Act of Violence – Alte Liebe rostet nicht

Act of Violence – Alte Liebe rostet nicht

Produzent/Label: Freiheitsrock
Erscheinungsjahr: 2017
Format: Album / USB-Stick
Lieder: 14
Gesamtspielzeit: 47:23 Minuten / 108 MB
Genre: Deutschrock
Pressnummer: www.freiheitsrock.net FR02
Zusätzliche Informationen: Die CD gibt es auch in einer großen Pappbox mit Aufkleber, Kalender, Autoerfrischer und Holz-USB-Stick; limitiert auf 500 Stück.

Lange habe ich das neue Album von Act of Violence herbei gesehnt und mir die Durststrecke mit der [sub’sist] versüßt. Das Ergebnis ist überwältigend! Die Arbeiten dauerten auch rund ein Jahr und wir wurden wieder mit Studiotagebüchern über den aktuellen Stand informiert.

Zur Aufmachung

Und wieder einmal beweisen Mudhater Design, dass sie sich mit Gestaltung sehr gut auskennen. Die Vorderseite ziert ein schwarz-weiß Foto eines deutschen Soldaten, der zwei begeisterte Kinder auf ein Motorrad gesetzt hat. Das Foto ist grob ausgeschnitten und liegt auf einem dreckig-roten Hintergrund. Dazu ein neuer „Act of Violence“-Schriftzug und abermals ein neues Logo. Eben diese Form des groben Ausschneidens von s/w Bildern und rotem Hintergrund zieht sich durch die gesamte Gestaltung und bildet ein homogenes Gesamtbild. Außerdem finden sich alle Texte zum Mitsingen im Beiheft und ein paar Infos. Sehr schön.

Die beidseitig bedruckte Pappbox enthält neben der normalen CD einen separat verpackten USB-Stick (16 GB) aus Holz, in dem das neue Logo der Band eingraviert ist. Auf ihm sind alle Tonspuren mit Beiheft, Bilder, der beiligende Kalender und drei verschiedene Desktop-Hintergründe enthalten. Das beiliegende Duftdreieck in der Duftnote Obersalzberg verleiht der Box einen frischen Alpenduft. Und zu guter letzt noch ein Aufkleber 😉

Zur Musik

01. Intro
02. Frei statt bunt
03. Alte Liebe rostet nicht
04. Wie ein kühner Adler
05. Ein Weg entsteht
06. Echt extrem *
07. Hast du es je gewagt?
08. Stand tall **
09. Verdammt ich lieb‘ dich ***
10. Der Freiheit eine Gasse
11. Alsterstaat ****
12. Diesmal nicht
13. Radikaldemokraten
14. Tag der Erhebung

* 08/15, ** White Wolf, *** Matthias Reim, **** Monsters of Liedermaching

Der wichtigste Punkt ist natürlich die Musik und die hat es echt in sich. War das letzte Album doch schon professionell, betritt man hier neue Pfade und präsentiert uns modernen und melodischen Deutschrock mit Whooohooo-Gesängen, abgedämpfter Gitarre, sehr präsenten Lead-Melodien und auch mal ruhigerem Gesang. Hier hat tatsächlich eine positive Weiterentwicklung stattgefunden. Zeit zum Erholen in Form einer Ballade gibt es nicht, da die Band auch ein durchgängiges Album angestrebt hatte.

Auch handelt es sich nicht um eine offen erkennbare, typische RAC-Platte, vielmehr werden die Botschaften zwischen den Zeilen versteckt oder nur angedeutet, also alles sehr gediegen. Was offensichtlich ist, das ist die Systemkritik, die Freiheit und – das soll auch gar nicht weich klingen – die Liebe. Ja, das Album ist durchgezogen von einem roten Band der Liebe, wie der Name schon sagt. Das spiegelt sich auch in den Coverversionen wider.

Als einprägsamstes Lied hat sich bei mir der Opener „Frei statt bunt“ entpuppt, der am Ende auch eine kleine Spitze besitzt, wie sie für AoV typisch ist 😉 „Diesmal nicht“ verbuche ich als kleines Spaßlied, während der Rest sich hauptsächlich mit ernsteren Themen beschäftigt, dabei keineswegs trocken wirkt, sondern mitreißt.

Nun komme ich zu den Coverversionen. Als ich auf der Titelliste „Echt extrem“ von 08/15 erblickte, schwante mir nichts Gutes, denn das Lied müsste doch längst ausgelutscht sein – großer Irrtum. Es wurde nicht nachgespielt, sondern in die Spielart dieses Albums übernommen. Wahnsinn! Ebenso verhält es sich mit dem Matthias Reim Klassiker „Verdammt, ich lieb dich“ – leider ohne den „Radikahl-Part“ 😦 Das einzig englische Lied stammt ursprünglich von einem bösen Sampler von der Band White Wolf und hat ein modernes Gewand durchaus verdient. Auf YouTube finde ich leider nur eine Live-Akustik-Version von Monsters of Liedermachings „Alsterstaat“ und kann somit nur vermuten, dass AoV dem Lied ein Rockgewand strickten. Von diesen vier Liedern, die stressigste und für mich musikalisch langweiligste Nummer.

 

Mein Fazit

Ich bin absolut begeistert von diesem Album und ich hatte auch schon mit einer solchen Wucht gerechnet. Die Jungs haben sich musikalisch weiter entwickelt und einen neuen Klang für sich gefunden. Sehr hochwertig! Für mich eine der besten Produktionen in diesem Jahr.

Offensichtlich sind fünf Jahre eine ausreichende Reifezeit für eine hochwertige Produktion, denn das letzte Album von AoV kam im Jahr 2012 heraus – ebenso wie Moshpit übrigens 😉

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13 Gedanken zu “Act of Violence – Alte Liebe rostet nicht

  1. Pingback: CD Besprechung: Act of Violence – Alte Liebe rostet nicht – Freiheitsrock

  2. Moin moin,

    Also die Hörprobe, klingt verdammt gut und hoch professionell, keine Frage, aber muss man ständig irgendwelchen überteuerten Mist auf den Markt schmeißen, den man sowieso nicht braucht? Das ganze rudert meiner Meinung in den letzten Jahren ganz schön aus. Ich bin selbst leidenschaftlicher Sammler von Cds und Platten, doch was hier abgezogen wird, ist schon mehr als Mainstream.
    Knapp 30€ für nen Duftbaum, Kalender, ect???
    Oder 15€ Aufpreis, für eine Blechdose???
    Wohin soll das noch führen? Wir prangern ständig das sinnlose Konsumverhalten der blinden Masse an, aber sind kein deut besser!
    Darüber sollte man sich mal Gedanken machen.
    MfG

    • Gäbe es einen Dankeknopf, würde ich ihn definitiv bei Devilseye´s Beitrag drücken.
      Ich muss ihm voll und ganz Recht geben.
      Mittlerweile erscheint fast jede Scheibe zusätzlich als limitiertes Digipak, Blechbox, Lederedition etc.
      Das Sammeln besonderer Editionen ist einfach nichts besonderes mehr, weil es zu einem Standardprocedere verkommen ist.

      • Da stimme ich euch beiden absolut zu. Es nimmt Überhand und wirkt schon fast normal, als dass es als etwas Besonderes erkannt wird. Ein Trend, der in den letzten Jahren stark zugenommen hat – ebenso wie der LP-Wahnsinn.

    • Ob man es braucht? Gute Frage. Zum Glück wird man ja nicht gezwungen, die Spezialauflage zu kaufen.

      Überteuert? Zieht man mal den Preis der CD ab, den Preis für einen 16GB USB Stick mit Gravur und den für den Kalender, dann ist das Geld schon aufgebraucht. Kann man doch froh sein, dass immerhin noch ein paar gimmicks in einer schönen Box verpackt geliefert werden. Hätte auch locker fünf Euro mehr bezahlt und wäre mit Preis/Leistung trotzdem zufrieden gewesen.

  3. Mega starke cd. Um es mal neudeutsch zu sagen. Bin von vorne bis hinten begeistert.
    Beste Grüße Andi von der Randgruppe Deutsch

  4. Durchaus ein schönes Album, auch wenn es mir persönlich etwas an „Dauerbrennern“ fehlt.
    Ich möchte aber mal positiv erwähnen, dass auf diesem Album relativ viel und vor allem glaubhaft von Liebe gesungen wird. Mir persönlich gefällt das sehr gut, einfach weil man „uns“ nur allzu gerne Hass nachsagt und dieses Album einfach sehr „positiv“ daherkommt.

  5. Also AoV höre ich immer wieder gerne.
    Aber ein Duftbaum?
    Ich will ja niemanden vorschreiben was er mit seinem Geld macht. Trotzdem sollte jeder mal ein bisschen in sich gehen und überlegen was solche Aktionen uns bringen.
    Alles sehr „Mainstream“…
    Man sollte eher etwas drauf hauen was als Spende für inhaftierte Kameraden, unterstützenswerte Projekte o.ä.gedacht wäre.
    1-3€ auf eine CD, das würde schon was bringen. Da würde man auch sehen, wie viele dafür auch bereit sind…

  6. Kann dem nichts mehr hinzufügen,richtig gutes Album! Die erste CD aus diesem Jahr die mich sofort begeistert ohne dass ich mich erst reinhören muss! Bis jetzt mein klarer Favorit dieses Jahr

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