Fight Tonight – Still Cold

Fight Tonight – Still Cold

Produzent/Label: OPOS Records
Erscheinungsjahr: 2017
Format: Mini-CD
Lieder: 6
Gesamtspielzeit: 15:58 Minuten
Genre: Hardcore
Pressnummer: Fight Tonight
Zusätzliche Informationen: Erschien im DigiPak (333 Stück) und auf LP (110 x blau, 220 x schwarz)

Ganze 9 Jahre existiert die Hardcore-Combo Fight Tonight schon. Nach dem Ende von Kampfzone im Jahr 2007, scheint Sänger „DeeTonight“, der auch bei „Strongside“ das Mikro nutzt, seine Gruppe gefunden zu haben.

Zugegeben, ich habe bis jetzt nur das Album „The Next Round“ (2014, OPOS Records) gehört, was mir nicht gefiel, weil es einfach nicht meinen Geschmack traf. Ob sich das jetzt geändert hat, lest ihr gleich.

Zur Aufmachung

Schon auf der Front befindet sich der Interpretenname in weiß-dreckigem Graffiti auf dunklem Grund. Darunter in kleinen Großbuchstaben der Titel „STILL COLD“. Die Aufmachung insgesamt ist sehr düster und mit vielen Graffitis versehen, was sehr gut zum gespielten Hardcore passt, wie ich finde.  Im Beiheft sind alle Texte und Fotos der Mitglieder abgedruckt. Der Drummer von „The next round“ wurde ausgetauscht und ein Gitarrist ist ebenfalls ausgestiegen, sodass ein Klampfer für alles verantwortlich war. Als Kulisse diente ein gekachelter S-Bahn-Tunnel voller Graffitis. Der Grafikkünstler von Mudhater Design hat hier ganze Arbeit geleistet. Optisch überzeugt mich die CD im DigiPak.

Zur Musik

01. Still Cold (2:04)
02. Struggle Life (Pt. 1) (3:24)
03. Verdammtes Blut (2:11)
04. No Mercy! (3:02)
05. My Drug (2:32)
06. Untergang (Bonus-Track) (2:45)

01. Still Cold

Zu einem schönen langsamen Hardcore-Titel wechseln sich eine tiefe und eine höhere Stimme ab, was mir insgesamt sehr gut gefällt. Ebenso wird hier auf deutsch und englisch gesungen. Nicht nur die Stimmen, sondern auch der Text stecken voller Wut! Hier geht es echt ab.

02. Struggle Life (Pt. 1)

Vom Existenzkampf erzählt der nächste Titel, der neben schnellen Hardcore auch Mid-Tempo und einen sehr schönen und ausgeschmückten Breakdown aufweist. Also wenn der Vorgänger schon so klang, kann ich mich nicht dran erinnern… Mir gefällt es! Und dem Titel nach zu urteilen, wird es wohl mindestens noch einen weiteren Teil zu dem Thema geben – irgendwann.

03. Verdammtes Blut

Der nächste Wut-Titel zwischen schnell und langsam berichtet von der Gegend, in der „Dee“ aufwuchs und scheinbar immer noch lebt. Eine intensive Hass-Liebe, die diesen mehr als passenden Text für einen Hardcore-Titel schuf. In Amerika gäbe es spätestens hierfür das berüchtigte „Parental Advisory“ Siegel auf die Front. Der Gesang ähnelt manchmal dem Sprechgesang, sodass man hier schon fast von Crossover sprechen kann.

04. No Mercy!

So langsam kriege ich echt ein schlechtes Gewissen, dass ich die „The next round“ so verschmähte, denn das was hier geboten wird, ist Wut und Hardcore in Reinkultur. Die Stimmen sind abwechslungsreich, ebenso wie die kurzweiligen Parts und selbst der Breakdown wirkt hier noch brutaler, als in den Liedern davor schon. Die Beschreibung von OPOS, dass sie spürbar voller Wut sei, kommt ihr absolut gerecht. Bei „No Mercy“ geht es um die Jugend und dass ihr ein Virus ins Gehirn gepflanzt wird. Das ruft natürlich „Keine Gnade“ gegen die Verursacher auf den Plan.

05. My Drug

Das letzte offizielle Lied ist wohl auch das langsamste und textlich härteste, denn hier wird mit irgendwem abgerechnet und zwar in schonungsloser Straßenmanier. Der Text wird hier hauptsächlich auf deutsch vorgetragen, einige Passagen sind auf Englisch. Die gemeinte Droge ist Hass und das ist unüberhörbar!

06. Untergang (Bonus-Track)

Auch hier greife ich die Beschreibung von OPOS wieder auf, denn da wird gesagt, dass man im sechsten Lied neue Klänge hören kann. Wer sich überraschen lassen möchte, überspringt diesen Absatz. Im Beiheft steht, dass für alle Titel Fight Tonight verantwortlich sind, außer eben für diesen hier. Da steht nämlich „Dee Tonight“ (der Sänger) und die Aggressive Baubude (?). Hier gibt es einen Hip Hop-Beat und den Fight Tonight Gesang, der sogar ins Wahnsinnige gipfelt! Vielleicht kein Radiotitel, aber eine passable Untergrund-Produktion mit misanthropischen Inhalt.

Mein Fazit

Eine wirklich tolle und kurzweilige Scheibe, bei der es so viel Wut gibt, dass sie andere 2017er-Produktionen textlich in den Schatten stellt. Doch nicht nur eine direkte Aussage ist wichtig, sondern auch die Musik. Und hier passt beides so gut zusammen, dass ich Hardcore-Fans diese kleine Mini-CD, die es ja auch auf Platte gibt (also richtig Hardcore!), wärmstens empfehle. Der Moshpit ist eröffnet…

Anspieltipps möchte ich nicht geben, da jedes Lied echt gut ist.

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