Moshpit – An eternal torch can light a million

Moshpit – An eternal torch can light a million

Produzent/Label: OPOS Records
Erscheinungsjahr: 2017
Format: Album
Lieder: 12 / 13
Gesamtspielzeit: 50:04 / 54:34 Minuten
Genre: Melodic Metalcore
Pressnummer: folgt / 42922 AETCLAM&Bonus
Zusätzliche Informationen: Neben der normalen Version erschien auch ein DigiPak (1.500 Stück) mit einem Bonuslied und Video. 444 DigiPaks erschienen in einer Box mit Fotoalbum und Fahne. Der Bonustitel ist auch auf der LP vorhanden, die auf 500 Stück limitiert ist (300 x schwarz, 88 x weiß, 112 x rot).

Genau 121 Veröffentlichungen und 10 Jahre liegen zwischen „Moshpit – Mirror of an unbroken faith“ (OPOS CD 01) und dem mittlerweile dritten Album „A.E.T.C.L.A.M.“ (OPOS CD 123). Der Sänger vom ersten Album löste sich bald von der Band und schreit nun bei „Bloody Memory“ rum, übergangsweise half der Frontmann von Brainwash Major Williams aus, der bereits einen Gastauftritt auf dem Debut hatte. Mit dem Ungarn Koppány (am ehesten bekannt als Sänger bei der Hardcore-Band Voice of Justice) gewann man einen neuen Frontmann, der seit dem zweiten Moshpit-Album „We carry the heart“ ins Mikro sang. Eben jenes Album bestach durch seine Professionalität und erlangte sogar außerhalb der nationalen Musikszene großes Aufsehen. Das Auftreten der Band, der Klang und auch die Gestaltung glich Mainstream-Bands, was der Scheibe zu ordentlich Attraktivität verhalf. Fünf Jahre und gefühlte Hundert Ankündigungen später sollen wir nun erfahren, wie Moshpit 2017 klingen.

Zur Aufmachung

Die kontrastreiche Vorderseite besticht durch eine nachträglich eingefärbte Berg-Fluss-Landschaft. Das im oberen Bereich durch Flammen erweiterte Bandlogo schreit dem Betrachter ins Gesicht, um wen es sich handelt. Darunter steht in kleinerer Seriefenschrift der Albumname, der besonders in sozialen Netzwerken mit A.E.T.C.L.A.M. abgekürzt wird. Die Seiten des Beiheftes zeigen weitere Landschaftsaufnahmen, die in einem hellen Sandton eingefärbt worden sind. Die schwarzen Texte sind alle gut lesbar, jedoch im Fließtext schwer zu verfolgen. Auf der vorletzten Seite bekommen man zahlreiche Informationen; dieses Album ging wahrlich um die Welt, angefangen mit den Aufnahmen im Norden Norwegens. Das hineingesteckte Herzblut ist fühlbar.

Das DigiPak beinhaltet ein paar Fotos mehr, um die sechs Seiten Hochglanzpappe zu füllen. Das Beiheft ist identisch. Der Aufdruck zur CD unterscheidet sich farblich und auch inhaltlich bekommt man einen Bonustitel und ein Musikvideo mehr. Dazu später mehr. Limitiert ist das gute Stück auf 1.500 Exemplare.

Die auf 444 Stück limitierte Box besteht aus festem und überall bedrucktem Karton. Die Vorderseite mit der wunderschönen Landschaft wird durch das weiße Quadrat in dem der Albumname ausgestanzt wurde total verunstaltet finde ich. Dafür bekommt man eben dieses Motiv als hochwertige Fahne, die sich sehr schön als Wand- oder Türdeko macht und ein Hardcover-Fotobuch mit vielen Fotos der letzten 15 Jahre, hauptsächlich jedoch dem „Eternal Torch“ Videodreh und natürlich dem DigiPak. Da hier einfach alles hochwertig und mit Liebe zum Detail und zur Perfektion gestaltet sowie umgesetzt wurde, ist der Verkaufspreis von 50€ völlig gerechtfertigt.

Die LP-Version ist allein schon durch die gestreckte Vorderseite ein wahrer Hingucker. Statt eines Beiheftes gibt es ein Gatefold-Cover, also einmal aufklappbar und innen bedruckt. In der linken Tasche findet sich eine 7″ und in der rechten eine 12″ Platte. Die Vinylversionen sind auf 500 limitiert und teilen sich auf drei Farben auf.

Zur Musik

01. Introduction
02. Overcome
03. Eternal Torch
04. Voice of the Weak
05. Road less traveled
06. Golden Remedy
07. Fault in our stars
08. Interlude
09. Moral Decay
10. Price to pay
11. Left behind
12. Still dreaming

Das wohl Interessanteste ist die Musik und hier muss ich sagen, dass sich die Band ein weiteres Mal übertroffen hat! Sie ist noch ausgereifter, verspielter und gewagter als bei „We carry the heart“. So hören wir leichte Jazzklänge, nachdenklich ruhige Passagen, atmosphärischen Synthesizer und mehr Melodie als Härte, ohne dabei weichgespült zu klingen. Man muss es wohl hören, um zu begreifen, was ich meine.

Die Texte stammen, bis auf Road less traveled, alle vom Sänger und sind inhaltlich eher einfach und nicht so direkt, wie auf dem Vorgängeralbum. Hier kann man einiges hinein interpretieren, was womöglich auch so gewollt ist. Aber mir persönlich ist die Musik von Moshpit viel wichtiger als die Texte.

Besonders bei dem Titel „Fault in our stars“ sind die Synthi- und Jazzelemente am ausgeprägtesten. Am rockigsten klingt das Lied „Road less traveled“, was mir so auch ganz gut gefällt.

Zum DigiPak-Bonus

13. Phoenix (Acoustic Version)
+ Eternal Torch (Video)

Wie bei Moshpit so üblich gibt es auch hier wieder ein Musikvideo als visuellen Bonus. Für das Titeillied „Eternal Torch“ wurde das wohl aufwendigste Musikvideo der 5er-Bande an drei Locations (Wiese, Bühne, Dresdens Altstadt) gedreht. Einfach nur genial. Das Bonuslied ist eine Neuinterpretation des Titels „Phoenix“ vom Vorgängeralbum – das wohl eingängigste Stück. Ich finde es gewagt, da es auch mal ruhige Klänge sind, die Koppánys Klarstimme begleiten. Er kann wirklich gut singen, das möchte ich nicht bestreiten, doch ein wenig mosern muss ich dennoch: ich finde, dass es bei den starken Wechseln von Tief zu Hoch noch Übung bedarf. Dies wird in den anderen Liedern durch die Musik besser kaschiert. Achtung: Das ist Nörgeln auf sehr hohem Niveau!

Mein Fazit

Im Vergleich zum Vorgänger fehlten mir auf Anhieb diese Ohrwürmer (Spirit of youth, Phoenix, We carry the heart) und auch die Breakdowns fielen hier ruhiger aus. Nach mehrmaligen Durchläufen kristallisierten sich dann aber doch richtig starke und eingängige Lieder heraus (Eternal Torch, Road less traveled, Fault in our stars). Danke an OPOS an dieser Stellen, auch für das Mitsenden des allerersten Moshpit-Albums, das mit den beiden Nachfolgern wenig gemein hat. Man hat sich eben nach dem Sängerwechsel auch grafisch anders gegeben und das spiegelte sich auch in der Musik wieder. Es wurde professioneller, ja geradezu mainstreamtauglich. Und so stufe ich die Texte dieses Albums auch ein: Massentauglicher! Musikalisch hat man hier deutlich gezeigt, dass man im Jahr 2017 angekommen ist. Ich bin sehr erfreut über die Weiterentwicklung der Band und begrüße das Einsetzen des Synthesizers sehr. Das Album ist von der Aufmachung und der Musik nahezu perfekt. Die fünf Jahre Wartezeit haben sich wirklich gelohnt.

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