True Aggression – Jetzt gibt’s Stunk

Produzent/Label: OPOS Records
Erscheinungsjahr: 2018
Format: Album
Lieder: 18
Gesamtspielzeit: 40:01 Minuten
Genre: Rock
Pressnummer: Jetz gibts Stunk
Zusätzliche Information: Erschien auch auf Vinyl (100 x lila, 150 x schwarz)

Das dritte Album der recht jungen Kapelle erscheint diesmal bei OPOS Records und wer noch nichts von den Punkrockern gehört hat, der hat definitiv etwas verpasst. Sicherlich kamen Debut und Nachfolger 2017 in recht kurzen Abständen, doch handelt es sich hierbei nicht um sinnlose Fließbandproduktionen, sondern hörbaren, rotzigen, politischen Punkrock.

Zur Aufmachung

Die Aufmachung ist sehr gelungen und passt sehr gut zu Punkrock. Man vereint auf dem 12-seitigen Beiheft schwarz-weiß Fotos von Pin-up-Girls der 50er / 60er Jahre (?) und denen der Bandmitglieder mit den Farben Dunkelgrün und Orange. Dazu gibt es alle Texte in einer Art Schreibschrift, die etwas schwer zu lesen sind. Bei der Cola-Flasche auf das Etikett achten – da hat Mudhater Design sehr viel Liebe zum Detail bewiesen und eine schöne und passende Aufmachung gezaubert.

Zur Musik

01. Intro
02. Jetzt gibt’s Stunk
03. Made in Hollywood
04. Kids
05. Die letzten Aufrechten
06. Herr Genosse
07. LGHBRD
08. Nazgul Welcome
09. Der morgige Tag *
10. Ihre Augen waren blau
11. Im Zeichen der Pyramide
12. BRD Zombies
13. Ohne dich
14. – 17. – leere Lückenfüller –
18. Mundgitarre

* im Original von Skrewdriver

Das Intro ist Lärm pur, denn neben einem Weckton, einer Sirene, Verkehrslärm und anderen schrillen nervigen Tönen, kündigt ein Kind an: Jetzt gibt’s Stunk!. Und so heißt auch der erste Titel, der sich sofort im Ohr einnistet. Punkrock pur mit der Botschaft, Widerstand zu leisten. Im folgenden Lied Made in Hollywood wird dem Zuhörer erklärt, dass man in der amerikanischen Filmschmiede seine eigene Version der Wahrheit und geschichtlichen Korrektheit fabriziert. Ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen, kann ich euch verraten, dass auch dieses Lied im Ohr bleibt und zum Weitertanzen einlädt.

Die meisten der genannten Filme, handeln ja vom Krieg,
da haben uns diese Bubblegums doch ganz allein besiegt.
Mit ’ner Hand voll Leute schlugen sie ganze Divisionen,
die Befreier – super taff – Verarschung von Millionen.

– Made in Hollywood –

In dem Lied Kids wird die degenerierte Jugend von heute verglichen mit der Jugend der Bandmitglieder-Generation. Trifft bestimmt nicht auf jeden zu, aber in Summe kann man das so unterschreiben. Etwas tiefgründiger und emotionaler wird es in dem Lied Die letzten Aufrechten, welches ein Loblied auf die Unbrechbaren und Unkaputtbaren ist und zu denen man aufsieht, wenn man selbst den Mut verliert. Schöne Nummer und interessantes Thema. Ach ja, jetzt bekommen die Kommis und Antifa-Idioten musikalisch den Spiegel vorgezeigt in Herr Genosse. Verquere Doppelmoral und paradoxe Doppelsinnigkeiten prägen das Leben des ideologischen Roten. Sehr gut auf den Punkt gebracht und ja, Herr Sänger, der Refrain gefällt mir sehr gut 😉 Versteckter Insider 😀

In Love Germany, hate brd erklärt man, dass der Punkrock heutzutage durchaus noch rebellisch ist und sogar national sein kann. Die linken Punkrockern biedern sich ja der Masse an und sind im Mainstream angekommen. Geld riecht doch viel zu gut, um ihm zu widerstehen. Da kommt mir „Punks in Armani“ wieder in den Sinn 😉 In einer „Mittelerde“ Metapher wird eine ganz besondere Plage thematisiert. Das Auenland wird überrannt von widerwärtigen, kulturfremden Nazguls, die zuvor mit Nazgul welcome! empfangen wurden. Hilfe! Hinter Der morgige Tag verbirgt sich die deutsche Version von Skrewdrivers „Tomorrow belongs to me“. Der übersetzte Text ist auf einer Balladen-CD aus dem Jahr 2005 zu finden und wird von Annett, Michael Müller und Jörg Hähnel gesungen. Im Original von Skrewdriver schon ein absoluter Evergreen und von TA auch eine tolle Nummer.

Antanzen und Besuch beim Zelten.
Ne Armlänge Abstand soll da helfen.
Einzelfälle gibt es immer, doch da hilft dann kein Gewimmer.
Wir wollen sie willkommen heißen, auch wenn sie auf uns Hobbits scheißen.

– Nazgul welcome –

Ein richtig geiles Lied kommt mit Ihre Augen waren blau, in dem von einer schönen blonden Frau, aber auch einer geilen Punkrock-CD und der Vergangenheit gesungen wird. Mit einem verschmitzten Lächern und Augenzwinkern muss man dieses Scherzlied einfach mögen. Ernster geht es Im Zeichen der Pyramide zur Sache, wo über Hintergrundmächte und der Neuen Weltordnung (NWO) philosophiert wird. Das vorletzte Lied nennt sich brd Zombies und beschreibt leider das deutsche Volk, geblendet vom brd-System. Das eigenständige Denken auf ein Minimum reduziert und durch Konsumwahn ersetzt.

Als offiziell letztes Lied kommt Ohne dich eine ganz persönliche Nummer für die Frau des Sängers. Sehr schöne Vergleiche mit einer ordentlichen Prise Humor, aber Wahrheit. Wirklich schön. Ein ähnliches Konzept gibt es auch von „Ritter des Reiches“, für die Demoliebhaber unter den Lesern. Nach ein paar Lückenfüllern dürfen wir noch ein paar Outtakes aus der Aufnahmesession hören, die den Titel Mundgitarre trägt.

Der sauber gespielt Punkrock klingt hauptsächlich fröhlich und es macht auch Spaß die Scheibe zu hören, doch gibt es kaum Abwechslung. Das ist auch gar kein Grund zur Traurigkeit, denn das breite Themenspektrum macht es wieder wett. Der Klargesang des Sängers besitzt eine dominante Stärke, die aufhorchen und zuhören lässt. Mit dieser Mischung und aktuellen Schlagwörtern wie zum Beispiel Fakenews trifft man genau das Jahr 2018. Moderner, nationaler Punkrock.

Mein Fazit

Nach zwei starken Vorgängerscheiben habe ich nicht damit gerechnet dass in so kurzer Zeit eine dritte Scheibe kommt, geschweige denn so eine gute! Die Themenwahl ist abwechslungsreich, die Dichtung einfallsreich und die Musik vermittelt gute Laune. Ob es sich hierbei um eine Steigerung handelt? Das möchte ich so nicht sagen. In jeglicher Hinsicht ist das Niveau hoch und die Erwartungen werden erfüllt.

Abschließend bleibt zu sagen: Ich fand sie geil! 😉

Anspieltipps:

  • Jetzt gibt’s Stunk!
  • Made in Hollywood
  • Ohne dich

 

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3 Gedanken zu “True Aggression – Jetzt gibt’s Stunk

  1. „Tomorrow belongs to me“ ist kein Original von Skrewdriver. Das Lied wurde von den zwei Musikjoden John Kander und Fred Ebb geschrieben. Das Lied und 1966 im Musical „Cabaret“ uraufgeführt vor. 1972 wird der Stoff verfilmt und gleich zweimal auf deutsch synchronisiert (DDR und BRD) dem es zwei. Der Text der von der Band verwendet wird stammt von einer der beiden deutschen Synchronisationsspuren des Films. Das Lied wurde stammt also im Original nicht von Skrewdriver. Obwohl es trotzdem als treibende Hymne der Bewegung von Skrewdriver besser gefällt. Die deutsche Version vom Text ist ebenfalls wunderschön.

  2. „Tomorrow belongs to me“ ist kein Original von Skrewdriver. Das Lied wurde von den zwei Musikjuden John Kander und Fred Ebb geschrieben. Das Lied kam 1966 im Musical „Cabaret“ uraufgeführt vor. 1972 wird der Stoff verfilmt und gleich zweimal auf deutsch synchronisiert (DDR und BRD). Der Text, der von der Band verwendet wird, stammt von einer der beiden deutschen Synchronisationsspuren des Films. Das Lied stammt also im Original nicht von Skrewdriver. Obwohl es mir trotzdem als treibende Hymne der Bewegung von Skrewdriver besser gefällt. Die deutsche Version vom Text ist ebenfalls wunderschön.

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