Berlin Breed – Berlin Breed

Produzent/Label: FK Produktion
Erscheinungsjahr: 2018
Format: Album
Lieder: 11
Gesamtspielzeit: 34:11 Minuten
Genre: Klassischer Skinhead-Rock
Pressnummer: 49393
Zusätzliche Informationen: Das Album erschien abgesehen von der normalen Jewelcase-Version auch in einem auf 500 Stück limitierten Digipak, welches hier besprochen wird. Außerdem auch noch in einer Hardcoverbox mit Heißfolienprägung auf Front und Rücken (50 x gold, 50 x silber).

Der Autor dieser Zeilen ist eigentlich hauptsächlich in härteren musikalischen Bereichen unterwegs. Da man aber die alten Rechtsrock-CDs selbstverständlich immer noch gerne hört und mir doch einige Leute aus meinem Umfeld die CD empfohlen haben (an dieser Stelle danke ich euch dafür!), habe ich zugestimmt sie zu besprechen. Zur Band selber kann ich nicht viel berichten, außer dass die Herren vor BERLIN BREED wohl schon anderweitig musikalisch aktiv waren.

Zur Gestaltung

DigiPak-Cover

Generell gefällt mir die Aufmachung der CD sehr gut. Durch den hellen Hintergrund und die schwarze Schrift kann man alle Texte ohne Probleme lesen. Die alten Bilder und Fotos im Innenteil passen zu den besungenen Themen. Das Bandfoto mit den aufgesetzten Köpfen aus der Kindheit ist mal was Neues. Habe ich so noch nicht gesehen und ist auf jeden Fall origineller als sich zu vermummen oder so was in der Art. Sehr unpassend ist allerdings das Cover der limitierten Version. Diese Comiczeichnung hat mit der restlichen, eher ernsten Gestaltung nichts zu tun und gefällt mir persönlich gar nicht. Das mir vorliegende Digipak unterscheidet sich wohl nur von der Gestaltung her von der normalen Version. Ein zusätzliches Lied ist nicht vorhanden, dafür aber 2 Aufkleber. Einer mit dem Frontcover der CD und einer mit dem Logo von „FK Produktion“. Schöne Sache!

 

01. Ihr habt euch kaufen lassen
02. Ehrenmann
03. Rote Pest
04. Der Tod
05. Wie lange noch?
06. Freikorps ran!
07. Das Lied vom Hasse
08. Die letzten Tage…
09. Nicht Mord, nicht Bann, nicht Kerker
10. Berlin, halt ein…
11. Wind

01. Ihr habt euch kaufen lassen

Ohne ein Intro oder etwas in der Art geht es gleich los und man weiß schon nach wenigen Sekunden, wohin die Reise geht. Flotter, melodischer und sauber gespielter Skinhead-Rock, der sofort ins Ohr geht. Der Sänger mit seiner leicht rauhen, aber sehr gut verständlichen Stimme sagt mir ebenfalls zu. Auch textlich ist das erste Lied sehr gelungen. Eine Anklage an all die Verräter, die ihre Herkunft verleugnen und alles akzeptieren. Diesen Subjekten kann man gar nicht oft genug entgegen schreien wie erbärmlich sie sind. Ein sehr schöner Beginn!

„Ihr klatscht Beifall wenn sie gegen unsere Werte hetzen,
opfert eure Kinder auf den Schreinen fremder Götzen.“

02. Ehrenmann

Auch dieses Lied ist eher flott und kommt live mit Sicherheit sehr gut an. Die Melodie haut mich persönlich nicht um, aber das wird durch den sehr einprägsamen Refrain ausgeglichen. Man huldigt sozusagen als Ausgleich zum ersten Lied dem gegenteiligen Menschenschlag. Nämlich Männern, die zu ihren Idealen stehen, auch wenn ihnen Haft und gesellschaftliche Ausgrenzung drohen. Bei der Hörprobe war ich von dem Lied noch nicht sonderlich begeistert, aber ich muss diesen Eindruck revidieren.

„Du hast keinen ermordet, hast keine Frauen und Kinder missbraucht.
Dein Name ist lediglich auf ihren schwarzen Listen aufgetaucht!“

03. Rote Pest

Bei dem Titel brauche ich wohl nicht allzu viel schreiben. Im Endeffekt natürlich aktueller denn je, aber musikalisch halt nicht so eingängig und die Thematik an sich ist hat schon unzählige Male besungen worden. Das Lied geht insgesamt für die Art von Musik absolut in Ordnung, aber ist kein Höhepunkt dieses Albums.

„Die Bestie ist längst nicht tot, umsonst die Fahnen nicht blutig rot.“

04. Der Tod

Der Text zu diesem Lied war mir ebenso wie der Autor Reinhold Stapelberg nicht bekannt. Sehr ergreifend, aber trotzdem kämpferisch und von Berlin Breed in ihrem schnelleren und melodischen Stil vertont. Hiermit positioniert man sich auch politisch nochmal sehr deutlich und das macht sie mir noch sympathischer und unterscheidet sie von den meisten Bands, die diese Art von Musik spielen. Einfach mal nachforschen aus welcher Zeit das Lied stammt. 😉

„Heut‘ sind wir geladen ins flammende Zelt.
Von Kaisers Gnaden, wir ziehen ins Feld.“

05. Wie lange noch?

Hier fällt vor allem der groovende Refrain auf, der das Lied deutlich von den anderen unterscheidet. Ist zwar abwechslungsreich, aber ich persönlich finde es nicht so ganz passend und die Melodie finde ich auch eher bescheiden. Es ist nicht schlecht und vor allem textlich echt klasse, aber meine Geschmack trifft es nicht besonders. Thematisch geht es um die Opfer von muslimischen Terror und die immer drängendere Frage, wie lange sich das die Masse noch anschaut. Wenn ich mich auf den Straßen so umsehe und die ganzen verweichlichten und umerzogenen Gestalten betrachte, muss ich die Frage mit: “Bis es endgültig zu spät ist“ beantworten. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt…

„Ihr habt die Tore aufgemacht für Europas Untergang,
verschleudert unsere Freiheit, zerstört mein Vaterland.“

06. Freikorps ran!

Der Titel sagt schon eindeutig aus um was es in diesem Lied geht. Eine sehr wichtige und leider auch in nationalen Kreisen oft vergessene Thematik. Die Band „Freikorps“ kennen wohl so gut wie alle Personen in der sogennanten Szene, aber was hinter dem Namen steckt, wohl eher wenige. Textlich wieder ein klares Bekenntnis und musikalisch flott und eingängig. Die Melodie am Anfang des Refrains kennt man allerdings schon, aber das ist kein Problem. Wurde ja schon öfter genutzt. Hört euch das Lied an und ihr wisst was ich meine. 😉 Ein weiterer Höhepunkt dieser Scheibe!

„Jeder Atemzug gilt Deutschland ganz allein.
Freikorps ran, es gilt die Hauptstadt zu befrei’n!“

Anmerkung: Die ersten 6 Lieder wurden laut Backcover im Juli 2018 aufgenommen. Die nun folgenden 5 Lieder im April 2017. Mir persönlich gefällt der Klang der älteren Lieder etwas besser, vor allem weil die Snare beim Schlagzeug mehr knallt und die Aufnahme einfach insgesamt etwas druckvoller wirkt. Aber die Unterschiede sind nicht ausschlaggebend für die Bewertung, da ich nie wirklich den Eindruck hatte, dass es sich um 2 verschiedene CDs handelt. Insofern passt das!

07. Das Lied vom Hasse

Der Text von Georg Herwegh stammt aus dem Jahre 1886 und wurde schon häufiger modern vertont. Vor einigen Jahren auch schon einmal von einer anderen Band aus Berlin, nämlich den leider nicht mehr aktiven SPREEGESCHWADER. BERLIN BREED hinterlegen die zeitlosen Worte mit einem simplen, aber sehr eingängigem Rechtsrock. Geht ins Ohr und bleibt im Kopf, was auch wieder daran liegt, dass einem die Melodie zwischen Strophe und Refrain sehr an einen alten Klassiker des deutschen Rechtsrock erinnert. Wie man Ohrwürmer schreibt wissen die Berliner Kameraden auf jeden Fall!

„Und wo es noch Tyrannen gibt, die lasst uns keck erfassen.
Wir haben lang genug geliebt und wollen endlich hassen!“

08. Die letzten Tage…

Hier kann ich grad wieder da anfangen, wo ich beim letzten Lied aufgehört habe. Das Lied bleibt sofort im Gehirn hängen und sogar ich habe wirklich sofort Lust das Pogo-Tanzbein zu schwingen. Und das will was heißen! Absolut klasse! Was mich hier aber auch sehr begeistert, sind die Worte des Sängers. Formulierungen, die man so noch nicht oft gehört hat. Und das Kunstwort „Asylantis“ für diese …republik ist wirklich mehr als originell. Ein Klassiker!

„So schauen sie dem zu, was hier gerade passiert.
Wie ein Karnickel, das auf die Schlange stiert.“

09. Nicht Mord, nicht Bann, nicht Kerker

Auch hier wird wieder ein sehr alter Text vertont. Der Autor Hoffmann von Fallersleben sollte jedem von uns bekannt sein und er schrieb die Worte im Jahre 1850 nieder. Passt auf jeden Fall auch in die heutige Zeit und musikalisch bekommt man eine solide Rocknummer geboten. Das Lied gefällt mir gut, aber zählt nicht zu den Höhepunkten der CD. Das Gitarrensolo gegen Ende des Liedes wertet das Lied aber musikalisch auf.

„Euch muss das bisschen Leben so gründlich sein verhasst,
dass ihr es weg wollt geben, wie eine Qual und Last.“

10. Berlin, halt ein…

Mit diesem Lied kann ich als Nicht-Berliner nicht besonders viel anfangen, zumal es musikalisch doch irgendwie belanglos rüber kommt. Das Lied reißt mich einfach nicht mit. Der Text ist allerdings interessant. Er stammt von einem gewissen Paul Zech und wurde Ende 1918 verfasst. Der Verfasser ist sichtlich geprägt von den Erlebnissen des ersten Weltkrieges und lässt kaum ein gutes Haar an Berlin. Auf jeden Fall keine Liebesbekundung an die Hauptstadt.

„Berlin, das ist ein Höllenpfuhl,
da hockt die Hure Zeitvertreib in einem goldnen Schaukelstuhl…“

11. Wind

Zum Abschluss kommt nochmal ein sehr eingängiges, nicht ganz so schnelles Lied, das mir sehr gut gefällt! Die Worte richten sich an die Personen, die in diesen Tagen langsam aus ihrem politischen Schlaf erwachen, weil sie endlich merken, dass dieses System uns nur verarscht und ausbeutet. Hier benutzt der Schlagzeuger ausnahmsweise sogar recht häufig das Ride-Becken und das passt gerade bei dem Zwischenteil gegen Ende sehr gut. Ein schöner Abschluss für diese Scheibe!

„Die Medien sind ehrlich, die Regierung wird gewählt,
es herrscht Demokratie – Das hat man dir doch so erzählt!“

Mein Fazit

Für Freunde des klassischen Skinhead- beziehungsweise Rechtsrock ist diese CD definitiv ein Pflichtkauf! Ohne wenn und aber! Das Rad wird mal wieder nicht neu erfunden, aber das muss und soll in dem Fall auch nicht sein. Die Jungs beherrschen ihre Instrumente und das was sie spielen rockt einfach. Einen extra Daumen nach oben gibt es für die Ernsthaftigkeit der Texte, bei denen man aber meistens trotzdem mit Freude mitsingen oder -grölen kann. Das beste Beispiel dafür ist für mich Lied 8 (Die letzten Tage…). Leute die es wie ich normalerweise schneller und aggressiver mögen sollten aber auch mal ein Ohr riskieren, denn die Scheibe wird bei mir immer wieder den Weg in den CD-Spieler finden und hat es auf jeden Fall verdient auch mal von euch angetestet zu werden.

Vielen Dank an Oliver für diese umfangreiche Besprechung!

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