Weisse Wölfe – In Resistentia Constans I & II

Weisse Wölfe – In Resistentia Constans I & II

 

Produzent/Label: Das Zeughaus / Das Zeughaus
Erscheinungsjahr: 2017 / 2017
Format: Album / Album
Lieder: 10 / 10
Gesamtspielzeit: 48:18 Minuten / 53:30 Minuten
Genre: Rechtsrock
Pressnummer: In resistentia constans 1 / In resistentia constans 2
Zusätzliche Informationen: Beide Alben erschienen als normale CDs im Jewelcase sowie im handnummerierten Ledercase, welche bei „In Resistentia Constans I“ auf 200 Stück und bei „In Resistentia Constans II“ auf 250 Stück limitiert waren. Zusätzlich gibt es vom zweiten Teil noch eine Jewelcase-Auflage mit Unterschrift von Schnack im Booklet.

Vorwort

20 Jahre Weisse Wölfe. 20 Jahre Rechtsrock aus dem Sauerland. Grund genug für Schnack und seinen Mannen dies gebührend zu feiern. Und wie könnte man das besser, als mit einem neuen Album? Richtig, mit zwei neuen Alben. Und so erblickten dieses Jahr „In Resistentia Constans I & II“, was übersetzt „In konstantem Widerstand“ heißt, das Licht der Welt. Das es ein Doppelalbum wird, war spätestens dann jedem klar, als man die römische Ziffer „1“ auf der ersten CD lesen konnte. Warum man aber kein Doppelalbum in einer CD machte, ist mir nicht klar, der erste Teil erschien im Frühjahr, der zweite im frühen Herbst. Böse Zungen werden vielleicht mit dem Gedanken spielen, dies sei eine gute Möglichkeit, doppelt zu kassieren. Ich finde es jedoch absolut legitim und beide Alben sind in meinen Augen auch jeden Cent wert. Zwei mal 10 Titel erwarten den Wölfe-Fan hier, wobei sich das Intro logischerweise auf der ersten CD befindet und das Outro auf der zweiten CD. 

Die Wölfe haben einen langen musikalischen Weg hinter sich, vom bösen Debüt, welches hier nicht genannt werden darf, etliche Voll-Alben sowie Schnacks Nebenprojekte „Wölfe Solo“ und „der böhse Wolf“ (der Mann hat einen ziemlichen Faible für Wölfe hab ich den Eindruck) sind wir nun bei den hier vorliegenden Alben angekommen und ich bin der Meinung, die Jungs haben auch mal eine Rezension auf der Punikoff-Seite verdient 🙂

Aufmachung

Die Aufmachung beider Alben ist sehr schlicht und ähnlich gehalten. Der erste Teil kommt in einer Art Holzoptik daher, während der zweite Teil an eine Ziegelmauer erinnert. Beide Alben ziert das selbe Cover mit dem Wolfskopf in einer Art Wappen und der Banderole mit dem jeweiligen Albumnamen, welche sich nur durch die Holz- beziehungsweise Steinoptik unterscheiden. Die Booklets enthalten jeweils nur die Songtexte und auf der letzten Seite des ersten Booklets stehen ein paar Grußworte an Freunde, Bands und Kameraden, die in den 20 Jahren treu an der Seite der Wölfe standen, die Bühne mit ihnen teilten und so manche wilde Nacht mit ihnen durchlebt haben. Das Booklet des zweiten Teils enthält im Hintergrund dann auch ein paar Bilder, bei denen es sich aber eher um politische Motive handelt, auch hier ist nichts über die Band selbst zu finden. Auf der Rückseite der Einlegers stehen jeweils eine einfache Titelliste mit dem Logo vom Zeughaus sowie der Internetseite und einem Hinweis zum Facebook-Blog von BlackElite. Die Leder-Editionen sind eigentlich genau gleich, außer, dass sie in schlichtem Sandfarbton (Teil 1) einfachem schwarzen Farbton (Teil 2) aufwarten.

 

Im Großen und Ganzen finde ich die Aufmachung für ein 20-jähriges Jubiläum sehr langweilig, Fotos und Bilder fehlen gänzlich und man erfährt eigentlich gar nichts über die Geschichte der Band. Schade, hier wäre definitiv einiges rauszuholen gewesen. Ob das so gewollt ist oder ob man hier lieblose Arbeit abgeliefert hat, darüber muss sich jeder selbst ein Urteil bilden. Von mir bekommt die Aufmachung leider kein Lob, waren doch die älteren Alben grafisch recht unterhaltsam gestaltet.

Musik

In Resistentia Constans I

01. Intro
02. Eures Glückes Schmied
03. Völkerwanderung
04. Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen
05. Warum
06. Hearts full of fire
07. Die Wahrheit
08. Buntes Treiben
09. Gegenwind
10. Vogelfrei

Das erste Album startet mit einem recht starken Intro, welches auch gleich die musikalische Richtung vorgibt. Melodischer Rechtsrock mit schönen Solos und einem sehr starken Schlagzeug. Das zieht sich auch durch alle Titel. Die Musik ist sehr sauber und liefert keine Ausfälle. Mir gefällt es sehr gut, das langjährige musikalische Schaffen merkt man der Band richtig gut an. Genau so muss sich ein ordentliches Studio-Album anhören. Hinzu kommt Schnacks unverkennliche Röhre, die ganz klar das Erkennungsmerkmal der Band ist. Textlich geht man in die Richtung der Durchhalteparolen, staatlicher Repressionen, Ignoranz der breiten Masse sowie der Linie, der man bis an sein Lebensende treu bleibt. Typisch Wölfe halt 😉 Mit „Völkerwanderung“ wird auch eine klare politische Aussage getroffen, die die heutige Zeit in einem Wort sehr gut beschreibt.

Das erste Album gefällt mir schon mal sehr gut, obwohl musikalisch das Rad nicht neu erfunden wird und die Titel eine ähnliche Struktur haben. Dazu aber im Fazit mehr.

In Resistentia Constans II

01. Die Satire darf alles
02. Das ist eure Freiheit
03. Fremd im eigenen Land
04. Thron aus Lügen
05. Glückliche Sklaven
06. Wir bleiben, wie wir sind
07. Mit dem Teufel an der Hand
08. Geisteskrank
09. Das Westfalenlied
10. Outro

Das zweite Album setzt musikalisch dort an, wo das erste aufgehört hat. Saubere Rockmusik, bissige Texte. Allerdings hätte ich mir hier etwas Abwechslung gewünscht, vielleicht auch eine Art Konzept-Album oder etwas Experimentelles. Man geht hier seinen Weg, aber die Wölfe haben doch auch in der Vergangenheit bewiesen, dass sie zu mehr fähig sind.

Diesmal prangert man textlich mehr soziale Missstände an. Dass die Satire alles darf, Konsum die Menschen zu glücklichen Sklaven macht und antideutsche Denkweisen geisteskrank sind; sind zwar kein neues Thema, aber gewisse Dinge kann man schließlich nicht oft genug sagen. Eine kleine Ausnahme bietet hier allerdings das Westfalenlied, welches doch etwas frohe Stimmung verbreitet und ein Bekenntnis zur Heimat ist.

Und ein weiteres Mal muss man vor dem Schlagzeuger den Hut ziehen. Der Mann hat Rhythmus im Blut 😉

Fazit

20 Jahre Weisse Wölfe. Und die Jungs blieben ihrer Linie wirklich treu. So viele kritische Stimmen ich aus den eigenen Reihen über diese Band höre, soviel Lob gibt es allerdings auch. Die Band spaltet die Hörerschaft, was aber keinesfalls schlecht sein muss, schließlich hat jeder seine Favoriten und es wäre ja auch langweilig, wenn alles gleich wäre und alle das gleiche hören würden. Ich persönlich höre die Jungs aus dem Sauerland gerne und habe mich sehr über die zwei vorliegenden CDs gefreut. Musikalisch geht man, wie es das Zeughaus schon schrieb „straight seinen Weg“ und hat sich über die Jahre vor allem qualitativ gesteigert. Eine saubere Arbeit wurde hier abgelegt und ich denke, jeder sollte mal ein Ohr riskieren. Leider lässt die Aufmachung für ein Jubiläum zu wünschen übrig und warum man zwei separate Alben gemacht hat, erschließt sich mir auch nicht ganz. Ein Doppelalbum mit dickem Booklet und viel fürs Auge wären zum Geburtstag doch angemessener gewesen.

Das erste Album finde ich persönlich etwas stärker als das zweite und wer sich immer noch nicht sicher ist, sollte zuerst in den ersten Teil rein hören. Für ein Platz auf dem Treppchen wird es zwar nicht reichen, dazu fehlt ein wenig Abwechslung im Gesamtbild. Album Nummer zwei unterscheidet sich wenig vom ersten und die Wölfe hätten hier ruhig etwas experimentieren können. Hymnen wie „Wir können gar nicht singen“ oder „Helge der Hetzer“ gaben den damaligen Alben etwas Pepp, auch hier hätte ich mir den ein oder anderen Schmunzler gewünscht. Bei mir werden sie dennoch einige Runden im CD-Spieler laufen.

Am Ende bleibt nur zu sagen: Repressionen und Hetze konnten Schnack und seine Mannen nicht stoppen und so hoffen wir, dass sie auch in Zukunft wie ein Fels in der Brandung stehen werden 😉

Meine Anspieltipps lauten:

  • Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen

  • Hearts full of fire

  • Das ist eure Freiheit

  • Das Westfalenlied

Punikoff dankt Arvid für diese Besprechung!

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