TreueOrden – Es ist die Zeit

TreueOrden – Es ist die Zeit

Produzent/Label: OPOS Records
Erscheinungsjahr: 2017
Format: Album
Lieder: 12
Gesamtspielzeit: 47:45 Minuten
Genre: Rock
Pressnummer: 40236 Treueorden

Das nun mittlerweile dritte Album der Thüringer weist abermals melodischen einfachen Rock vor, der von mir das Siegel „Easy Listening“ bekommt, weil es einem einfach nicht auf die Nerven geht und locker im Hinter- wie auch im Vordergrund laufen kann. Wer unsere moderne Musik mit Feinschliff und Core-Elementen satt ist, der macht bei diesem Silberling nichts verkehrt.

Zur Aufmachung

Die Gestaltung der gesamten CD hat einen dreckigen Grünstich. Auf der Vorderseite scheint Staub von einem Eisernen Kreuz gepustet zu werden; es kann aber auch in einen See geworfen werden und Sand aufwirbeln, während es den Boden trifft. Der zackige Schriftzug „TreueOrden“ steht in metallisch aussehenden Lettern darüber. Auf der Rückseite findet sich die rechtsbündige Titelliste; links daneben das Grab des „unbekannten Soldaten“. Im Beiheft stehen die Texte in eckiger Spiralform, Seite für Seite. Hab ich so noch nicht gesehen. Keine schlechte Aufmachung, aber auch nichts, was mich total begeistert. Solide eben.

Zur Musik

Wer TreueOrden nicht kennt, dem versuche ich es kurz zu erklären. Ein recht einfach gespieltes Schlagzeug und ein solider Bass, der sich durch Spielereien gerne mal in den Vordergrund drängt, bilden zusammen mit der gedämpften Gitarre das Grundgerüst eines jeden Mid-Tempo-Liedes von TO. Die Highlights sind die eingängigen Melodien der Gitarre und die leicht raue Stimme des Sängers. Das war jetzt sehr grob zusammengefasst, denn in dem Lied „Ich bin ein Soldat“ geht es auch mal schnell zur Sache, während „Es ist die Zeit 2“ eine ergreifende Rockballade mit einem schönen Gitarrensolo ist.

Die Texte

01. Es ist die Zeit
02. Wir sind der TreueOrden
03. DbgH
04. Kampf um die Straße
05. Ich bin ein Soldat
06. Es ist die Zeit 2
07. Ewige Freunde
08. Treu
09. Paul von Lettow-Vorbeck
10. Engel
11. Du bist Deutschland
12. Pogo gegen Bodo

Textlich ist es breit gefächert, wie man auch an der Titelliste erahnen kann. In dem Titel „Es ist die Zeit“ besingt man das hier und jetzt und das sie (wer sich mit dem Text identifiziert natürlich auch der Hörer) die Kämpfer der heutigen Zeit sind. Auch im zweiten Titel „Wir sind der TreueOrden“ besingt man sich, jedoch eher im Stile von „T*** mit E-Gitarre“ der Berliner. Hier steckt auch mehr Ohrwurmcharakter drin, als im ersten Titel. In den Liedern „DbgH“ und „Kampf um die Straße“ wird die militante Gewalt der Antifa und der Kampf mit dem politischen Gegner auf der Straße in Thüringen thematisiert – also auch etwas persönlicher. Ebenfalls in Verbindung stehen die Lieder „Ich bin ein Soldat“ und „Es ist die Zeit 2“ in denen es um die Helden des letzten großen Krieges geht. Im ersteren wird aus der Ich-Perspektive eines sich für das Land opfernden Soldaten gesungen, im zweiten wird aus heutiger Zeit an sie gedacht. Beim Lied „Ewige Freunde“ ist es ebenfalls nicht sehr schwer zu erraten, worum es inhaltlich geht. Besungen wird eine innige Freundschaft, auf die man nie verzichten möchte. „Treu“ bleibt man, wenn man sich nicht beugen lässt, weder durch Schikanen noch durch Knast. Durchhalten ist das Motto und der Sache treu bleiben. Was mir bei dem Konzeptalbum „Blutzeugen“ (2014, Gjallarhorn Klangschmiede) schon sehr gut gefallen hat, wird hier fortgesetzt. Man konzentriert sich auf eine Person und besingt ihre Taten und ihr Wirken. Im Mittelpunkt steht hierbei der deutsche Offizier Paul von Lettow-Vorbeck (* 1870 – † 1964), der Kommandeuer der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika war. Eine sehr interessante Lebensgeschichte hat er vorzuweisen. Ein ebenfalls persönliches Lied mit ironischem Hintergrund hat das Lied „Engel“ in dem es um das Leben nach dem Tod des Sängers geht. Das vorletzte Lied „Du bist Deutschland“ ist ein Appell an den Hörer, der sich seiner Pflicht als Deutscher bewusst werden soll. Dem Titel nach vermute ich, dass es eine Antwort auf die Kampagne der Bundesrepublik sein soll. Ihr erinnert euch? Plakate, Werbespots – um den Deutschen, die ihrer Identität beraubt wurden eine neue zu geben. Zahnpastagrinsen inklusive. Gut, und schon sind wir beim Zugabe-Rausschmeißer-Reim „Pogo gegen Bodo„, der sich musikalisch erst als Ballade tarnt und dann losrockt. Wer Bodo jetzt eigentlich sein soll, ist mir nicht bekannt und für den Sinn des Titels auch völlig unrelevant. Es soll ja schließlich gepogt werden und danach „Saufen gegen Stauffen-berg“ 😉

Mein Fazit

Mir gefällt die Scheibe recht gut, da sie mit einem einfachen Rezept eine große Wirkung erzielt. Da braucht es keine Breakdowns, dröhnende Double-Bass oder tiefe Growls – einfache, charmante Rockmusik. Am ehesten würde ich das Schaffen der Mannen mit dem von SKD vergleichen – allerdings mit dem neuen Sänger.

Meine Favoriten sind:

  • Wir sind der TreueOrden
  • Es ist die Zeit 2
  • Paul von Lettow-Vorbeck
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