Stimme der Vergeltung – Selbstbestimmungsrecht

Produzent/Label: Gjallarhorn Klangschmiede / Frontmusik
Erscheinungsjahr: 2018
Format: Album
Lieder: 11 / 12
Gesamtspielzeit: 41:48 Minuten (Standardversion)
Genre: Metal, Rock
Pressnummer: 49137 SDV (Standardversion)
Zusätzliche Informationen: Das Album erscheint auch in einem auf 300 Stück limitierten und handnummerierten Digipak. Diese Version enthält auch ein zusätzliches Lied.

Die Pommern von STIMME DER VERGELTUNG haben nach sieben Jahren Funkstille ihre dritte CD mit dem Titel „Selbstbestimmungsrecht“ veröffentlicht. Beide vorherigen Werke gingen völlig an mir vorbei, ohne dass ich genau weiß warum. Es gibt einfach zu viel gute Musik und der Tag hat zu wenig Stunden. Dementsprechend war ich gespannt, da ich nicht wusste, was mich bei dieser CD erwartet.
Mir liegt die Standardversion mit 11 Titeln vor, weshalb das Bonuslied hier nicht bewertet wird.

Zur Gestaltung

Das Cover wirkt irgendwie düster und unscheinbar. Eine große Welle umspült etwas, dass aussieht wie ein Wolkenkratzer. Auch im Beiheft und beim Rest der CD erkennt man nichts direkt politisches. Es dominiert die Farbe grau. Insgesamt haut mich das nicht um, aber ist auch nicht schlecht. Es sieht auf jeden Fall eindeutig danach aus, dass man hier keinen klassischen Rechtsrock geboten bekommt und ich sollte mit meiner Vermutung Recht behalten. 😉

Cover des limitierten DigiPaks mit einer liegenden und zerstörten Fackelnachbildung, die der Statue of Liberty zwischen Manhattan und Staten Island in der Upper Bay New Yorks zugeschrieben werden kann.

Zur Musik

01. Frei sein
02. Glauben
03. Schrei
04. Flammentod
05. Gewagt
06. Menschenmüll
07. Selbstbestimmungsrecht
08. Sternegucker
09. Völkermord mit System
10. Kognitiver Tod
11. Wir bleiben nicht stehen
DigiPak-Bonus
12. Untergang

01. Frei sein

Zum Einstieg bekommt man ein kurzes Intro geboten, dass die Band vorstellt und Lust auf mehr macht. Die Produktion ist verdammt druckvoll und die Abmischung klasse. Gefällt mir sehr! Das Lied ist im Metal-Bereich anzusiedeln. Der Gesang aggressiv, aber sehr gut verständlich.

„Wir sind gewachsen und der Geist ist nicht verloren. Wir wollen frei sein, denn wir sind so geboren.“

02. Glauben

Mit Thrash-Metal-Riffs beginnt das erste „richtige“ Lied. Es geht vorwärts und speziell die Leadgitarre bei der Strophe gefällt mir wahnsinnig gut und bleibt sofort im Ohr. Der musikalische Zwischenteil vor dem Refrain dagegen weniger, da er irgendwie das Tempo raus nimmt. Aber ist nicht dramatisch und der eher ruhigere und sehr emotionale Refrain gleicht das ohne Probleme wieder aus. Der Text ist nachdenklich, aber macht gleichzeitig Mut. Wir dürfen den Glauben an ein besseres Deutschland nicht verlieren!

„Es ist ein Leichtes zu manipulieren, den Menschen ohne Glauben und Halt…“

03. Schrei

Ein stampfendes Lied mit viel Doublebass folgt als nächstes. Hier sind Leute am Werk, die ihre Instrumente wirklich beherrschen und der Sänger variiert mit seiner Stimme und singt im Refrain etwas klarer. Die Ansage an all die Feiglinge, die nur reden, aber nichts tun, ist sehr ansprechend.

„Frech grinsen die, die heut‘ auf alles scheißen. Zu müde um zu rebellieren…“

04. Flammentod

Beim gesprochenen Intro zu dem Titel muss man natürlich sofort an die göttlichen JUNGSTURM denken, denn auch sie haben das bei einem ihrer besten Lieder benutzt. Thematisiert wird der Bombenterror der angeblichen Befreier und das sehr originell. Das Lied schwankt zwischen purer Aggression und einer ruhigeren Bridge vor dem Refrain, wobei hier der Sänger das erste mal auf der CD richtig klar singt. Auch das klingt echt gut und passt. Der Zwischenteil mit dem längeren Wirbel auf der Snare ist auch sehr geil! Nach diesem Lied ist klar, dass die Band einen neuen Anhänger gewonnen hat. Daumen hoch!

„Nie wieder sollen sie Frieden finden! Wir werden nie verzeihen!“

05. Gewagt

Hier klingt etwas traditioneller zur Sache und auch Kameraden, die eher nicht auf Metal stehen, können hier ein Ohr riskieren. Musikalisch kommt es an die Lieder davor nicht ran, aber das war wohl auch nicht die Absicht. Das Lied ist gut, aber keines, dass ich wie die bisherigen gleich mehrmals hintereinander hören musste. Besungen wird das bisherige Leben und dass man selber denken soll. In dieset schrecklichen und verkommenen Zeit wichtiger denn je.

„Es brennt wie Feuer in der Seele, wenn man nicht ausspricht, was man denkt!“

06. Menschenmüll

Auch hier werden die Rechtsrocker bedient und zwei weitere Sänger brüllen in jeweils einer Strophe mit. Der melodische Zwischenteil wertet das eher unspektakuläre Lied ziemlich auf. Man muss aber fairerweise sagen, dass SDV die Messlatte mit den ersten 4 Liedern sehr hoch gelegt hat. Auch dieses Lied ist wirklich gut und der Text spricht mir sowieso aus der Seele. Wieviele Schwätzer und elende Kameradenschweine hat man in all den vielen Jahren schon kommen und gehen sehen? Ihr seid das allerletzte…

„Auf die Hände geschissen, die man dir gereicht. In die Opferrolle geschlüpft, für alles andere zu weich.“

07. Selbstbestimmungsrecht

Das ist wieder SDV wie es mir gefällt, denn ab der ersten Sekunde geht es vorwärts. Dachte ich… Aber es wird schnell wieder ruhiger und simpler. Wirklich schade um das extrem geile Riff vom Anfang. Das nur so wenige Sekunden zu spielen ist echt eine Verschwendung! Textlich und musikalisch ist es dann irgendwie schon oft gehört. Da hätte man echt mehr draus machen können, gerade weil es ja das Titellied der CD ist.

„Wir wollen leben, doch wir dürfen nicht sein. Wir wollen handeln, man sperrt uns ein.“

08. Sternegucker

Zur Abwechslung gibt es jetzt mal eine Art Rockballade. Der verträumte und ruhige Stil regt sehr zum Nachdenken an. Sowas gefällt mir persönlich immer. Außerdem wird mal wieder das Talent des Sängers deutlich. Er beherrscht das kehlige und harte genauso wie den klaren Gesang. Großes Lob! Obwohl das Lied etwas aus der Reihe fällt, ist es für mich einer der Höhepunkte der CD. Auch weil die Leute hinter den Kulissen thematisiert werden, was ich persönlich immer für sehr wichtig halte. Erkennt den wahren Feind!

„Wahrheitsfresser, Lügner, Spinner – große Fresse so wie immer!“

09. Völkermord mit System

Eine schnelle und melodische Rechtsrocknummer die gut gemacht ist, aber mich persönlich auch nicht so umhaut. Der Anfang der CD hat mich einfach zu verwöhnt. Aber ich jammere wieder auf hohem Niveau, denn auch dieses Lied ist gelungen. Darauf zu verweisen, dass hier nichts aus Zufall, sondern eben mit System geschieht ist auch immer wieder wichtig.

„In Kriege gegen die eigene Art sind sie gezogen. Inländerfeinde, Geiseln des Systems!“

10. Kognitiver Tod

Hier ist der Beginn wieder ganz nach meinem Geschmack. Schleppend und aggressiv und dann bewegt man sich wieder eindeutig im Thrash-Metal. Vor dem Refrain hört man jeweils noch einen anderen Sänger und dann zeigt der reguläre wieder, dass er sein Fach beherrscht. Das Lied setzt sich im Kopf fest und will da nicht mehr weg und das ist gut so. „Kognitiv“ bezieht sich auf das Denken und das Erkennen von Dingen. Der Titel ist also gut gewählt, denn dass die breite Masse geistig schon lange gestorben ist, sieht man ja jeden Tag immer deutlicher!

„Welcome geschrien, die Massen angeheizt. Für euer Volk kein Geld und keine Zeit.“

11. Wir bleiben nicht stehen

Als Abschluss hat man sich wieder für eine eher flottere Rocknummer entschieden. Textlich wird Entschlossenheit vermittelt und das Lied ist gut hörbar, aber auch hier schlicht und ergreifend Standard und irgendwie schon so oft gehört. Geht in Ordnung, aber mehr auch nicht.

„Und wenn sie Galgen zimmern, soviel an der Zahl. Ihre Fackeln anzünden, das ist uns egal!“

Mein Fazit

Nach den ersten vier Liedern dieser CD war ich völlig begeistert! Es stimmte einfach alles und schon jetzt ist der Kauf dieser CD absolut gerechtfertigt. Danach ist man aber im Vergleich oft zu alltäglich. Die meisten Lieder plätschern so vor sich hin und ich habe den Eindruck, dass man einfach noch nicht seinen Stil gefunden hat oder sich irgendwie nicht so richtig festlegen will. Das ist generell ja völlig in Ordnung, aber durch die Reihenfolge der Lieder verstärkt sich dieser Eindruck nochmal. Es ist schade, dass der Stil, der die ersten Minuten vorherrscht, später kaum noch zur Geltung kommt. Viele Bands wollen, aber können nicht. SDV kann und es ist bedauerlich, dass sie sich mit einigen Liedern irgendwie unter Wert verkaufen. Wer auf die härtere Gangart steht, sollte SDV trotzdem unbedingt mal antesten. Die Lieder in denen sie ihr Potential voll ausspielen, sind es mehr als wert! Der typische Rechtsrocker kommt auch oftmals auf seine Kosten. Allerdings ist da für viele – wahrscheinlich für die meisten – die Produktion zu modern, aber das muss jeder für sich entscheiden.

Danke an Oli für die Besprechung

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