Phönix – Germania

Phönix – Germania

2016-01-15 - Phönix - Germania

Produzent/Label: Glaube – Wille – Tat Produktion
Erscheinungsjahr: 2016
Format: Album
Lieder: 11 / 10
Gesamtspielzeit: 44:15 Minuten / 40:11 Minuten
Genre: Rock ’n‘ Roll, Hard Rock
Pressnummer: GWT 004 / GWT 005
Zusätzliche Informationen: Erschien auch als limitiertes A5-DigiPak (888 Stück) mit einem Bonuslied.

Ein Projekt der besonderen Art geht in die zweite Runde. Der Phönix macht sich auf den Weg zu seinem zweiten Flug aufzusteigen.

Dieser Flug kommt, soviel kann ich jetzt schon verraten, leider nicht ganz auf die Reisehöhe des ersten Werkes, dennoch eine solide Scheibe und definitiv Kandidat für die Jahres-Top 10.
Dieses Mal wieder dabei sind die unverkennbaren Stimmen von Überzeugungstäter, Faust, Act of Violence, P.W.A., sowie als Neuzugänge Divsion Germania und Bound for Glory.
Allein dieses Wissen reicht eigentlich um sagen zu können, dass man hier keinen Schrott kauft bzw. hören wird.

 

Zur Aufmachung

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Das Cover ziert ein brennender Spotttöl… äääh, ein Phönix, der aus einer Supernova emporsteigt um so bildlich dem Feuer bzw. der Asche zu entwachsen. Generell ist das gesamte Layout sehr farbenfroh gehalten und mit Projekt- und Albumnamen in Kopf- und. Fußzeile wird das gesamte Bild umrahmt. Verschiedene Motive von Spotttöl… ach man, schon wieder… Phönixen ziehen sich durch das gesamte Artwork wie ein roter Faden und sie sind entweder solide animiert oder spitzenmäßig gezeichnet. Da bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Klappt man das A5-Digi auf, so stößt man direkt auf die Liste der mitwirkenden Interpreten sowie den Limitierungsvermerk. Dieses Mal bin ich mit meinem Exemplar im Mittelfeld gelandet und mit etwas um die 500 unter „Ferner liefen“ zu finden. 😉

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Im eingeklebten Beiheft selbst sind in richtiger Reihenfolge die Texte zu finden – ein Merkmal was mir persönlich immer recht wichtig ist. Schön umgesetzt.
Auf der Rückseite dann noch mal die Titelliste und der Verweis auf das Label „Glaube-Wille-Tat“. Schöner Gesamteindruck und schon jetzt ein Kandidat für das beste Layout 2016.

 

Zur Musik

01. Galgenvögel
02. Panzer vor
03. Kamerad
04. Spartan
05. Die Liste
06. Lionheart
07. Tales from the Boneyard
08. Germania
09. Die Medienhure
10. Tolerant abgebrannt
11. Deutscher Schwur (A5-DigiPak Bonus)

01. Galgenvögel
Gesang: Division Germania, Act of Violence, Faust, Überzeugungstäter

Los geht es mit Durchschnittsware und man merkt hier deutlich die Handschrift von AoV. Leider trifft die von jeher nur bedingt meinen Geschmack. Keine schlechte Musik, aber für mich leider ohne jeglichen Ohrwurm-Charakter und Wiedererkennungswert. Textlich eine Adaption auf die derzeitige Situation auf Deutschlands Straßen und zusammen hat man hier ein passables Eröffnungsstück was dennoch Appetit auf mehr macht; und der Stimmenwechsel gibt dem Lied dann am Ende doch noch etwas eigenes.

Das kannst du nur noch mit Humor ertragen,
denn sonst platzt dir bald der Kragen.
Wenn hier Millionen Kragen platzen,
haben sie nichts mehr zu lachen.

– Andi –

02. Panzer vor
Gesang: Division Germania, Act of Violence, Überzeugungstäter

Im zweiten Lied hab ich nach dem Anfangsriff da gesessen und auf den Textbeginn „Eine hasserfüllte Lyrik frisst sich in euer Ohr…“ gewartet. Irgendwoher kenn ich das doch. *grins*
Wie beim ersten Lied unschwer zu erkennen, auf wessen Mist das gewachsen ist. Zu deutlich fühlt man sich an frühe Werke von Division Germania erinnert. Thematisiert wird ein Kriegsszenario und fertig ist ein solides klassisches RAC-Stück.

Der Kommandant gibt den Befehl. Der Schütze sucht sein nächstes Ziel.
Der Helfer lädt in Windeseile, auf dass es bei dem Treffer bleibe.

– Andi –

03. Kamerad
Gesang: Act of Violence, Faust, Division Germania

Textlich bekommt man hier eine Hymne auf die Freundschaft und den Zusammenhalt geboten. Musikalisch gesehen wieder eher nicht so mein Fall. Warum kann ich nicht mal so genau sagen. Vielleicht hab ich mittlerweile einfach zu viele Lieder zur Thematik gehört, vielleicht kann ich auch einfach das inflationär verwendete Wort „Kamerad“ nicht mehr hören. Vielleicht aber auch eine Mischung aus allem.
Auch wenn ich für diese Einschätzung sicher mindestens ungläubige Blicke ernten werde, aber für mich das schwächste Lied auf der Platte.

Das treueste hier auf Erden, bleibt ein Freund dir ganz allein.
Ein Kamerad und Kampfgefährte, wird immer bei dir sein.
Und färbt der Boden sich blutrot – Freundschaft verpflichtet bis zum Tod.

– Andi –

04. Spartan
Gesang: Bound for Glory

Schnitten die englischen Stücke auf der Vorgängerscheibe vergleichsweise schlecht ab, so hat Bound for Glory sei Dank ein eben solches die Führung übernommen. Langsamer Einstieg und stimmiges Gitarrenspiel mit einem gesampelt wirkenden Einstiegsgesang leiten das in jeder Hinsicht gelungene Stück ein und Joels unverkennbare Röhre machen Titel 4, Spartan, zur Hymne und absoluten Ohrwurm. Da bin ich aus Versehen mehrfach auf den Wiederholungs-Knopf gekommen. Bin bei englischen Sachen immer recht skeptisch, aber das Ding ist der Hammer, musikalisch wie textlich. Daumen hoch…

Now or never, a stand to the last.
If you don’t fight, you become the past.

– Joel –

05. Die Liste
Gesang: Division Germania, Act of Violence, Faust, Überzeugungstäter

Ohja, die bösen Zahlen und Symbole, die in unserer Szene/Bewegung/Strömung, wie auch immer, so weit verbreitet sind. Denen wurde nun ein eigenes Lied gewidmet. Ein Hurra auf die Szene-Devotionalien und ein Gruß an die, die uns teilweise ernster nehmen als wir es selbst tun.
Stimmige Instrumentals runden den guten Gesamteindruck ab. Gefällt mir ein bisschen. 😀

Denn Symboliken und Zeichen – echter Nazibanden –
müssen alle auf der großen, schwarzen Liste landen.
Nun sind sie aufgeklärt, die Sonderpädagogen
und entschlüsseln Zahlenkombinationen.

– Andi, Patrick, Stefan –

06. Lionheart
Gesang: P.W.A., Überzeugungstäter

… und es geht englisch weiter. PWA, mein Sorgenkind von der ersten Scheibe, und auch generell nicht so mein Fall, steigern sich definitiv im Vergleich zur ersten Scheibe und mit der englischen Version von DGs Löwenherz spielt das Lied zumindest lyrisch ganz vorne mit. Musikalisch gesehen glaub ich, dass ich mir dieses Lied durchaus noch „schön hören“ werde. Gefällt mir auch, der nächste bitte.

It was with you from the cradle, it goes with you to your grave.
Inherited in your blood and it dwells in your heart.
The feeling to bes strong and free, is your destiny.
A lionheart, a re al king, born to be free.

– P.W.A. –

07. Tales from the Boneyard
Gesang: Bound for Glory

Wir haben an dieser Stelle das musikalische 2:0 für Bound for Glory. Ohrwurm-Charakter, eingängige Melodie und zeitgeistkritischer Text und fertig ist die Entscheidung auf dieser Platte, die natürlich keinen Konkurrenz-Kampf sondern ein Gemeinschaftswerk darstellt, aber dennoch muss ich die beiden Sachen einfach besonders hervorheben. Hoffentlich ist Joel auch auf dem nächsten Teil vertreten.

His empty bottle lay beside him, he wonders what went wrong.
His eyes left the road for a moment and now he is forever gone.
Just another tale from the boneyard, just another tale of misery.
Just another tale from the boneyard, his life’s now over, his soul is free.

– Joel –

08. Germania
Gesang: Division Germania, Überzeugunsgtäter, Act of Violence

Auf dem Titellied liegt erfahrungsgemäß immer ein besonderes Augenmerk und Leopold und Andi enttäuschen hierbei nicht – im Gegenteil. Hier passt alles zusammen. Textlich eine Huldigung an die Heimat und die Schutzgöttin Germania, die beschworen wird, das deutsche Land in Ewigkeit zu schützen und an jeden Landsmann den deutschen Schutzwall in uns selbst niemals brechen zu lassen.
Musikalisch ist hier mal wieder weniger mehr. Keine Schnörkel, einfache eingängige Melodien lassen diesen Ohrwurm von einem Titellied zu meinem persönlichen Siegerlied werden.

Der größte Lump auf Erden – der bleibt hier ganz allein,
wer aus niederem Instinkte, von seiner Artgemeinschaft weicht.
Er kennt nicht Ruhm und Ehre, er weiß nicht, was es heißt,
ins Feld hinauszuziehen, wenn die Nacht dem Morgen weicht.

– Andi –

09. Die Medienhure
Gesang: Act of Violence, Überzeugungstäter, Faust

Metaphorisierte Zeitgeistkritik hagelt es in Lied 9. Die vierte Gewalt und das Ausgabegerät, der Fernseher, stehen im Fokus und wie die demokratische Propagandamaschinerie und Meinungsindustrie einen Krieg gegen die Intelligenz und freie Meinung führen. Die einzige Medizin dagegen: Selber denken und die Medien bewusst und differenziert betrachten. Musikalisch gehobener Durchschnitt. Nichts besonderes aber schön, dass es da ist. 😀

Die Medienhure zieht durchs Land, nimmt die Dümmsten an die Hand.
Und selbstder Klügste fällt drauf rein und lässt sich auf die Hure ein.

– Patrick –

10. Tolerant abgebrannt
Gesang: Überzeugungstäter, Faust, Act of Violence

Eine Abrechnung mit Gutmenschentum per se und eine Ansage an alle Toleranzfanatiker und Selbsthass-Fetischisten, dass sie doch einen ihrer Gäste mal bei sich daheim aufnehmen sollen, wenn sie so tolerant und weltoffen sind. Am besten geben sie ihnen Auto, Geld und die Frau gleich noch mit drauf. Denn für die sogenannten Gäste ist schließlich nur das Beste gut genug. Ein leicht zynischer Unterton, der als solcher ganz klar zu erkennen und wahrzunehmen ist, unterstreichen die Aussage des sauber und solide einigermaßen melodiös gespielten vorletzten Liedes im Glied.

Ein ganzes Land im Fieberwahn. Ein Kontinent wird überschwemmt
mit Facharbeitern, Ärzten und Doktoren – die Medienhure feuert es aus allen Rohren.

– Leopold –

11. Deutscher Schwur
Gesang: Überzeugungstäter
Text: Walter Schröder (bearbeitet)

Also textlich dürfte das Lied den meisten aus dem Stück „Hoch in Ehren“ der Gruppe Race War bekannt vorkommen. Jedoch wurde der Kehrreim nicht übernommen und etwas verändert. Musikalisch neu interpretiert und arrangiert wird aus einem Balladen-Klassiker plötzlich eine sehr angenehme Rocknummer. Mir gefällts gut und allgemein ein passender Schluss für den zweiten Teil dieser fortsetzungswürdigen Reihe.

Auf Brüder, hebt zum Schwur die Hand! Lässt schwören uns aufs Neue!
Wir halten uns’rem Vaterland – dem deutschen Volk – die Treue!

Mein Fazit

Nach einigen Runden, die die Platte nun im CD-Spieler drehen durfte, seh ich im Ländervergleich USA : Deutschland, sprich Joel vs. Leopold und Andi, den Schreihals aus Übersee mit 2:1 (Spartan, Tales from the Boneyard; Germania) vorne. Das Titellied Germania als einziges mit hohem Wiedererkennungswert, kommt jedoch nicht annähernd an das Pendant der Vorgängerscheibe ran. PWA mit klarer Steigerung, nur irgendwie trifft man mal wieder nicht meinen Geschmack. Übermensch und Division Germania stabil und Act of Violence ist einfach nicht mein Fall. Das sehen zehntausende anders, aber von mir gibt’s für die Platte ne 2-.

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5 Gedanken zu “Phönix – Germania

  1. So, dann geb ich meinen Senf auch dazu. Danke an Vanitas für die rasche Besprechung (war noch am Tag der Erscheinung fertig, aber dank technischer Probleme verzögerte sich die Veröffentlichung).

    Das Artwork sieht einsame Spitze aus! Nur schade, dass der Bonus-Track nur auf der Sonderedition drauf ist. Eine große Teilschuld trägt dabei das Herunterladen. Aktion, Reaktion.

    Zu meinen Favoriten zählen „Tale from the Boneyard“ (bester Auftritt auf der CD und geht absolut ins Ohr, besonders das Anfangsriff weist Parallelen zu den dänischen Rock ’n‘ Rollern von Vol.Beat auf), „Kamerad“ (anders als Vanitas bin ich großer Liebhaber der Act of Violence Jungs und ihrem fröhlichen Sound) und natürlich „Germania“ (die beiden Röhren ergänzen sich wunderbar und wer schon immer Probleme hatte, Andi und Leopold zu unterscheiden, kann es hier versuchen 😉 ).

    Dann gefällt mir der Tempowechsel beim Titel „Tolerant abgebrannt“ – sau gut. Das gibt dem Lied einen gewissen Kick.

    Im Allgemeinen ist dieses Album sehr geradlinig und ein super Einstand des Jahres 2016, aber ein paar Schnörkel täten der Platte noch besser 🙂

  2. Ich finde die CD um Längen besser als den Vorgänger, seit einer Woche läuft sie nun schon rauf und runter, der Vorgänger war wirklich gut, kein Zweifel, aber Teil 2 rockt einfach alles weg. Wie Vanitas schon geschrieben hat, wird es hier sehr unterschiedliche Meinungen geben, das kann man auch gut Nachvollziehen 🙂 allerdings, finde ich sollte man von solchen Projekten keine Steigerungen erwarten, vor allem nich dann wenn das Erstlingswerk schon so gut war. Wenn eine einzelne Band sich kontinuierlich verbessert ist das was anderes, aber hier treffen unterschiedliche Stile und Musiker aufeinander und eine gute Abstimmung aller Bands hin zu tollen Titeln sollte hier Steigerung genug sein 😉 für mich ein toller Einstieg ins Jahr 2016, hier wurde alles richtig gemacht. Hoffentlich fliegt der Phönix nächstes Jahr wieder

  3. Nachdem ich die Hörproben vorab gehört habe, war ich nicht überzeugt, dass „Germania“ die Vorgänger CD toppen wird. Beim kurzen Reinhören kam mir die Musik zu sehr „Punkig“ rüber. Aber wir haben hier eine CD der Gattung, die mit jedem mal hören besser wird.
    Das erste Highlight der CD ist „Panzer vor“, „Kameraden“ hebt sich durch Andis Gesang gegen Ende des Lieds ab wie ein Phönix aus der Asche, und von da ab jagt ein Hit den nächsten.
    Die CD ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber gerade die verschiedenen Musikstile in Verbindung mit den (meist) herrvorragenden Sängern machen das Projekt zur Superlative des Rechtsrock.

    Einen großen Kritikpunkt habe ich aber: Das Lied „Deutscher Schwur“ ist der krönende Abschluss einer sehr guten CD – jedoch nur für Besteller der limitierten Edition. Wäre mir das vorher bekannt gewesen, hätte ich direkt über Leveler und nicht über einen anderen Versand bestellt und dazu das großartige Poster zu Hause. Ich habe nichts gegen limitierte Versionen mit kleinen Extras, aber einen Song haben oder nicht haben führt dazu, dass man sich das fehlende Lied eben anders besorgt. Diese Praxis erinnert mich leider immer mehr an Frei.Wild & Co, wo man bis zu 5 verschiedenen Versionen einer CD kaufen muss, um alle Songs zu bekommen! Ich hoffe, dass zukünftig die limitierten Editionen mehr mit Ausstattung (Poster, Blechbox, Holzbox, Fahne, T-Hemd…) überzeugen als mit dem Argument, ein zusätzliches Lied zu bekommen. Gekauft wird die CD sowieso, aber dann bitte auch mit 100% Inhalt.

    Nichtsdestrotz bleibt das Fazit: Geniale CD mit Musikern, die ihr Handwerk verstehen und die Sänger sind ohnehin durch Stimme und Texte über jeden Zweifel erhaben. Absolute Kaufempfehlung!

    • Seh ich genauso! Mir geht das, ehrlich gesagt, auch ziemlich aufn Keks. Da wartet man lang auf eine neue CD, bekommt den vollen Umfang aber nur als Erstbesteller. Ich habe mir das DVD Digi schon deswegen nicht bestellt, weil meine CD Unterbringung kein Platz für DVDs hat und wenn sie mal kaputt gehen oder abgenutzt sind, kann man sie nicht ersetzen. Jetzt fehlt mir das eine Lied. Zwar kann ich immernoch auf ein Download Portal zurückgreifen, aber damit fördere ich das ja auch indirekt. Mir gefällt die Entwicklung auch nich…

  4. Top Album! Abwechslungsreich und eigentlich für fast jeden was geboten,da sich hier Gruppen von unterschiedlichem Stil zusammengetan haben:)
    Hervorzuheben sind die Lieder:Germania,Spartan,Die Liste

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