Im Interview mit Blutlinie

Hier habe ich mich mit einem sehr angenehmen und gesprächigen Gesprächspartner getroffen. Viel Spaß beim Lesen.

Punikoff: Hallo Herr Blutlinie, schön dass du dir zu die Zeit nimmst für diese Fragerunde. In Themar sind wir uns am 15. Juli ja ständig über den Weg gelaufen. Da konnte ich mir schon ein positives Bild von dir machen. Die Leser kennen dich vermutlich aber noch nicht. Stell dich doch einmal vor. Woher kommst du, wie alt bist du?

Moin Puni,

danke für dein Interesse und die Möglichkeit, selber mal abseits von Liedern in Textform zu Wort kommen zu können. Etwas Witziges hatten unsere ganzen zufälligen Begegnungen bei dem mörderischen Gedränge in Themar tatsächlich.

Kommen wir zu deinen Fragen:

Ich stamme aus der holsteinischen Provinz, wie man in manchen Liedern zweifelsohne schon hören konnte. Habe jedoch mal hier, mal da gewohnt, bin dabei stets in der Nähe vom Wasser geblieben. Alt bin ich aktuell 23 Lenze, ändert sich auch wieder bald.

Wann hast du dich dazu entschlossen Musik zu machen und was waren deine ersten musikalischen Erfahrungen?

Wirklich „entschlossen“ eher weniger. War mehr ein stetiger Prozess. Als Bengel galt es im Musik-Unterricht mal, ein Lied auf dem Schlagzeug zu begleiten. Ärgerte mich furchtbar, den Takt und Rhythmus nicht halten zu können. Infolgedessen lernte ich Schlagzeug spielen, da war ich elf oder zwölf. Hatte irgendwann mein eigenes. Reichen tat mir dies allerdings nicht lange. Lernte bald schon Bass spielen, mit 14/15 auch noch E-Gitarre. An Singen versuchte ich mich immer simultan dazu. Klang die ersten Jahre ziemlich scheiße, später weniger scheiße, weiter später ging es sogar recht gut, haha.

Die ganzen Instrumente selber beherrschen war das Ziel, um auf niemand anderen angewiesen und mein eigener Herr in Bezug auf Musik zu sein. Ohne, dass mir wer wo reinschwafelt. Da zeichnete sich früh ’ne gewisse Sturheit ab. Erste musikalische Gehversuche startete ich mit 13 oder 14, da ging dann auch mein erstes richtiges Musikprojekt los. Ein Pagan Metal-Projekt, das es auch heute noch gibt. Wie das heißt, verrate ich allerdings nicht.

Was hat dich dazu bewegt, politische Musik zu machen?

Das kam ganz von alleine. Man setzt sich ja nicht einfach hin und sagt sich „So. Ich mach‘ jetzt das und das“. Schreiben tut man Musik doch deshalb, weil man etwas zu sagen hat, wozu und worüber auch immer. Ebenso singt man über Dinge, die einen beschäftigen, einen bewegen, einen belasten, einen im Leben antreiben… Da war es bloß die logische Konsequenz, auch über Politisches zu singen, je präsenter der riesige Scheißhaufen namens Alltag in der BRD im eigenen Leben wird.

Wann entstand Blutlinie und warum hast du dich für den Namen entschieden?

Das erste rockige Lied war ein spaßiger Abklatsch einer bekannten Kuschelrock-Nummer, nichts Ernstes. Nahm das zum Geburtstag eines Kumpels 2013 auf, um ihn zu überraschen. Nachdem ich enorm gute Rückmeldungen bekam – und mit meiner bisherigen Musik nicht optimal ausdrücken konnte, was mich alles anfraß – ging es eben in die nun bekannte Richtung. Wenn ich ein Jahr nennen müsste, in dem ich bewusst für das damals namenlose Projekt schrieb und aufnahm, wäre es wohl 2014. Und da bin ich – moin.

Wie würdest du deine Musik und Lyrik einem Unwissenden beschreiben?

Einem Unwissenden in Form eines unpolitischen oder nach Ansicht anderer konträr zu mir ausgerichteten Menschen würde ich wohl genau das sagen, was ich jedem sage, und wie es letztendlich auch ist:
Ich spiele deutschsprachigen Rock, in dem ich über all das singe, was mich an der Gesellschaft, den Regierenden, diesem Land, der Welt, der Menschheit an sich, aber auch mal bloß am Alltag ankotzt; in dem ich versuche, andere Wege oder Lösungen aufzuzeigen; in dem ich allerdings auch über die schönen Dinge im Leben singe. Das Gefühl, in der Heimat zu sein oder dorthin zurückzukehren. Historische Themen, die vielen dank des einseitigen Geschichtsunterrichtes verborgen blieben, oder auch bloß was einem alles durch den Kopf geht.

Bist du außerhalb von Blutlinie noch woanders unterwegs?

Das bin ich. Tobe mich in diversen anderen Soloprojekten herum, weitgehend im Black Metal-Bereich. Da die (bis dato) existierenden Projekte jedoch alle unpolitisch sind und ebenso nicht (von anderen) politisiert wrden sollen, werde ich diese hier nicht nennen.

Mittlerweile hast du eine ganze Band um dich rum. Vorher war Blutlinie ein Ein-Mann-Projekt und du hast alles selber gemacht. Größten Respekt davor! Hat sich das nun auf das Liederschreiben (in Bezug auf Texte, Melodien und Innovation) ausgeübt und, wenn ja, in welchem Umfang?

Einen Einfluss auf die von mir geschriebenen Lieder hatte es nicht, hat es nicht und wird es im klassischen Sinn auch nicht haben, da es dann nicht mehr hundertprozentig meine Lieder wären. Was sich aber tatsächlich änderte ist, dass ich meinem Gitarrero, der auch auf dem RFI großen Anklang mit seinen Gesangsauftritten bei „Stahlkoloss“ und PHÖNIX fand, mehr Gesangszeit einräumen werde. Gerne auch eigene Lieder, solange sie zur restlichen Musik passen.

Ganze Band ist so leider nicht ganz richtig. Herr Übermensch unterstützte uns bloß für das Rock für Identität am Schlagzeug. Wir sind weiterhin Schlagzeuger-los und werden also wie gehabt nur als Akustik-Duo auftreten. Es ist schlichtweg unmöglich, einen Trommler zu finden, der 1. trommeln kann, was er trommeln können soll, 2. ZEIT und MOTIVATION hat, 3. eigenständig lernen kann, 4. möglichst nicht Hunderte Kilometer entfernt wohnt, 5. aus der gleichen gedanklichen Ecke kommt, 6. nicht schon ein Dutzend Bands hat und vor allem 7. überhaupt Bock darauf hat. Mittlerweile habe ich auch schlichtweg keinen Bock mehr, mir den Arsch abzusuchen, da es einfach nur frustriert.

Komplette Band heißt auch, dass Live-Auftritten nun nichts mehr im Weg steht, wie am letzten Sonnabend – ebenfalls in Themar. Was sind deine Eindrücke gewesen, vor so einem großen Publikum (1050 Personen sollen es gewesen sein) zu spielen? Wie war es organisiert? Wie der Ablauf? Ich war selbst nicht da, darum erzähl‘ ruhig mal.

Der Auftritt hat mordsmäßig Laune gemacht. Hätte wirklich nicht gedacht, dass das ganze Zelt voll wird, teilweise voller als bei manch anderen alteingesessenen Kapellen. Das freut einen wahnsinnig und holte noch mehr aus uns raus, was man sicher auch merkte. Gerade ich hatte einen irren Spaß daran, die Leute anzuheizen in der Rolle des Sängers und rastlos über die Bühne zu streifen.

Es gab natürlich auch viele Kinderkrankheiten und ein paar Schnitzer, aber was soll’s. Das war unser erster Auftritt, manche Lieder konnten wir aufgrund interner Probleme nur ein Mal proben. Und dafür, dass wir recht weit gestaffelt wohnen, sind wir verdammt zufrieden mit dem Ergebnis!

Auf der kürzlich erschienenen Split-CD mit Übermensch wirken deine Lieder insgesamt viel wütender, als noch auf deinem Debüt. Den stärkeren Metal-Einfluss begrüße ich sehr. Wie kam es dazu?

Wie ich vorhin bereits anschnitt, singt man a.) über das, was einen beschäftigt und schreibt die Musik b.) so, wie man sich fühlt. Besonders in Bezug auf die Texte. Wie man unschwer rauslesen kann, hat Einiges enorm auf mir gelastet, das mit ruhigen oder normalen Rock-Nummern nicht auszudrücken gewesen wäre. Zukünftig wird es auch manchmal sehr brachial zugehen, auch lange und mit Text geradezu vollgestopfte Stücke wie „Mensch 3.0“, dessen Thematik aktueller nicht sein könnte, bleiben.

Wer viel zu sagen hat, der soll es auch bitte. Statt sich zuhause vor sich hin wütend einzugraben und dann aufzuregen, dass keiner rafft, weshalb man so eine Hasskappe vor sich hinträgt. Da ist es mir auch erstmal nicht so wichtig, dass vielleicht nicht so viele etwas mit der Musik anfangen konnten, wie beim Debüt.

Es geht in unserem nun einmal politisch aufgeladenen Musikbereich primär um die Inhalte. Ich denke, diese Inhalte habe ich mit meinen Mitteln bestmöglich in die Welt feuern können.

Wenn dabei eine Thrash/Metalcore-Nummer wie „Damals in Sudety“, ein beinahe todesmetallischer „Stahlkoloss“ oder auch ein reiner Core-Stampfer wie „Wie ein Gott…“ rauskommt, begrüße ich das.

Ich glaube, mit der Aussage werde ich mir wohl nicht viele Freunde machen, aber ich denke, wenn jemand stagniert und ohne jede Veränderung immer wieder ein und das selbe spielt – wie kann er dann Bote der Veränderungen sein, die er in seinen Texten fordert?

Wie kam es denn zu der Zusammenarbeit mit Übermensch? Wer kam da auf wen zu? Betrachtest du es als kleine Ehre, nach so kurzer Zeit schon mit so einer Größe auf einem Silberling verarbeitet zu sein? Da hat wohl jemand dein Potenzial erkannt und möchte dich fördern.

Wir kannten uns bereits von unserer Zusammenarbeit beim BL-Debüt. Wir kamen mehr oder weniger gleichzeitig, auf jeden Fall aber beide auf die Idee, eine Split zusammen zu starten. Nicht unter dem Gedanken, dass einer den anderen von oben herab fördern müsste oder so ein abgehobener Kram. Man versteht sich gut und ist sich trotz einiger verschiedener Ansichten bei bestimmten Dingen in vielen Punkten grün. Außerdem reden wir beide gerne einfach wahnsinnig viel, haha. Auch daher sehe ich das weniger als Ehre oder gar als „Ritterschlag“, wie es manch andere formulierten. Eher als logische Konsequenz. Man ist sich grün, musikalisch nicht allzu verschieden, hat ähnliche Herangehensweisen an bestimmte Dinge, ebenso ähnliche lyrische Ausrichtungen und unterscheidet sich dennoch genug voneinander – wieso also nicht?

Dein Debüt-Album „Tag der Abrechung“ (PC Records, 2016) schlug bei der Hörerschaft ganz schön ein – wie auch in unserer Redaktion. Jetzt interessiert mich aber, was DIR 2016 an nationaler Musik gefallen hat? (Lied, Album, Stilrichtung oder -bruch, Thema)

Da muss ich erstmal schauen, was alles in welchem Jahr rausgekommen ist… Verliere da leicht den Überblick, haha. Grundsätzlich finde ich es großartig, dass die Musikrichtung in den letzten Jahren sich sehr deutlich weg vom altbackenen „wir sind Skinheads blabla saufen blabla wir hauen denen und denen auf die Fresse blabla“-Unsinn bewegt. Nichts anderes brauchen wir – moderne politische und politisierte Musik, welchen Genres auch immer, die die anspricht und ansprechen kann, die bisher anders oder schlichtweg nicht dachten und zugleich jene aus unseren Reihen schult.

Präziser gefielen mir da wieder die typischen Leopold-Produktionen in Form von ÜBERZEUGUNGSTÄTER oder seinem PADDELBOOTORCHESTER inkl. PHÖNIX, die neuen Dinger von FAUST, die letzte SLEIPNIR… Der STAHLWERK-Langspieler ist auch eine gute Scheibe der alten Schule, ohne wirklich stumpf zu werden. Was „Stilbrüche“ im positiven Sinne betrifft, nenne ich da mal die CANDY DIVSION, auf der ja ordentlich rumexperimentiert wurde.

Und aus dem „alternativen“ Sektor?

Ich verstehe „alternativ“ einfach mal als „nicht national“ oder allzu metallisch?
Man, da habe ich gar keine Ahnung, was da nun wann rausgekommen ist… Ich sag’s mal anders. Gern gehört oder gekauft habe ich mir letztes Jahr MUMFORD & SONS, IMAGINE DRAGONS, LANA DEL REY, die zu der Zeit aktuelle KOLLEGAH, auch die letzten beiden ALLIGATOAH-CDs gingen mir gut ins Ohr. Besonders bei ALLIGATOAHs Stück „Musik ist keine Lösung“ könnten sich mal einige unserer Reihen eine Scheibe abschneiden. Ich sage nur „
Heute hebt das Festivalgesocks die Faust, aber morgen wachen sie in ihrer Kotze auf„…

Was hörst du privat am liebsten und zu welchem Lied gehst du aktuell im Auto ab?

Die Frage geht weiter, als du denkst, haha. Kann grundsätzlich wirklich fast jeder Musik etwas Positives abgewinnen, da ich es schade finde, sich künstlich einzuschränken und selbst auferlegten Dogmen getreu dem Motto „Nur diese Richtung ist das Wahre, alles Andere -kann- gar nicht gut sein!“ zu folgen.

Natürlich steht in meinem Musikregal überwiegend Kram aus den Richtungen Black, Death, Pagan Metal und Politrock, da ich nun mal gerade aus erstgenanntem Bereich stamme.

Zurzeit höre ich gerne wieder sehr viel alten Melodic Black/Melodic Death Metal der schwedischen Schule. Sprich EUCHARIST, ältere DARK TRANQUILLITY, AT THE GATES, DAWN, SACRAMENTUM, AMORPHIS, BE’LAKOR, SACRILEGE, WOLFHEART… Nationale Musik außenvor gelassen gehen Bands wie INSOMNIUM, WINDIR, alte IN FLAMES, AIRBOURNE, viel Post Black Metal-Kram, SUMMONING, AGRYPNIE, die gesamte Schwedentod-Ecke á la DISMEMBER, ENTOMBED und noch so viele mehr immer… Ach, wenn ich alles aufzählen muss, auch an Einflüssen in meiner Musik, schreibe ich morgen noch.

Wobei ich zurzeit auf der Arbeit oder sonstwo unwillkürlich ’ne Luftgitarre auspacken muss ist die „Slaughter of the Soul“ von AT THE GATES, die ich gerade wieder für mich entdecke und BOUND FOR GLORYs „Feed the Machine“.

Bist du auch eher der Meinung „Volksgemeinschaft statt Individualismus“ oder kann man das nicht irgendwie vereinen?

Mit der Frage beschäftige ich mich tatsächlich ziemlich oft. Kann eine Volksgemeinschaft, kann generell ein „Volk“ in dem Sinne überhaupt ohne Individualismus existieren?

Eine Antwort kann ich darauf nicht geben.


Für meinen Teil vertrete ich die Meinung, dass eine Volksgemeinschaft aus denkenden Individuen, Menschen mit voll ausgebildeten Persönlichkeiten bestehen muss, die wissen, was für sich und für die Gemeinschaft am besten ist. Dies geht nicht mit einer überlebensgroßen Masse biologischen Füllwerks, das ohne zu denken folgt. Wenn diese Millionen von einer starken Hand gelenkt werden, was sich viele wünschen, kann es natürlich gut laufen.


Macht korrumpiert jedoch. Und das nahezu ausnahmslos.

Führte jemand zu Beginn aus den edelsten Motiven heraus, kann immer noch alles den Bach runtergehen. Menschen sind die fehlerhafteste Lebensform und trotz all des gewaltigen Fortschrittes, den der Mensch zu verantworten hat, auch das größte Elend dieses Planeten. Das Schicksal von Millionen in ein einziges Paar Hände zu legen halte ich nicht nur für gefährlich, sondern für dumm. Die Vorstellung, jenes Schicksal in ein einziges Paar Hände gefahrlos legen zu -können- klingt zwar schön, ist durch den viel zu großen Fehlerfaktor Mensch leider ähnlich utopisch wie die von anderer Seite häufig propagierte Vorstellung eines Systems, in dem alle Menschen gleich gemacht und sich damit Friede Freude Eierkuchen-fröhlich mit arrangieren würden.

Dies ist jedoch nicht möglich durch die ultimative Vernichtung des menschlichen Triebes und Strebens nach Freiheit und Identität, nämlich der globalen totalen Gleichmachung jeglichen menschlichen Lebens. Das Resultat wäre das genaue Gegenteil.

Nachdem es dieses Jahr zwei Lieder ähnlich klingenden Titels gab, spiele ich einmal darauf an – das System einer „Ikone von Millionen“ halte ich für extrem gefährlich, wie bereits im Lied angesprochen. Eine Volksgemeinschaft aus „Millionen von Ikonen“, in dem sich jeder die Hand reicht und jedem die Hand gereicht wird, der sie gereicht bekommen will (!), um ZUSAMMEN, um GEMEINSAM an einem besseren Selbst, einem besseren Ort zum leben, einem besseren Land und durch die resultierende Außenwirkung an einer besseren Welt zu arbeiten – das klingt doch sehr gut, nicht?

Welche Meinung hast du zu den Neuen Rechten oder Populisten von der AfD, der Identitären Bewegung und anderen?

Wer Politik oder Aktionen betreibt, von denen er sich eine Außenwirkung und Aufmerksamkeit sowie Zustimmung in der Bevölkerung verspricht, ist automatisch Populist. Daher ist dieser Begriff und dessen Verstümmelung ziemlich dümmlich und nichts weiter als ein Kampfbegriff des Establishments.

Habe mir einige Gedanken dazu gemacht und viel herumüberlegt, was ich hierzu am besten schreiben, und wie ich dabei unter mehreren Seiten bleiben kann. Ich denke, man kann es einfacher machen.

Wie sich alles und jeder, all die verschiedenen Gruppierungen, Strukturen, Parteien, Kollektive und was weiß ich nicht alles gegenseitig zerfleischen bei geringsten Abweichungen von der eigenen Meinung oder Ausrichtung, macht mich dermaßen krank. Habe ebenso keinen Bock mehr zu versuchen, da irgendwo diplomatisch zu klingen oder sonderlich auf andere Rücksicht zu nehmen:

Wer nicht über seinen kleinen eitlen Schatten springen kann und nichts kann, als rumflennen und anderen den Erfolg zu neiden, den er selber nicht hat, der soll bitte einfach die Fresse halten und Briefmarken sammeln oder sowas. Es geht um unsere Heimat, und nicht darum, dass Organisation A mehr Klicks und Daumen generiert als Organisation B. Das hat diesen Beigeschmack von jemandem, der lieber ertrinkt, bevor er von wem, der ihm nicht passt, gerettet wird.

Kleine Info für wen auch immer das zutrifft: Hej! Du bist zwar ertrunken, aber wenigstens wurdest du vier Tage später von einem Gleichgesinnten, der sich erst finden musste, bereits aufgequollen und von den Fischen angenagt geborgen, Glückwunsch!

Bevor man sich ernsthaft die Dreistigkeit herausnimmt, wie ein Sechsjähriger aussuchen zu wollen, wer mit einem spielen darf, während ringsherum alles in die Luft geht, hat mein völliges Unverständnis. Bis man wirklich so weit ist, muss der ehrliche und aufrichtig gemeinte Konsens „Deutschland“ reichen. Alles andere ist nichts als Selbstbeweihräucherung und pure Eitelkeit.

Das Festival „Rock am Ring“ ist noch nicht lange her. Du erinnerst dich noch an den Terror-Alarm und die zwei vermeintlichen Terroristen? Letztendlich waren es zwar zwei Personen, die dem salafistischen Kreis zwar nahe stehen, aber nur sehr ähnliche Namen von zwei anderen Gefährdern haben. Also halb so wild natürlich, haha. Meine Gedanken waren nur „Da trifft es ja genau die Richtigen“ – und am folgenden Sonntag traten DIE TOTEN HOSEN auf und machten Stimmung gegen – na wen wohl? – Nazis.

Wer es nicht verstehen will, bevor er oder seine Freunde und Familie in die Luft gesprengt, zerstückelt, zerhackt, halbtot geschlagen, vergewaltigt, überfahren, ertränkt, vor eine U-Bahn getreten oder Sonstiges werden, der hat es wohl nicht anders verdient. Tut weh, so etwas sagen zu müssen, erzogen wurde ich so auch nicht. Aber wer mit Gewichts-Manschetten und in Beton eingegossenen Füßen ins Meer springt, der will nicht gerettet werden.

Dann möchte ich mich für deine Zeit und Antworten bedanken. Die letzten Worte gehören dir.

Hört auf mit der hirnlosen Party-Kultur, hört auf, Konzerte, Veranstaltungen und den politischen Kampf nur als nette Abwechslung zum Alltag zu sehen. Gehobene Arme reißen nicht das internationale Kapital ein – wem besoffen auf die Fresse zu hauen, am besten noch Gleichgesinnten auf einem Konzert, könnte dümmer kaum sein und lässt Deutschland nicht wieder erstarken – und bekehren lassen wird sich niemand von einem ungepflegten, nach Bier stinkenden Grölkopf.

Ihr wollt etwas bewegen? Dann HÖRT AUF MIT DEM SCHEISS UND SEID VORBILDER!

Advertisements

3 Gedanken zu “Im Interview mit Blutlinie

  1. Vielen Dank,
    ein sehr interessantes Interview. Ich freue mich immer wieder, wenn ich sehe, dass die jungen Kameraden wirklich etwas bewegt (der notwendige Intellekt bleibt ja einigen verborgen) und man die Bewegung mit Aufklärung und Logik voran bringt. Bitte weiter so!
    Gruß Ede

  2. Der Mann hat was drauf !Sowohl musikalisch als auch intellektuell zählt er für mich zu einem der besten die unserer Bewegung angehören.Von solchen Menschen sollte es noch viel viel mehr geben!

  3. Danke puni für das Interview. Der Herr Blutlinie war schön beim FSN Interview äußerst sympathisch (was nicht nur an seiner Stimme lag 😉 ).
    Musik und texte sind hervorragend und insbesondere die Musik auf der Übermensch Split finde ich klasse.

    Weiter so

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s