Feuerbefehl – Unbelehrbar

Produzent/Label: Germania Versand
Erscheinungsjahr: 2017
Format: Album
Lieder: 12
Gesamtspielzeit: 46:44 Minuten
Genre: Rechtsrock
Pressnummer: 44164 Feuerbefehl
Zusätzliche Informationen:
Die CD erschien auch im DigiPak (222 Stück) und in einer Holzbox (66 Stück).
Der Liedermacher Oiram (Mario nur rückwärts geschrieben) ist dem einen oder der anderen bestimmt bekannt, tritt er doch seit Jahren im gesamten Land auf. 2015 entschied er sich mit „Oiram“ aufzuhören und sich musikalisch anders zu orientieren. Noch im selben Jahr wurde auf Front Records die CD „Freidenker“ veröffentlicht, die recht einfachen Rechtsrock bot. Im nächsten Jahr folgte dann beim Germania Versand die erste Feuerbefehl, die ich auch nicht sonderlich besser fand. Und im Dezember 2017 wurde die zweite Feuerbefehl als Wahnsinns-CD beworben. Mal rein hören, wie so eine Wahnsinns-CD klingt.

Zur Aufmachung

Die Vorderseite zeigt eine Bildcollage, den Bandnamen mit Flammenstruktur und den Albumnamen in weiß hervorgehoben. Die Collage soll wohl stehen für Ahnen, Vaterland, Gerechtigkeit und Wissen. Ich finde es sehr lahm und typisch für den Germania Versand.

Ebenfalls typisch sind die obligatorischen zwei Sondereditionen. Ein DigiPak (222 Stück) mit leicht veränderter Front und eine bedruckte Holzbox mit Sammlerzertifikat (66 Stück). Die Sammlereditionen sind lieblos gemacht – und ich spreche ganz bewusst auch andere Label und Veröffentlichungen an – und überflüssig, denn man braucht nicht von jeder zweiten VÖ im Jahr eine oder mehrere Editionen.

Zur Musik

01. Aus Sachsen
02. Heil dir, Vater Thor
03. Es liegt in euren Händen
04. Der Ruf der Götter
05. Heuchler
06. Wisst ihr noch
07. Seht ihr die Fahne
08. Lasst uns die Kapitäne sein
09. Die Wikinger
10. Bin am Leben
11. Auch im Tode
12. Wenn Deutschland ruft

Im ersten Lied klärt man den Hörer auf, wer man sei und woher man komme – Feuerbefehl aus Sachsen spielen Rechtsrock. So weit, so gut. Die Stimme des Sängers klingt heruntergepitcht, was das Erfolgsrezept des Rechtsrock bestätigt: harter Rock mit einer tiefen Stimme. So schlimm finde ich es jetzt nicht, dass da getrickst wurde. Da gab es andere Vertreter, bei denen es grausig unecht klang.

An sechster Stelle wird der Hörer aufhorchen, denn die Melodie ist wohl bekannt und noch eindeutiger wäre ein Liedtitel wie „Wenn ich das seh'“ gewesen, um auf den Originalinterpreten hinzuweisen. Anders als beim Original ist, dass man hier den Kehrreim frühestens beim zweiten Mal erkennt, da das Lied wie eine gerade Straße ohne Highlights klingt. Da hätte man deutlich mehr draus machen können. Inhaltlich spricht man ein wichtiges Thema an, nämlich dass die (Volks-)Gemeinschaft durch Einzelgänger zerbricht. Das Gitarren-Solo wurde 1:1 übernommen und fetzt!

Dass jedoch Potenzial besteht, möchte ich gar nicht bestreiten, denn gerade das Lied „Es liegt in euren Händen“ besitzt einen flotten Beat und eine fröhliche Melodie. Auch mit dem flüchtlingskritischem Lied „Lasst uns die Kapitäne sein“ hätte man eine bessere Nummer draus zaubern können; die Melodie bleibt im Ohr. Und zu guter letzt ein sehr persönliches Stück über die eigene Existenz wäre da noch „Bin am Leben“, was für mich das beste Lied auf diesem Album darstellt.

Ein Viertel aller Lieder spielt auf „Wikinger“ und „alte Germanen“ ab in den Liedern „Heil dir, Vater Thor“, „Der Ruf der Götter“ und „Die Wikinger“. Diese stechen aber aus der Masse nicht besonders hervor.

Kleine Info: Dem Kenner wird der Klang der Band bekannt vorkommen. Hier spielt nämlich die Brigade 88.

Mein Fazit

Also eine Wahnsinns-CD klingt für mich anders. Ich habe hier ein textlich, wie musikalisch durchschnittliches Album, das aber Potenzial hat. Mehr aber auch nicht. Insbesondere an der Synchronität muss gearbeitet werden, denn wenn der Gesang der Musik hinterherhumpelt, zu früh einsetzt oder entgegen der Betonung betont singt, klingt es einfach nicht flüssig. Zur Mischung muss ich sagen, dass die Giatrren ruhig kräftiger sein dürfen.

  • Es liegt in euren Händen
  • Bin am Leben
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5 Gedanken zu “Feuerbefehl – Unbelehrbar

  1. Grüße.
    Wann ist zuletzt beim Germania Versand eine Platte erschienen, die einigermaßen hörbar war? Die letzten Veröffentlichungen, sowie auch diese hier sind einfach unterirdisch. Das Teil wäre auch vor zwanzig Jahren durchgefallen, einfach nur schlecht und kontraproduktiv. Da reicht schon der Bandname aus, um Kopfschütteln hervor zu rufen . Zum Glück verkaufen sich die lieblos und dahingeklatschten Holzboxen nicht wirklich. Ohne jemand persönlich anzugreifen, aber vielleicht regt es auch den Germania Versand mal an darüber nachzudenken, ob solche Veröffentlichungen positiv für uns sind.

    • Das kann ich nur voll und ganz unterschreiben. Man hatte schon bei den Hörproben kein Bock mehr das zu kaufen.
      Ich erinnere mich da an so manche Funny Sounds Veröffentlichungen. Mehr schlecht als recht aber egal – wird schon jemand kaufen.
      Und was bei der Besprechung schon angesprochen wurde: Wozu die „limitierten Sondereditionen“?

  2. Oiram, Brigade 88? Sind das die Hauptacts von den heutigen Krakenkonzerten? 😀 Die Titel klingen eben 1:1 wie die typische 2000er Homestudio/Fließbandproduktion, die anno dazumal bei den einschlägigen Labels erschienen wäre. Alles sehr unkreativ, und austauschbar, und ohne Wiedererkennungswert, und wenn überhaupt nur dadurch das die Riffs alle sehr ähnlich klingen. Ich schließe mich der Meinung meines Vorredners an, das solche Produktionen nicht nur kontraproduktiv sind, sondern einfach lächerlich. Sind die Interpreten noch in dem Glauben gefangen mit Namen und Haltung provozieren zu müssen? Man weiß es nicht…
    Ich habe ja eigentlich gedacht man hätte solche Musikgruppen überwunden, aber dazu bedarf es scheinbar noch Zeit. 😀

  3. Einfach nur Schrott. Mario ist als Liedermacher Scheiße und als Band noch beschissener. Manche sollten es einfach sein lassen Musik zu machen. Brigade 88 oder was weis ich wie viel Namen sich der Herr Selbstdarsteller noch gegeben hat sind ebenso einziger Müll. Bitte lasst eure Musik da wo sie hin gehört, nämlich in die Tonne.

  4. Ich frage mich wer Geld für solch ein impertinentes Geträller ausgibt? Mir sind solche Veröffentlichungen einfach nur peinlich.
    Absolutes lyrisches und musikalisches Unvermögen. Alleine die Namen Brigade 88, Oiram oder Feuerbefahl 😀 Es wirkt so, als würde man wirklich den Klischee „Naziossi“ abbilden wollen. Für mich einfach nur völlig erbärmlich, und für die nationale Bewegung einfach nur total kontraproduktiv.

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