Treueschwur – Damals wie heute

Treueschwur – Damals wie heute

Produzent/Label: OPOS Records
Erscheinungsjahr: 2017
Format: Album
Lieder: 14
Gesamtspielzeit: 46:57 Minuten
Genre: Rock
Pressnummer: 1408106403
Zusätzliche Information: Zeitgleich erschien auch ein DigiPak (444 Stück).

Der zweite Teil vom Projekt Treueschwur erscheint abermals beim Label OPOS Records. Wieder einmal bediente man sich textlich eines alten Gedichtbandes und suchte 14 Texte heraus, die auch in heutiger Zeit nicht an Aktualität verloren haben. Öddi (White Rebel Boys) und Barny komponierten ein Rockgewand mit einer ordentlichen Prise Metal, die den Texten gerecht wird. Darum passt der Albumtitel auch so gut. Gesangliche Unterstützung holte man sich bei zwei Liedern vom RAC Teufel.

Zur Aufmachung

Die Front ziert in der Mitte einen in Stein gehauenen Adler in heroischer Pose, darüber prangt der Treueschwur-Schriftzug und unter dem Adler in kleiner Serifenschrift der Titel „Damals wie heute“. Im Beiheft sind alle Texte in Frakturschrift abgedruckt – jedoch ohne Angaben zu den Dichtern. Auch bei meiner Recherche fand ich nur marginal Informationen dazu. Außerdem sind einige passende Fotos zu sehen, die mir allesamt gefallen. In der Mitte sogar ein „Gruppenfoto“ der Sänger und auf der Rückseite des Beihetes, sowie der CD-Hülle die Titelliste. Alles ist in einem dunklen Rot mit Orange gehalten. Die Texte bilden einen guten Kontrast in einem tiefen Gelb.

Werbung von OPOS Records

Das limitierte DigiPak unterscheidet sich in der Aufmachung hauptsächlich in der Farbe, denn dort dominiert ein steriles Weiß.

Zur Musik

01. Eine Front
02. Das deutsche Werde
03. Abstimmungssonett
04. Erwachen
05. Glocken der Grenzstadt
06. Frühlingsschlacht
07. Deutscher Schwur
08. Vorwärts
09. Soll einer fallen
10. Trotzlied
11. Marienburg
12. Volk der Deutschen
13. Grenzlandschwur
14. Die wir entronnen sind

Sanfte Gitarrenklänge, gepresst durchs Wah-wah Pedal, läuten den zweiten Silberling dieses besonderen Projekts ein, bis es explodiert und zu einer schnellen Rocknummer wird, die sofort zum Ausrasten einlädt. Inhaltlich dreht es sich um den Treueschwur, darum möchte ich dieses kleine Lied auch als Intro bezeichnen, das den Projektnamen genauer erklärt. Die nächsten beiden Titel enthalten starke Metal Einflüsse, wobei „Das deutsche Werde“ sehr viele Heavy Metal Elemente besitzt und das „Abstimmungssonett“ in einem sehr schleppenden Triolentakt gespielt wird. Eine wirkliche Ballade, die sich zu einer Rockballade steigert, bekommt man mit „Deutscher Schwur“ zu hören. Den Abschluss bildet das mit über sechs Minuten längste Stück mit einer musikalischen Überraschung, denn das was wir da hören dürfen, würde ich als Country bezeichnen. Die anderen Lieder variieren zwischen melodischem (Grenzlandschwur, Glocken der Grenzstadt) und härterem Rock (Erwachen, Volk der Deutschen). Mit dem „Trotzlied“ werden sogar fröhliche Rockklänge angeschlagen. Alles in allem eine abwechslungsreiche Rockscheibe.

Die Texte

Da sämtliche Texte aus einer Sammlung von Gedichten stammen, umfassen sie nicht nur einen bestimmten Zeitpunkt der deutschen Geschichte, sondern spiegeln Geschehen, Gedanken und Gefühle der Dichter aus verschiedenen Epochen wieder. Vom verlorenen deutschen Osten und der Oder-Neiße-Grenze erzählen somit die Stücke „Glocken der Grenzstadt“ (gemeint ist die Friedensglocke von Frankfurt / Oder) und „Grenzlandschwur“, welches von Heinrich Gutberlet (1877 – 1953) geschrieben wurde. Der Text zu „Abstimmungssonett“ greift einige Jahrhunderte weiter zurück und berichtet vom Sachsenkriege Karls des Großen, der die heidnischen Sachsen im 8. Jahrhundert nach Christus zum Christentum konvertieren wollte. Rudolf Alexander Schröder (1878 – 1962) ist für den Text „Deutscher Schwur“ verantwortlich, den er im Jahr 1914 verfasste, dem Beginn des Ersten Weltkrieges, und voller Patriotismus strotzt. Der Dichter Heinrich Lersch (1889 – 1936) schrieb zwei Jahre später „Soll einer fallen“, in dem das Sterben der Soldaten „schön“ beschrieben wird, also das der Todgeweihte es morgens schon spürt heute zu sterben und somit das Schöne in der Welt intensiver wahrnimmt. Die Verbundenheit zu Gott (wohl eine Anspielung auf den Koppelschnallenleitspruch „Gott mit uns“) als moralische Stütze der Soldaten im Zweiten Weltkrieg, beschreibt „Das deutsche Werde“. Besonders die kurzen Pausen vor den Strophen und Barnys verfrühter Einsatz bei der letzten gefallen mir.

Mein Fazit

Bei den Produktionen aus dem Keller Studio (Basement Records), weiß man, was man bekommt: Guten, hausgemachten Rocksound. Hier möchte ich erwähnen, dass das hier die mit Abstand bestklingendste Produktion aus dem Kellerstudio ist. Sie klingt einfach gereifter, druckvoller und satter. Auch wenn die Scheiben einen gleichbleibenden Grundrocktenor hat, stechen einige Stücke heraus. Eine Steigerung zur ersten Scheibe finde ich, hört man sehr deutlich. Textlich bediente man sich dem selben Gedichtband, also kann man hier nicht von einer positiven oder negativen Entwicklung sprechen, höchstens die Auswahl als gelungen oder daneben bezeichnen. Mir gefallen die Texte sehr gut. Abschließend sei noch zu sagen, dass man den beiden Sängern rückblickend auf ihre Schaffenskraft keine Einfallslosigkeit nachsagen kann, hinsichtlich der Textleihungen.

Zu meinen Lieblingstiteln zählen:

  • Das deutsche Werde
  • Trotzlied
  • Grenzlandschwur
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2 Gedanken zu “Treueschwur – Damals wie heute

  1. Langweilige CD… musikalisch eintönig, Barnys stimme schrecklich und langsam kann man wieder anfangen eigene Texte zu schreiben und dieses Gedichte nachjaulen lassen, es nervt. Verkaufszahlen bestätigen es… Digi gibts immer noch 😉
    Gruß PC Records
    >

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