Angst vor dem Fall des heiligen Reichs, ihre Seelen schon in Ahnenhallen.“

Mein Fazit

„An der Front ist für mich kein Anwärter auf die CD des Jahres, aber für alle Hörer, die es eher etwas härter mögen auf jeden Fall einen Kauf wert. Man merkt eindeutig, dass hier musikalisch sehr erfahrene Personen beteiligt sind und gerade die Anregungen, die man oftmals durch die Texte bekommt, sollen an dieser Stelle nochmal extra erwähnt werden. Die Lieder sind oftmals richtige Ohrwürmer und gerade die ruhigeren Momente der CD passen ebenfalls sehr gut.

Hört doch einfach mal in die Hörproben rein und entscheidet selbst. Da Youtube unsere Sachen immer mehr und immer öfter löscht, findet ihr diese auf der Seite „Vimeo“ unter

http://www.vimeo.com/346914673.

* Man munkelt, dass das erste EmS-Album eigentlich ein HKL-Album werden sollte und sogar eingesungen wurde von Opa Oli.
Danke an Oliver für das Besprechen der CD!

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