West Wall – Conquest or Death

West Wall – Conquest or Death

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Produzent/Label: Eigenproduktion / War Machine Records
Erscheinungsjahr: 2009 / 2016
Format: Album
Lieder: 8
Gesamtspielzeit: 34:09 Minuten
Genre: Thrash Metal
Pressnummer: 1227 WestWall 2 – 35258 / 29239-DGR WESTWALL, SDM-CA
Zusätzliche Informationen: Das Album wurde 2016 wiederveröffentlicht, komplett neu abgemischt und gemastert und mit veränderter Beiheftgestaltung.

Heute bespreche ich mal wieder ein älteres Album. Hier handelt es sich um das zweite Album von den Jungs aus Minnesota die zum Teil aus dem Bound for Glory Umfeld stammen. Diesem Album ging eine

kleine CD/EP voraus die den Titel „Slay Them in My Presence“ trug und bereits drei Stücke (Titel 3, 5 und 7) dieses Albums bewarb. Die vorliegende CD wurde erst dieses Jahr vom Produzent War Machine Records neu veröffentlicht und ist also sozusagen fast wieder aktuell. Die Neuauflage wurde im September 2012 neu abgemischt, gemixt und neu eingesungen. Bill(us Maximus) der Sänger starb leider im Jahr 2013. Hierzu kann ich sagen, dass sich eine Neuanschaffung für die Besitzer der ersten Auflage lohnt. Musik und Gesang sind merklich deutlicher und runder.

Zur Aufmachung

Alles in Schwarz gehalten und mit West Wall typischen Lettern und Symbolen verziert. Gekreuzte Stielhand- und Eihandgranten liegen an einem Totenkopf an. Auf der Rückseite findet sich eine Eiserne Faust (Eine Anspielung an Götz von Berlichingen, der im Lied „The Man with the Iron Fist“ auf dem ersten Album besungen wurde?). Innen finden sich Fotos der Bandmitglieder während sie musizieren. Das Beiheft enthält alle Texte.

Zur Musik

Vorausgesagt sei hier, dass dieses Album definitiv das härteste dieser Band ist. Es ist zwar der gewohnte hammergeile West Wall Sound, aber hier wird wirklich ein härterer Ton, als auf den anderen Alben angeschlagen und rutscht meiner Meinung nach von Melodic Thrash Metal auf reinen Thrash Metal. Immer wieder treibendes Schlagzeug zu gnadenlos guten Riffs mit abwechselnden Melodien und dem unverwechselbaren Gesang von Bill.

Die Texte

01. Slavedriver (Intro)
02. Shield Wall
03. Conquest or Death
04. 1683
05. Slay them in my Presence
06. Tunnel Rat
07. Fire in the Hole
08. Furore Teutonicus

 

01. Slavedriver (Intro)

Als Einleitung dient das nicht mal kurze Intro mit dem Titel „Slavedriver“. Schlachtenlärm im Hintergrund und bald einsetzendes Schlagwerk leiten eine wahre Kriegshymne untermalt von E-Gitarren ein.

02. Shield Wall

Passend zum Start treten die Jungs hammerhart auf das Gaspedal um dann mehrmals die Tempi zu wechseln, während der Text auf die Musik gehämmert wird. Kurzum geht es hier um die Taktik des Schild Walles. Im Lied geht es dem Text nach pauschal um Wikinger / Germanen – es ist von Walhalla die Rede.

„My Sword is covered in crimson red, take my place shall i fall, stand your ground in the shield wall! In the battle there is one law, stand your ground in the shield wall!“

03. Conquest or Death

Die Thematik dieses Liedes ist wohl aktueller denn je, schließlich geht es hier um die Invasion der Osmanen aus dem Osten. Es wird nicht näher auf die Zeit oder den Ort eingegangen, aber der Verwendung nach von Wörtern wie „Armor“ und „Shields“ sollte der Zeitraum um 732 und die Schlacht von Tours und Poitiers gemeint sein. Karl Martell, ein Franke, besiegte hier die Araber als sie versuchten den Westen zu erobern. Musikalisch wieder harte Riffs und ein hohes Tempo. Sehr gutes Lied!

„Unsheath your swords, charge them in, let there be blood. No one steps backwards, leave them to rot face down in the mud.“

04. 1683

Machen wir mit dem gleichen Thema in einer anderen Zeit weiter. In diesem Stück wird die Schlacht der zweiten Wiener Türkenbelagerung behandelt. Als die Osmanen kamen, standen sich 120.000 Türken und nur etwa 20. – 30.000 deutsche Verteidiger gegenüber. Erst nach und nach kamen Verstärkungen aus allen Ecken des Reiches. Am Ende siegte das Heilige Römische Reich bei der Schlacht von Kahlenberg. Noch heute sind die Polen besonders stolz darauf, hier mit ihrer Kavallerie den entscheidenden Schlag unter Jan Sobieski gelandet zu haben und feiern sich bis heute als die Sieger. Ich möchte die militärische Leistung und den Mut der Männer nicht absprechen, gebe aber zu bedenken, dass trotz der drohenden Gefahr der vollständigen Islamisierung Europas, Polen erst nur schwer überredet werden konnte ein Entsatzheer zu senden. Der Hilfe wurde auch dann nur unter der Vorraussetzung zugestimmt, wenn Jan Sobieski dann den Befehl über sämtliche Truppen des Kaiserheers erhält. Außerdem landeten seine Truppen den entscheidenden Schlag erst dann, als die Türken bereits 8 Monate im Gefecht und dezimiert durch deutsche und andere Truppen waren. Das kann jeder für sich selbst bewerten. Musikalisch geht das Ganze für bisherige Verhältnisse der Scheibe im mittleren Tempo vor sich hin und immer wieder setzt der beinah dämonische Chorus ein: „Fire away!“ ….. Geil!

„Heads lie on pikes, the message given go home and never turn back!“

05. Slay them in my Presence

Wieder ein klasse Lied! Thematisch weiß ich es nicht einer besonderen Sache einzuordnen. Im ganzen Lied geht es darum ohne jede Gnade extreme Gewalt walten zu lassen. Es ist von „Our Inquisition“ und „Sword“ die Rede – möglicherweise geht es hier um das Abschlachten von Feinden aus dem Leben eines Kreuzzugsoldaten.

06. Tunnel Rat

Manchem wird der Titel bereits etwas sagen, ich denke aber der Masse nicht. Außerdem schneiden West Wall hier ein sicher nicht oft besungenes Thema an: Den Vietnamkrieg. Die Nordvietnamesische Armee war bekannt für ihre tückischen und gefährlichen Tunnelsysteme, die sehr tief und kilometerlang sein konnten. Oft mit Fallen versehen und/oder völlig undurchsichtig. Die Amerikaner setzten hier ihre Tunnelrats ein: Absolute Spezialisten im Kampf in den Tunneln und Beseitigung dieser. Um genau jene geht es in diesem Stück, bzw. wird sogar aus der Sicht eines dieser Männer erzählt. Musikalisch wie die letzten Stücke, also im Mid Tempo Bereich während die sehr guten Texte draufgehämmert werden.

„I am the tunnel rat, these tunnels are mine! Silent and deadly amongst the rubble behind enemy lines, no law exists. Gotta crawl quick… walls start to cave. Make my way back before this tunnel becomes my grave.“

07. Fire in the Hole

Der Titel dieses Liedes wird meines Wissens im Englischen als Detonationswarnung benutzt, wenn eine Granate geworfen wurde bzw. eine Explosion in der Nähe unmittelbar bevorsteht. Exakt darum geht es in diesem Lied. Wenn auch schon die anderen Lieder nicht an Gewalt geizten, dann legt dieses Stück noch eine Schippe drauf. Kenne keine andere Band die mit Worten so ein martialisches Mittendrin-Schlachtengebilde zaubern könnte. Der Sänger singt davon unter feindlichem MG-Beschuss zu stehen, der ihn und seine Männer niederhält. Der Befreiungsschlag sollen die Granaten bringen:

„Grab your nuts, and run for cover: FIRE IN THE HOLE! Shrapnel rains, bloody wounds Steel fragments shall encase your tomb. My arm is strong, my aim is steady, the reaper smiles for i’ve sent him many.“

Da im Text wohl während dem Gefecht einige Ananasse herumfliegen, kann man wohl nochmal von Vietnam als Schauplatz ausgehen.

08. Furore Teutonicus

Kommen wir (leider..) schon zum letzten Stück dieses Albums. Eingeleitet mit dem Nordmannsruf aus dem damals populären Film „Der 13. Krieger“ legt die Warmachine einmal mehr los. Diesmal wieder etwas schneller aber wieder mit Tempiwechseln die einfach nur Spaß machen. Vorallem am Ende treten sie herrlich auf das Gaspedal, um dann wiedermal in hammergeilen Melodien zu versinken. Thematisch widmet man sich unserer Heimat Germanien und seinem Kampf gegen Rom auf unserem Boden. Vermutlich ist hier die Schlacht im Teutoburger Wald gemeint, denn es ist die Rede davon, eine Legion in eine Falle gebracht zu haben. Wieder wird ein Schlachtengemälde mit Worten gemalt, anders kann man es nicht sagen.

„Down they charged raining arrow and spear, trapping the legion like wounded deer, trails of blood covered the killing fields. Penetrated armor and broken shields. The gods will feast tonight. The slaughter complete, a legion no more.“

Mein Fazit

Es tut mir leid, wenn ich bei West Wall Besprechungen etwas aus der Rolle des objektiven (seriösen?) Autoren falle, aber ich kann nicht anders. Nie konnte mich dieses Genre begeistern und fremdsprachige Lieder ebenso wenig. Man könnte also sagen, West Wall hat hier ein ganzes Musik-Genre für mich interessant gemacht. Auch bei dieser Scheibe bleibt kein Fuß still und es macht jedesmal aufs Neue einen Riesen-Spaß die Texte zu hören und sich damit zu beschäftigen. Hier ist alles auf den Punkt gespielt und macht Laune zu hören.

Anspieltipp: Jedes verdammte Lied auf dieser CD.

Diese Besprechung wurde vom Schinderhannes verfasst.

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