Die Lunikoff Verschwörung – Öl ins Feuer

Die Lunikoff Verschwörung – Öl ins Feuer

Produzent/Label: Hitlerche
Erscheinungsjahr: 2017
Format: Album
Lieder: 12 + 1
Gesamtspielzeit: 38:13 Minuten
Genre: Rechtsrock
Pressnummer: 41315 http://www.exzess-records.de

Vorwort

Knappe zwei Jahre musste man auf  den Nachfolger warten und hier ist er nun! Im matten DigiPak ohne direkten Bandnamen auf der Vorderseite, weiß der Hörer radikaler Musike, womit er es hier zu tun hat. Die Hand mit dem stilistischem L verrät es 😉 Die Verschwörung ist zurück und wartet mit knapp 40 Minuten Spielzeit auf! Im Beiheft wird verraten, dass man sich textlich und musikalisch etwas fremd bedient hat, was ja nicht schlimm sein muss! Mal lauschen, was der zwölfundvierzig-Jährige gezaubert hat.

Zur Aufmachung

Wie schon beschrieben ist die Vorderseite des DigiPaks (gibt’s nur so!) sehr knapp gehalten. Die weiße Hand mit dem roten L hält einen „Molotov-Cocktail“, bereit zum Wurf. Der Titel „Öl ins Feuer“ ist nicht wörtlich gemeint, sondern metaphorisch. Das wird auf der Rückseite der Front auch gleich erklärt und anhand von Auszügen aus dem Grundgesetz und dem Amtseid als notwendig betrachtet. Im Beiheft finden sich Fotos der Bandmitglieder mit enormen Rotstich und alle Texte mit Angaben zum Texter und Komponisten, sofern es nicht der Verschwörung zugeschrieben werden kann. Eine aktuelle Besetzung der Band und eine Gruß- und Dankseite sind hinten zu finden. Da steht ja nirgendwo Punikoff 😀 Die Rückseite präsentiert uns die Titelliste in Schreibmaschinenschrift, sowie zwei Netzadressen, dem Interpretenlogo, einem QR-Code, den ich noch nicht gescannt habe und dem Logo des neuen Verlages „HITLERCHE“.

Die Titelliste

01. Grenzen hoch und Schotten dicht
02. Zerschlagt die Antifa!
03. Das gruselige Lied
04. Der rote Kanal
05. Punks in Armani (feat. Gigi)
06. Deutsch sein
07. Mutter
08. Männlich, weiß und hetero
09. M.O.R.D.
10. Die Merkel muss weg (flotte Version)
11. (Ihr seid) das Pack
12. Raustro
13. Das versteckte Lied

Zur Musik

Die Aufnahmen wurden diesmal im Nebelhorn Tonstudio abgemischt, was einen sauberen Klang und perfekte Auspegelung verspricht. Die Musikanten machen ihr Ding sehr gut, doch den neuen Schlagzeuger möchte ich besonders hochloben, da mir sein Spiel sehr gut gefällt und von den mittlerweile sieben „Patienten“ (so werden die Drummer bei der Verschwörung ja genannt; was für ein Verschleiß), steht er bei mir gleich nach dem 1. Drummer auf Platz 2. Sehr gut!

01. Grenzen hoch und Schotten dicht

Das Flüchtlingsthema aufgreifend wird hier zu einer fröhlichen und extrem eingängigen Melodie erzählt, man solle endlich das Land abriegeln und keinen mehr rein lassen. Um auf die Ernsthaftigkeit hinzuweisen, wird auch eine kleine Rede von Manfred Roeder eingefügt in einem recht düsteren Part, bevor es fröhlich weiter geht. Mir gefällt das Lied sehr, doch auf einer Party wäre eben dieser Düsterpart ein kleiner Stimmungskiller.

Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!
Grenzen hoch und Schotten dicht!
Alle Volksverräter müssen vor Gericht!
Grenzen hoch und Schotten dicht!

02. Zerschlagt die Antifa!
Musik: Skrewdriver

Was damals noch „Smash the I.R.A.“ hieß, heißt nun „Zerschlagt die Antifa!“. Die Antifa wird als Diener der US-Ostküstenhochfinanz dargestellt, die gedeckt von deutscher Politik und Justiz ihren Roten Terror (meist) ungestraft durchführen kann. Der Appell an das deutsche Volk ist, aufzuwachen und dem ein Ende zu bereiten. Eine reine Nachspielversion ist es allerdings nicht, hier wird das Original eher interpretiert, sodass man zweimal hinhören muss, um Skrewdriver heraus zu hören. Die Verschwörung hat eben ihren eigenen Sound 😉

Ihre Unterstützer hocken in den Ämtern,
inzwischen auch schon längst im Parlament. […]
Zerschlagt die Antifa!

03. Das gruselige Lied

Das gruselige Lied ist nicht wirklich gruselig, vielmehr werden Horrorikonen aufgezählt (und ich kenn und liebe sie alle :D) und als minderschlimm dargestellt, verglichen mit Angela Merkel völlig unbekleidet. Dieser Gedanke erscheint ihm gruselig. Textlich also eher ein Spaßlied, nicht wirklich wertvoll und musikalisch eine Slayer-Light-Version. Gekreische und Geblödel eben 😀 Ist durchaus hörbar und für ein paar Schmunzler gut.

Michael Myers, Freddy Krüger, wie sie alle heißen,
selbst das Ding aus dem Sumpf würde sich vor Angst zuscheißen.
Das Highlight dieser Geisterbahn ist – und das ist Fakt – Angie nackt!

04. Der rote Kanal

Erinnert sich noch jemand an das Valhöll-Lied „Presse-Mafia“, in dem schon der „Schwarze Kanal“ genannt wird? Hierbei handelt es sich um eine Lügen und Halbwahrheiten verbreitende Propagandasendung des DDR-Fernsehens, welche das Westfernsehen eine nationalkonservative Gesinnung andichtete. Der Titel spielt auf das gesamte Fernsehprogramm der BRD an, welches rot-verseucht ist und rund um die Uhr gegen „braun“ hetzt und wettert. Die Musik ist hier wieder eher fröhlich einzuordnen mit eingängiger Melodie. Gefällt mir auch soweit.

Beim kleinsten Scheiß, sich wie wild echauffiert,
Stimme schnappt über, Sprecher kollabiert.[…]
Brandanschlag, Menschenjagd, Hakenkreuz im Gesicht.
Ohne Gnade kommt der Bericht,

na gut, ’n bisschen frisiert und auch mal was weg gelassen,
dafür haben sie schon den Täter, bevor die Bullen ihn fassen.

05. Punks in Armani (feat. Gigi)

Ein kleines Highlight auf der neuen Verschwörungs-Scheibe ist dieses höhnende Liedchen, dass die Punks aufs Korn nimmt, die eigentlich keine Punks mehr sind. Der Text ist lustig und die Musik fröhlich. Der Gitarre wegen hätte ich im Auto fast „Jedes Mal, reg ich mich auf…“ mitgesungen. Die kam mir sehr bekannt vor 😉 Desweiteren singt der Stahlgewitter-Gigi mit, was das Lied noch mehr aufwertet. Leider geht die Stimmung ein wenig flöten, wenn nach dem 2. Refrain erstmal gequasselt wird, aber danach gehts ja zum Glück gleich weiter. Finde ich auch sehr gut und kurzweilig.

Wo sind die Dödel, die auf euch abfahren?
Wer zum Teufel hört eigentlich euren Scheiß?
Wer braucht ’nen 60-jährigen, der auf 16 macht?
Höchstens Til Schweigers „Keinhirnhasen“ oder wie die Scheiße heißt.
Punks in Armani, Zecken in Nadelstreifen…

Ohne Bier keen Punk 😉

06. Deutsch sein
Text und Musik: Willi Ostermann, traditionell

Das Projekt Teuts Söhne (2013, PC Records) hat mir damals mit tollem Rock und alten Texten sehr gut gefallen; dieses Niveau wird hier fortgeführt. Aus einem patriotischem Marschlied der Mittdreißiger, wird eine mitreißende Rocknummer. Hier beweist Luni, dass er auch gut singen kann, ohne zu blödeln oder zu quietschen. Gefällt mir sehr gut!

Einig, wir sind auf richt’gen Bahnen,
einig, das macht uns selber stark.

07. Mutter
Text: Heinrich Anacker (* 1901 in Buchs, Kanton Aargau; † 1971 in Wasserburg am Bodensee)

Oooohhhh und jetzt halten wir nicht nur das Niveau, sondern steigern es noch. Gemessen an den anderen Stücken – auch jene die nach diesem noch folgen – handelt es sich hierbei um das hochwertigste. Man könnte irrtümlich meinen, hier besänge Luni seine Mutter, doch der Text geht auf Heinrich Anacker zurück und behandelt einen (wohl eher fiktiven) Dialog zwischen den Soldaten im Felde und der Mutter daheim. Eine sehr einfühlsame Ballade, steigert sich mit einsetzendem Schlagzeug und E-Gitarre in eine kraftvolle Rockballade. Großartig!

Mutter, du hast uns für Deutschland geboren,
leuchtender wird es uns täglich bewusst,
dass uns das Schicksal zum Hohen erkoren,
heilige Flammen durchlodern die Brust.

08. Männlich, weiß und hetero
Musik: Traditionell / Downright Hateful

Noch bevor ich die CD ins Autoradio warf, blätterte ich neugierig im Beiheft umher. Als ich über diesen Text mit der Unterschrift „Downright Hateful“ gestolpert bin, wusste ich, um welche Melodie es sich handelt. „Gloom, Dispair and Agony“ stand nämlich Pate! Das beste Lied der letzten Platte der Sumpfrocker aus den Staaten um Sänger Chris, damals noch bei Midtown Bootboys. Wie der Titel auf deutsch schon erahnen lässt, handelt es sich um das größte Feindbild der linken Politiker, doch ist der Grundtenor eher lustig und das spiegelt sich auch in der überzogenen Homophobie wieder. Das Lied gefällt mir echt gut, doch wird es durch Barons „grauenvolle Gitarre“  gegen Ende hin zerstört 😀 Als kleine Wiedergutmachung betrachte ich daher die 3. Strophe. Und der Kommentar mit der Sackkarre musste erst ein paar Runden in meinem Köpfchen drehen, bevor ich verstand, was gemeint war 😉

Es tut mir leid, ich versteh die Schwulen nicht,
die haben wohl nicht aufgepasst im Biounterricht,
aber lass sie ruhig machen, denn dann habe ich,
all die schönen Mädchen für mich.

09. M.O.R.D.

Musikalisch gibt es hier schleppenden Metal; die wohl härteste Nummer auf der Scheibe. Doch stimmlich passt das hohe Gejaule leider gar nicht dazu, auch wenn der Text eher lustig sein soll. So ganz warm werde ich leider nicht damit und das ärgert mich, denn ich mag beides – nur nicht zusammen :-/ Eventuell muss man es nur öfter hören.

Gestern im Bioladen, mir bleibt wirklich nichts erspart,
vor mir einer, der sein Joghurt mit ’ner Geldkarte bezahlt.
Diese Ökoaffen, scheinen’s nicht zu raffen,
mit Geldkarten will ZOG unser Bargeld abschaffen.[…]
Ohne diese Leute wär das hier ein schöner Ort.
Gäb’s dafür keine Strafen, ich würd killen im Akkord.

10. Die Merkel muss weg (flotte Version)
Musik: Ragnaröck

Ich mag’s nicht. Tut mir leid, aber ich mach’s kurz. Hierbei handelt es sich um eine Neuaufnahme des Liedes vom 2016er-TddZ-Sampler nur schneller.

Die Mauer muss her,
aber diesmal nicht mittendrin,
sondern drum herum
zum Schutze Germanias.

11. (Ihr seid) das Pack
Musik: G.G. Allin

Da ich mich nicht all zu gut mit dem kontroversen Punker auskenne, rate ich mal, dass man hier die Melodie von „Bite it, you scum“ genommen hat, um Sigmar Gabriels ausfällige Aussage über Demonstranten ins Gegenteil zu verkehren. Das Pack sind jene, die unser Volk und unser Land verraten. Und hier weise ich nochmal auf die Rückseite der Front hin und den Amtseid, auf den die oberen Politnasen geschworen haben. Ist jetzt auch keine große Glanzleistung das Lied, aber für ’n Punkcover ganz ok.

Gegen „Fake News“ wollt ihr euch verwahr’n,
ihr lügt doch schon seit 70 Jahren!

12. Raustro

Das Outro hätte man sich schenken können, denn das zig-malige Wiederholen von „Refugees not welcome – go home“ und das über 3 Minuten ist für den Hörer eine Qual. Wenn man das an Bahnhöfen und Flughäfen laufen ließe, würde es seinen Zweck nicht verfehlen, aber das hier finde ich nicht gut.

13. Das versteckte Lied

Höchster Charme in der Aufnahmekabine mit Luni an der Wanderklampfe und Gigi im Publikum. Das Lied und die eingefangene Stimmung sind echt toll! Es geht doch anders!

Mein Fazit

Ich bin von der Platte hauptsächlich positiv überrascht und habe mir auch schon ein paar Lieblinge heraus gesucht, auch wenn mir das Geblödel manchmal zu viel wird. Oft wünsche ich mir den wütenden Gesang von 1997 zurück. Aber ich kann nicht alles an der Deutschen Wut messen, nicha? 😉

Viele Grüße gehen von mir an Nils für das Bereitstellen der CD, die nette blonde Dame am Stand fürs Promomaterial, Lunikoff und den 7. Patienten (was für ein tolles Schlagzeugspiel!), sowie die Klampfer und das Nebelhorn Tonstudio! Toller Auftritt am Sonnabend und wundervolle Interpretationen alter Lieder.

Ich kann folgende Lieder auf der Scheibe empfehlen:

  • Grenzen hoch und Schotten dicht
  • Punks in Armani
  • Mutter
  • Männlich, weiß und hetero

Zum Beispiel direkt beim Label bestellen!

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12 Gedanken zu “Die Lunikoff Verschwörung – Öl ins Feuer

  1. CD ist noch nicht angekommen,wird erst nächste Woche meinen CD-Spieler für sich beanspruchen.Frage vorab: Ist es eine Steigerung oder Verschlechterung zur letzten Scheibe?

    • Das ist schwer zu sagen. Ich meine, sie ist ähnlich wie die „Ebola“. Ich hab sie mit einem Lächeln gehört und das spricht für die CD

    • Das ist beim Luni so eine Sache. Die einen mögen ihn, die anderen nach der Heilfroh (letzte gute Scheibe wurd mir gesagt) nicht mehr. Ich für meinen Teil bin nach wie vor begeistert vom Old Lu. Und meiner Meinung nach auf jedenfall eine Steigerung zum letzten Album.

      Gruss

    • Ich finde sie definitiv besser als die letzten zwei. Für mich klingt sie einfach mehr nach der Verschwörung, wie sie einmal war 😉

  2. Also dieses ganze Rumgeblödel“ macht viele einer Lieder „kaputt“. Da fehlt die Wucht.
    Bei der Barhocker CD ist das ja passend, aber bei den normalen CDs naja …
    Und wieso man den perversen GG Allin covern muß, erschließt sich mir nicht. Das Lied mag ja fetzen, aber in unserer polit. Richtung so einen als nachspielbar nehmen, geht eigentlich gar nicht!
    Er hat immer paar Top-Dinger bei, aber an die alten kommen seine jetztigen nicht mehr ran.
    Meine Meinung.

  3. Mir gefällt sie etwas besser als die Ebola Cd.
    Bei der Ebola bin ich echt agressiv geworden und habe sie nach 4 mal hören verschenkt. Diese hier habe ich zumindest schon 10 mal gehört ohne dauerhaft jemanden zu suchen dem ich etwas böses will um ihn die zu schenken.
    Musikalisch aber wieder sehr gut!

  4. Also für mich ist es die mit abstand schlechterste CD von Lunikoff.Die Instrumente sind zwar alle sauber gespielt da kann man nicht meckern, aber der Gesang ist teilweise grauenhaft und die Rumblödelei was teilweise recht kindisch ist hat mit ernstzunehmender politischer Musik nichts mehr zu tun. Auch die Texte sind teilweise so langweilig und haben auch keine Aussagekraft mehr. Bis auf 2 Lieder die ich recht gelungen finde ist die CD eigentlich ein Witz. Aber eine Textpassage passt genau zu ihm selber (ein 60 Jähriger der auf 16 macht) EIN 52 JÄHRIGER DER AUF 15 MACHT mehr kann ich dazu nicht sagen. Gruß !!

  5. Ich bin von dem Album schwer enttaeuscht! Musikalisches Kasperletheater mit nationalem Einschlag. Hatte mir was besseres vorgestellt, obwohl ich eigentlich „Luni“ mag…

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