Die Söhne Potsdams V – 16 Jahre musikalische Freundschaft

Die Söhne Potsdams V – 16 Jahre musikalische Freundschaft

Produzent/Label: PC Records
Erscheinungsjahr: 2017
Format: Split
Lieder: 11
Gesamtspielzeit: 40:31 Minuten
Genre: Rechtsrock
Pressnummer: PC163 www.pc-records.com

Vorwort

Es freut mich immer wieder, wenn eine erfolgreiche, musikalische Serie, welche es schon seit einer ganzen Weile gibt, aufrechterhalten wird. 2015 überraschte uns das Zeughaus mit einem neuen Ableger der beliebten „Hass schürender Lärm“-Reihe, dieses Jahr, im frühen Sommer, war es dann endlich Zeit für einen neuen Teil der „Söhne Potsdams“. Auf dem mittlerweile 5. Album der Potsdamer Recken geben sich Handstreich, einst Cynic, und Uwocaust die Ehre und holen erneut zum Rundumschlag gegen das System aus. Entstanden ist die Serie mit Cynic und Redrum, ab dem 2. Teil gesellte sich dann Bloodshed dazu und Uwocaust wurde zum festen Bestandteil dieser Split-Alben. Dabei beteiligte er sich abwechselnd mit den Bands Bloodshed oder Uwocaust & alte Freunde. Da es diese Bands leider nicht mehr gibt, steht Uwocaust, mit der musikalischen Unterstützung von Handstreich, alleine seinen Mann und so wird die Tradition in Form einer Split-CD weiter geführt.16 Jahre musikalische Freundschaft. Möge diese Freundschaft noch lange währen.

Aufmachung

Auf dem Cover sehen wir eine Art goldenen Blätter-Kranz mit einer Krone und einem Banner, auf welchem der Name der CD „Die Söhne Potsdams“ in Frakturschrift zu lesen ist. Darunter ein großes „V“, die römische 5. Innerhalb dieses Kranzes stehen William von Handstreich, dessen Gesicht unkenntlich gemacht wurde, sowie Uwocaust vor einer Potsdamer Allee, dem typischen Merkmal der einst preußischen Stadt. Das Ganze mutet sehr königlich und edel an und soll den adligen Stand der Stadt Potsdam und seiner Geschichte untermalen. Wie eine Art Graffiti ist auf der linken Seite des Covers in vielen verschiedenen Schriftarten der Name der Band Handstreich zu lesen, während auf der rechten Seite in selber Form Uwocaust steht. Darunter ist in einfacher, umrandeter Schrift der Titel des Albums „16 Jahre musikalische Freundschaft“ zu lesen. Dieses Gesamtbild wurde auch auf die CD gepresst.

Die Seiten des Booklets, welche die Liedtexte enthalten, sind in einer Art künstlerischem Stil gehalten, wie eine Art Ölgemälde. Dazu sind im Hintergrund Bilder des einstigen Potsdams, dem alten Fritz oder dem brandenburger Adler zu sehen. Des weiteren gibt es Fotos der Sänger, wahrscheinlich bei den Aufnahmen der Titel, sowie ein Bild eines kameradschaftlichen Handschlages zwischen William und Uwocaust zu sehen. Auf der letzten Seite haben wir die Auflistung der Künstler sowie Danksagungen an Kameraden, Bands und Labels.

Auf der Rückseite sehen wir noch einmal die Titelliste, sowie ein Abbild König Friedrichs und dem Logo von PC-Records.

Alles in allem wirkt das optische Erscheinungsbild auf mich sehr edel. Man lässt die Geschichte Potsdams noch einmal aufleben und möchte die modernen Elemente der Musiker einfließen lassen. Für mich ist die optische Aufmachung sehr gelungen und reiht sich wunderbar in dieses Gesamtwerk ein.

Die CD erschien in einem einfachen Jewel-Case, es gab kein Digipack und auch keine andere Spezial-Edition, wie Holz- oder Blechboxen. Finde ich persönlich absolut in Ordnung, da die CD sich selbst nicht als Meilenstein suggeriert, sondern sich in diesem einfachen Gewand ehrlich als das präsentiert, was sie ist. Schließlich steht die Musik und die Botschaft im Vordergrund, nicht die Vermarktung 😉

Titelliste

         Handstreich

  1. Potsdam vereint *

  2. Nicht zu ertragen

  3. Der Blick zurück **

  4. Der Heimat treu

  5. Wahnsinn ***

    Handstreich und Uwocaust

  6. U.B.P.

    Uwocaust

  7. Meine Pflicht ****

  8. Es gibt nur eine Lösung

  9. Stress auf Anfrage *****

  10. Was am Ende bleibt

  11. Potsdam

* Unbending Bootboys, ** Agnar, *** Bloodshed, ****Handstreich, ***** White Noise

Zur Musik

01. Potsdam vereint
Musik von: Unbending Bootboys

Den Einspieler bestreitet man vereint, wie der Titel es schon ankündigt. Dabei legen Handstreich eine sehr gute musikalische Eröffnung hin, man hört sofort die typischen Gitarren-Riffs, die die Band auszeichnen. Beim Singen der Strophen wechseln sich Uwocaust und William ab, während man den Refrain gemeinsam singt. Inhaltlich zeigt man, wo man steht, nämlich zu der Stadt, seiner Geschichte und zur gegenseitigen Freundschaft entgegen allen, denen man ein Dorn im Auge ist.

Potsdam vereint fürs Vaterland,
weißer arischer Widerstand!

02. Nicht zu ertragen

Nun legen Handstreich solo los. Und das machen sie sehr gut. Musikalisch bleibt man dem letzten Vollalbum „Kein Nationalstolz ist auch keine Lösung“ treu. Während es aber dort bei mir irgendwie nicht im Ohr bleiben wollte, ist diese Nummer sehr gelungen. Der etwas punkige Rockstil hat seinen eigenen Charme, doch irgendwie ist er auf dem hier vorliegenden Werk etwas härter und das gefällt mir. Das Lied Titel ist eine klare Kampfansage an alle Heuchler und Lügner und so hart der Wind auch weht, Handstreich bleiben ihrer Linie treu.

Outet mich der ganzen Welt – Ich bleibe wie ich bin
Auch wenn ihr Lügen erzählt – Ich bleibe wie ich bin
Wenn ihr mich auch denunziert – Ich bleibe wie ich bin
Und mich feige attackiert – Ich bleibe wie ich bin

03. Der Blick zurück
Im Original von: Agnar

Hier haben wir etwas doch recht besonderes, nämlich ein Cover eines älteren Klassikers. Das Original stammt von Agnar aus dem Jahr 2004 und ist doch eher eine mystische Rockballade, die durch eine kräftige melodische Stimme ausgezeichnet wurde. Dieses Lied wird jetzt hier von Handstreich neu aufgelegt und meine ersten Gedanken waren „Oh oh, ob das gut geht?“. Nun muss ich ehrlich eingestehen, dass ich Handstreich ein derartiges Cover nicht zugetraut hätte, was aber daran liegt, dass der Stil der Band kaum mit der Agnars zu vergleichen ist. Herausgekommen ist aber ein doch sehr schönes Tribut, das ans Original zwar nicht heran kommt, sich aber trotzdem sehr gut anhört. William gibt sich sehr viel Mühe, den Text melodisch zu verpacken, das musikalische Gewand ist aber doch recht schnell und hart gehalten. Die Thematik dieses Titels ist jedoch aktueller denn je, denn der Blick zurück soll jedem Nationalisten zeigen, dass der politische Kampf harte Arbeit ist. Wer politisch aktiv ist, muss mit Sorgen und Nöten kämpfen, die den bequemen Bürger, der nur für sich selbst lebt, nun mal nicht betreffen. Jeder muss in seinem Leben auf ein Ziel hinarbeiten, denn eines Tages wird dieses harte Leben seine Früchte tragen.

Der Blick zurück er macht dir klar,
dass ein Leben ohne Ziel viel leichter war
Ist die Sorglosigkeit auch dahin,
heut weißt du ein leichtes Leben ist ein Leben ohne Sinn

04. Der Heimat treu

Der Name dieses Titels ist Programm. Man steht zur Heimat und alle sind dazu aufgerufen, es der Band gleichzutun. Wenn das Volk gemeinsam diesen Weg geht, dann ist der Umbruch auch zu schaffen. Musikalisch geht es im typischen Handstreich-Stil weiter, rockig und schnell. Eine starke Botschaft, welche sich bei mir aber leider nicht zum Ohrwurm durchgerungen hat.

Es ist an der Zeit das ganze Volk aufzuwecken,
All jene die sich immer noch am Stammtisch verstecken.
Familie, Freundeskreis, jeder soll es hören,
sie sind im Begriff dieses Land zu zerstören.

05. Wahnsinn
Im Original von: Bloodshed

Kommen wir zu einem meiner absoluten Favoriten. Dem Cover-Stück eines Bloodshed-Titels, welcher auf „Asche zu Asche“ (PC Records, 2004) und „Die Söhne Potsdams III“ (PC Records, 2009) zu finden ist. Und der rockt gewaltig! Auch hier dachte ich anfangs, dass Handstreich und Bloodshed eigentlich vom Stil her sehr verschiedene Bands sind und das ein recht schwieriges Stück für die Jungs wird. Ich wurde jedoch absolut vom Gegenteil überzeugt. Die Jungs hauen einem den Titel so brachial um die Ohren, dass man eigentlich nur an der Stimme des Sängers erkennt, dass es nicht das Original ist. Die Gitarren und der Bass leisten hervorragende Arbeit und ich kann mich ehrlich gesagt nicht entscheiden, welche Version dieses Liedes mir jetzt besser gefällt 😉 und wenn ein Coverstück das schafft, wurde meiner Meinung nach alles richtig gemacht. Um es mit einem Wort zu beschreiben: WAHNSINN!

Der Inhalt, der hier besungen wird, handelt, wie der Name schon sagt, vom alltäglichen Wahnsinn, den Nationalisten sich gefallen lassen müssen, wenn sie unter die Gesellschaft treten. Von Pöbeleien bis hin zur gewalttätigen Übergriffen, sodass einem dann auch mal der Kragen platzt. Man gerät außer Kontrolle!

Du spürst den Blick im Nacken, du drehst dich um
und der Typ am Tresen glotzt noch immer ganz dumm,
du gehst rüber zu ihm, fragst nach seinem Problem,
er sagt „Nazischwein, lass uns nach draußen gehen“!

06. U.B.P.

Der folgende Titel ist kein vollwertiges Lied in dem Sinne, sondern eher eine Art melodiöse Überleitung, wie man es aus Fernsehen und Theater kennt. U.B.P. – Umbaupause. Finde ich eigentlich ganz witzig 🙂

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir befinden uns in der Umbaupause.
Bitte haben sie einen kleinen Moment Geduld.

07. Meine Pflicht
Im Original von: Handstreich

Und damit übernimmt Uwocaust das Zepter, beziehungsweise das Mikrofon, während Handstreich weiterhin die Instrumente spielt. Der Stil bleibt dabei ähnlich den vorangegangenen Liedern, während Uwes markante Stimme in altbekannter Wut die Texte vorträgt. Der Titel gefällt mir ausgesprochen gut und weiß zu überzeugen. Uwe schwelgt dabei in Erinnerungen, wobei man ein bisschen an „Der Blick zurück“ anknüpfen könnte. Dabei schaut man optimistisch in die Zukunft und steht treu zur Sache, was wir von Uwe auch nicht anders erwarten würden.

Doch ich gebe nicht auf und ich glaube fest daran,
dass ich in diesem Land noch etwas ändern kann.
Sieh mir in die Augen, sieh in mein Gesicht,
nennst du es auch aussichtslos, ich nenn es meine Pflicht

08. Es gibt nur eine Lösung

Der Einstieg in diesen Titel erinnert musikalisch stark an Uwes vergangene Bands, ja fast sogar ein wenig an Bloodshed, einschließlich seinem „Uuuuuuhhhh“ :-D. Nachdem er anfängt zu singen, hört es sich dann fast ein wenig nach RAConquista an. Das finde ich sehr gut, der Titel hat eine harte Gangart. Starke Gitarren und Bässe begleiten ihn bei seinem Versuch, der in einer Art aufklärendem Dialog mit dem Hörer daherkommt, ihm vom Verfall der Traditionen und der Umstrukturierung des Volkes zu überzeugen. Gleichzeitig bietet er ihm die einzige Lösung an, nämlich ein Teil des Widerstandes zu werden. Auch hier überzeugt mich Uwe auf ganzer Linie und beweist, dass ihm Musik einfach im Blut liegt.

Kannst du wie ich das Übel sehen – Es kommt die Zeit
Lass uns gemeinsam widerstehen – Es kommt die Zeit
Wir müssen streiten unverzagt – Es kommt die Zeit
Es kann nicht siegen, wer nichts wagt – Wir sind bereit

09. Stress auf Anfrage

Eröffnet wird hier mit einer Art Moderator, der erklärt, dass wir in der Nacht in Potsdam auf eine autonome linke Gruppe treffen. Und schon setzen die Instrumente ein. Das Lied versteht sich als Warnung an alle, die meinen, jemanden wegen seiner politischen Einstellung zu provozieren oder anzustressen. Ansonsten wird das dementsprechende Folgen haben. Dabei ergreift man hauptsächlich Partei für Skinheads, explizit für „Nazi-Skins“. Der Titel hat mir leider nicht so gut gefallen, einmal des Textes wegen, was daran liegt, dass sich wahrscheinlich nicht jeder mit der Skinhead-Szene assoziiert und auch die Melodie ist sehr monoton gehalten.

Die Fahne bunt, die Leute auch,
ein dummes Pack, das keiner braucht,
sie schreien stets nur „Nazis raus“
mein kleiner Rat an jede Laus:
Stress lieber nicht die „Nazi-Skins“!

10. Was am Ende bleibt
Musik: White Noise

Jetzt kommt eine sehr geile Rock-Nummer, die sich im ersten Moment ein wenig nach Motörhead oder ähnlichen Vertretern des Hardrock anhört. Uwe eröffnet mit den Worten „Oh-Yeah“, die dem Lied eine feine Prise Sarkasmus verpassen, bevor man ungehemmt die aufs Korn nimmt, die der Meinung sind, etwas Großes darzustellen, in Wirklichkeit aber ganz kleine Lichter sind. Am Ende bleibt ein Leben ohne Wert, was diese Leute aber meistens erst zu spät merken, bis ihnen die Realität (oder jemand anderes) in die Fresse schlägt. Das Gitarren-Spiel in den einzelnen Strophen ist eine Klasse für sich, während man im Refrain ganz klar den Stil von Handstreich zu hören bekommt. Davon würde ich gerne mehr hören, vielleicht wird mein Wunsch ja erhört 😉

Die Tarnklamotten nagelneu, die Stiefel hoch geschnürt,
er wär‘ so gerne ein Soldat, der dann zum Helden wird.
Er war auch schon in mancher Schlacht der totale Sieger,
doch man wird durch Videospiele sicher nicht zum Krieger!

11. Potsdam

Zum Abschluss bekommen wir noch mal ein Gemeinschaftslied von Handstreich und Uwocaust spendiert, und was für eines! Hardrocklastig, wie auch der Vorgänger, aber schneller gespielt, werden hier die Missstände in Potsdam angeprangert, welche von korrupten Polizisten über Mörder bis zu linkem Pöbel reichen. Trotzdem steht man treu hinter seiner Heimatstadt, komme was wolle. Es ist quasi eine anfänglich negative Vorstellung der Stadt, der gegen Ende aber ihre positive Geschichte entgegengestellt wird. Ein Diamant, der durch Verschmutzung seinen Glanz verloren hat. Hoffen wir, dass er eines Tages wieder strahlen wird 😉 positiv hervorzuheben ist das ausgezeichnete Gitarren-Solo in der zweiten Hälfte dieses Liedes. Wollen wir mal sehen, ob Handstreich es in Zukunft noch öfter einsetzen wird.

Doch wir sind deine Söhne, du bist unser Leben
und wir sind niemals bereit, dich je preiszugeben!
Und steigt der rote Adler hoch, hinauf zum Firmament
hat auch dein größer Feind erkannt, dein altes Feuer brennt!

Mein Fazit

Nach dem doch recht durchschnittlichen Album von Handstreich aus dem letzten Jahr und der, für mein Empfinden, eher schlechten Veröffentlichung von Aryan Brotherhood im Frühjahr, habe ich bei dieser Split eigentlich gar nicht so viel erwartet. Dementsprechend wurde ich aber sehr positiv überrascht. Das hier vorliegende Album gefällt mir sehr gut, alle beteiligten legen viel Herzblut in die Sache und heraus gekommen ist ein solides Werk, welches noch öfter Runden in meinem CD-Spieler drehen wird. Es macht einfach Lust auf mehr bei den Jungs. Zwar wird das Rad in Sachen Musik nicht neu erfunden und auch die Texte sind alle irgendwie schon mal dagewesen (nein, damit meine ich jetzt nicht die Cover-Stücke :-D), doch steht man zu dem, was man ist und zu seiner Stadt, der hier ein würdiges Denkmal gesetzt wurde. Die musikalische Freundschaft zwischen Handstreich und Uwocaust ist eine gute Grundlage für schnellen Rock und bissige Texte und ich hoffe, dass die Jungs sich auch in Zukunft noch für die ein oder andere Scheibe zusammensetzen. Gerne auch wieder für eine Söhne Potsdams 😉 Ich spreche eine klare Kaufempfehlung für Freunde kräftiger, politischer Rockmusik aus, da diese CD definitiv ihre Daseinsberechtigung hat. In Noten wäre es für mich eine verdiente 2. So bleibt nur zu sagen: Die Festung Potsdam hält stand!

Meine persönlichen Lieblingstitel sind:

  • Potsdam vereint

  • Wahnsinn

  • Was am Ende bleibt

  • Potsdam

Vielen Dank an meinen Ko-Autor Arvid, der hiermit seine zweite Besprechung abliefert!

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